Gesundheit

Mögliche Ursache für MS: Lösen diese Chemikalien im Essen Multiple Sklerose aus?

Multiple Sklerose kann sich in einer Vielzahl von Symptomen äußern - darunter auch eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Bild: AdobeStock / Halfpoint

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  • Sogenannte Ewigkeitschemikalien stehen in Verbindung mit MS
  • Forscher zeigen erhöhtes Risiko für MS im Zusammenhang mit PFAS
  • Auch die Genetik beeinflusst das Risiko für die Erkrankung

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MS ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt. Forscher der schwedischen Uppsala Universität haben in einer neuen Studie Hinweise darauf gefunden, dass die Erkrankung mit sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) zusammenhängen könnte. Diese finden sich in vielen Alltagsprodukten, können aber auch in Lebensmitteln vorkommen.

Was sind PFAS und wie wirken sie sich auf die Gesundheit aus?

Ewigkeitschemikalien, auch PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) genannt, haben ihren Namen daher, dass sie sich in der Umwelt nur äußerst langsam abbauen. Sie kommen in Treibgasen für Sprays, Lösungsmitteln, Pestiziden, Oberflächenschutz für Textilien, Plastik und vielen weiteren handelsüblichen Waren vor. Über die Pestizide, aber auch über Mittel zur Reinigung von Verarbeitungsmaschinen können sie auch in Lebensmittel gelangen - und so über die Ernährung aufgenommen werden.

Die European Chemicals Agency (ECHA) warnt, dass diese Chemikalien möglicherweise gravierende Konsequenzen für die Gesundheit von Menschen haben könnten, darunter auch negative Effekte für die Fortpflanzungsfähigkeit. Andere Berichte legen einen Zusammenhang von PFAS und einem erhöhtem Krebsrisiko nahe.

Zusammenhang hoher Chemikalien-Konzentration mit MS-Wahrscheinlichkeit

Für ihre Studie untersuchten die schwedischen Forscher Blutproben von 907 Menschen mit einer neuen MS-Diagnose sowie von weiteren 907 gesunden Kontrollpersonen. Dabei wurde die Menge von 24 verschiedenen PFAS sowie mehrerer hydroxylierter Abbauprodukte von polychlorierten Biphenylen (PCB) gemessen.

Auffällig war, dass Menschen, bei denen besonders hohe Konzentrationen dieser Chemikalien im Blut festgestellt wurden, im Vergleich zu Menschen mit niedriger Belastung eine rund doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit hatten, an MS zu erkranken. Auch zeigte sich, dass eine Mehrfachbelastung durch mehrere Chemikalien gleichzeitig die MS-Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhte.

"Die Ergebnisse zeigen, dass wir bei der Bewertung von Umweltchemikalien nicht nur einzelne Stoffe betrachten dürfen", erklärt Studienautorin Aina Vaivade von der Universität Uppsala. "Menschen sind in der Realität meist mehreren Substanzen gleichzeitig ausgesetzt."

Genetik spielt bei Multipler Sklerose und PFOS eine besondere Rolle

Ebenso fanden die Forscher Hinweise darauf, dass die Genetik hierbei ebenfalls Einfluss auf die MS-Wahrscheinlichkeit hat. Der Zusammenhang zwischen einer hohen PFOS-Belastung (Perfluoroctansulfonsäure, eine Untergruppe von PFAS) und der MS-Wahrscheinlichkeit war bei einer bestimmten genetischen Variante deutlich stärker ausgeprägt als bei Vergleichspersonen.

Allerdings betont Hauptautor Kim Kultima, dass die Ergebnisse bisher nur statistische Zusammenhänge belegen können, allerdings keine ursächlichen. Ob die Ewigkeitschemikalien tatsächlich MS auslösen können, müsse daher in weiteren Studien untersucht werden.

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/bos/news.de

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