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Besser als Antibiotika: Ständiger Schnupfen? Wie eine OP dagegen helfen kann

Hält der Schnupfen deutlich länger an als gewöhnlich, kann es sich um eine chronische Sinusitis handeln. Bild: AdobeStock / Andriy Medvediuk

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  • Hält der Schnupfen besonders lange an, steckt mehr dahinter
  • Ärzte sprechen von einer chronischen Rhinosinusitis
  • Forschung zeigt: Eine OP könnte hier die beste Maßnahme sein

Mehr zu Themen wie Schnupfen und Erkältungen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Besonders im Winter sind eine verstopfte Nase und Schnupfen keine Seltenheit - doch was, wenn die Symptome einfach nicht verschwinden wollen? In solchen Fällen sprechen Mediziner von einer chronischen Rhinosinusitis - also einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Während aktuell noch häufig Antibiotika verschrieben werden, gibt es Hinweise darauf, dass eine OP sogar noch mehr helfen könnte.

Wann Ärzte von chronischem Schnupfen sprechen

Hinter dem Begriff derchronischen Rhinosinusitis verbirgt sich eine langanhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen. Der größte Unterschied zum gewöhnlichen Schnupfen ist die Dauer. Mediziner verwenden diese Diagnose, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen andauern - in Einzelfällen kann die Erkrankung jedoch auch Monate oder Jahre andauern.

Zudem kommen auch Begleitsymptome hinzu: Typisch sind dabei zusätzliche Anzeichen wie:

  • Druckgefühl im Gesicht
  • zäher Schleim
  • nachlassender Geruchssinn
  • erschwerte Atmung
  • Müdigkeit
  • Verschlimmerung von Atemproblemen wie Asthma

Dr. Chirag Patel, HNO-Spezialist am Loyola University Medical Center in Chicago, erklärt: "Chronische Sinusitis ist nicht nur eine Sache. Es handelt sich um einen weit gefassten Begriff, der sich auf anhaltende Entzündungen in der Nase und den Nebenhöhlen bezieht, aber es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu dieser Erkrankung führen können."

Diese Beschwerden quälen Betroffene jahrelang

Die Symptome ähneln einer hartnäckigen Erkältung - verschwinden aber nicht. Patienten kämpfen so teils über Jahre hinweg mit einer erschwerten Atmung, Druckgefühlen und Schmerzen im Gesichtsbereich. Besonders belastend ist der eingeschränkte oder vollständig verlorene Geruchssinn. Dieser beeinträchtigt nicht nur den Genuss beim Essen, sondern kann auch zum Sicherheitsrisiko werden, wenn beispielsweise Rauch oder Gas nicht mehr wahrgenommen werden.

Warum der Schleim nicht mehr abfließen kann

Die Erkrankung entsteht, wenn geschwollene Schleimhäute die feinen Abflusswege in den Nebenhöhlen blockieren. Das Sekret staut sich und verursacht das charakteristische Druckgefühl in Stirn und Wangen - besonders beim Vorbeugen. Eine häufige Falle ist der übermäßige Gebrauch abschwellender Nasensprays. Diese befreien zwar kurzfristig, lösen bei längerer Anwendung jedoch einen Gewöhnungseffekt aus - ohne das Spray schwillt die Schleimhaut umso stärker an.

Obere und untere Atemwege hängen eng zusammen. Chronische Entzündungen in Nase und Nebenhöhlen können Husten durch herabfließenden Schleim begünstigen. Zudem treten chronische Rhinosinusitis und Asthma häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig.

Wie eine OP die Lebensqualität von Betroffenen verbessern kann

Eine Studie zeigt: Statt den häufig verschriebenen Antibiotika könnte eine Operation Betroffenen oftmals besser helfen. Für die im Fachjournal "The Lancet" veröffentliche Studie wurden mehr als 500 Betroffene untersucht. Diese verwendeten kortisonhaltiges Nasenspray sowie Kochsalzspülungen. Zudem erhielt ein Drittel ein Antibiotikum, ein weiteres ein Placebo. Die dritte Gruppe wurde einer minimalinvasiven Operation der Nasennebenhöhlen unterzogen.

Das Ergebnis: 87 Prozent der mit der Operation behandelten Probanden gaben an, dass ihre Lebensqualität besser war als vorher. Die Behandlung mit niedrig dosierten Antibiotika erwies sich wiederum als ähnlich effektiv wie die mit Placebos und zeigte entsprechend wenig Wirkung.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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