Gesundheit

Psychischer Stress: Diese sechs Burnout-Anzeichen sollten Sie nicht ignorieren

Wer sich immer unmotiviert und depressiv bei der Arbeit fühlt, leidet eventuell unter Frühsymptomen eines Burnouts. Bild: AdobeStock/Crystal

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  • Um ein Burnout früh zu erkennen, muss man auf bestimmte Anzeichen achten
  • Besonders zu Anfang wirken Betroffene eher arbeitstüchtig als depressiv
  • Doch es handelt sich nur um das Anfangsstadium eines Burnouts

Mehr über psychische Erkrankungen können Sie am Ende dieses Beitrags finden.

Schon seit geraumer Zeit ist sind Burnouts kein seltenes Phänomen mehr. Wie eine Untersuchung des Beratungsunternehmens McKinsey aus dem Jahr 2023 zeigt, leidet etwa jeder fünfte Deutsche unter Burnout-Symptomen. Das kann im schlimmsten Fall zu weiteren psychischen Erkrankungen und einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit enden. Wie Sie ein Burnout schon im Voraus erkennen können, verraten wir Ihnen hier.

Diese sechs Zeichen sprechen für Burnout

Wie bereits beschrieben bedeutet ein Burnout in der Regel keinen Totalausfall von heute auf morgen, sondern es entwickelt sich schleichend. Über die genauen Phasen eines Burnouts streiten Psychologen derzeit noch, doch verschiedene Modelle wurden konzipiert, um den Weg zum Burnout zu veranschaulichen. So haben Herbert Freudenberger und Gail North das sogenannte "12-Phasen-Modell" entwickelt. Hier eine Zusammenfassung des Ablaufs in sechs Punkten:

  • Betroffene wollen sich anfangs noch beweisen, nehmen zusätzliche Arbeit auf sich und machen eventuell Überstunden
  • Gleichzeitig werden die eigenen Bedürfnisse immer mehr vernachlässigt, was zu Schlafentzug, Mangelernährung und mangelnder Hygiene führen kann
  • Eigene Konflikte und Bedürfnisse außerhalb der Arbeit werden nicht mehr wahrgenommen oder ignoriert, die Arbeit wird in den Mittelpunkt gestellt
  • Durch das Verhalten neu auftretende Probleme werden ebenfalls ignoriert, soziale Kontakte leiden immer mehr, was zur Isolation der Betroffenen führt
  • Das Verhalten der Betroffenen ändert sich langsam, es kommt zu Depersonalisation und einem Gefühl innerer Leere
  • Betroffene leiden am Ende unter immer stärker werdenden Depressionen, die bis zur völligen Erschöpfung führen

Ein Burnout entsteht bei Berufen, die man liebt

Ein Burnout wird nicht allein durch harte Arbeit ausgelöst. Oftmals steht auch eine ehemals große Leidenschaft für den Beruf dahinter. Im Trott des Arbeitsalltags wird die Dissonanz zwischen dem ehemaligen Traumberuf und der Realität des Jobs allerdings immer größer. Etwas eigentlich Positives wird Betroffenen genommen und in etwas Negatives verwandelt.

Dabei spielen insbesondere Druck von oben, die tägliche Arbeitslast, fehlende Anerkennung, mangelnde Kontrolle und ein schlechtes Arbeitsklima jeweils eine Rolle. Betroffene wechseln, solange sie die Kraft haben, häufig ihren Job. Die Hoffnung: Mit einem neuen Job wird wieder alles besser. Doch liegen die Probleme in einem selbst, kann diese Hoffnung irreführend sein.

Wie Sie bei einem Burnout die Kurve bekommen

Ist man selbst betroffen, ist es wichtig, zu handeln, bevor sich das Burnout vollkommen entfalten kann. Wichtig ist zunächst, die Erkenntnis zu erlangen, dass man Hilfe benötigt. Erst dann können weitere Schritte unternommen werden:

  • Halten Sie beispielsweise in einem Tagebuch fest, was Sie bedrückt und was Sie Energie kostet. Wie können Sie die "Energiekosten" reduzieren?
  • Fangen Sie an, wieder auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu hören. Was brauchen Sie jetzt, in diesem Moment?
  • Eignen Sie sich verschiedene Methoden für Stressbewältigung an - etwa Atemtechniken oder andere körperbezogene Übungen.
  • Suchen Sie sich am besten Hilfe von außen - haben Sie nicht die Möglichkeit, schnell einen Therapeuten zu finden, öffnen Sie sich Ihren Freunden und Ihrer Familie.
  • Während Sie Energiekosten reduzieren, sollten Sie mehr davon machen, was Ihnen im Alltag zusätzliche Kraft und Energie spenden kann.

Wer früh genug aktiv wird, hat die Chance, wieder einigermaßen unbeschadet aus seinem Loch zu steigen.

Wenn Sie oder ein Angehöriger unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, sollten Sie sich Hilfe bei Experten holen, die Ihnen Wege aus dieser Situation aufzeigen. Die Telefonseelsorge ist kostenlos, anonym und 24 Stunden lang unter den Telefonnummern 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Weitere Hilfsmöglichkeiten finden Sie hier.

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