Krankheit X: Experten sind besorgt - diese Viren könnten die nächste Pandemie auslösen
Experten warnen vor vier Erregern, die 2026 die Gesundheitslage negativ beeinflussen können. Bild: Adobe Stock/ Elnur
Erstellt von Sabrina Böhme
16.01.2026 15.19
- Experten warnen vor "Krankheit X"
- Vier Viren könnten die nächste Pandemie auslösen
- Mpox, Rubella, H5N1, Oropouche: Erreger auf dem Vormarsch
Vier Erreger bereiten Gesundheitsexperten derzeit besondere Sorgen: Mpox, Rubella, die Vogelgrippe H5N1 sowie das Oropouche-Virus könnten sich zur nächsten "Krankheit X" entwickeln – jenem unbekannten Erreger, der eine weltweite Pandemie auslösen könnte.
Sorge vor "Krankheit X" wächst
Fachleute für Infektionskrankheiten warnen eindringlich vor der mangelnden Vorbereitung auf einen erneuten Ausbruch im Ausmaß von Covid-19. Besonders beunruhigend: Die weltweiten Impfquoten sinken kontinuierlich, während gleichzeitig neue Virusvarianten entstehen. Die Ausbreitung von H5N1 auf Säugetiere gilt dabei als besonders alarmierend, da dies das Risiko einer Übertragung auf Menschen erhöht. Folgende Viren erhöhen das Ausbruchspotenzial.
Mpox breitet sich weltweit aus
Mpox trat jahrzehntelang nur vereinzelt in Teilen Afrikas auf. Seit Mai 2022 hat sich das Bild jedoch dramatisch gewandelt: Mindestens 100 Länder verzeichneten Ausbrüche, darunter Großbritannien, die USA, Australien und weite Teile Europas. Dr. Michael Head, Forschungsexperte für globale Gesundheit an der Universität Southampton, betont gegenüber "The Sun": "Es entstehen neue Stämme, und es wird immer deutlicher, dass das Virus, das früher selten vorkam, nun global dauerhaft präsent ist." Ende 2025 wurde in England eine neue mutierte Variante des Erregers nachgewiesen.Die Krankheit Mpox ist in Deutschland selten.Deutschlandweit wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) seit Oktober 2024 16 Fälle der Klade Ib gemeldet.
Rubella-Virus besonders gefährlich für Schwangere
Dr. Head warnt zudem vor einer Rückkehr des Rubella-Virus, das eine Krankheit auslöst, die viele bereits für überwunden hielten. Die Impfrate beim MMR-Impfstoff, der gegen Masern, Mumps und Röteln schützt, ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Für Schwangere stellen Röteln ein erhebliches Risiko dar: Fehlgeburten, Totgeburten sowie schwere Geburtsfehler wie Taubheit, Herzprobleme und geistige Behinderungen können die Folge sein.
Die sinkende Impfbereitschaft zeigt bereits dramatische Auswirkungen bei Masern. Seit April 2025 steigen die Fallzahlen in England kontinuierlich an, besonders im Nordwesten und in London. Das Land verzeichnet mittlerweile die höchsten Masernzahlen seit 2012.
Pandemie-Angst durch Vogelgrippe: Experte warnt vor H5N1-Übertragung
Die Vogelgrippe gilt seit Jahrzehnten als potenzielle Pandemiegefahr. Seit 2020 wütet jedoch ein besonders aggressiver H5N1-Stamm unter Wildvögeln und Geflügel. Besorgniserregend: Das Virus hat sich so verändert, dass es mittlerweile auch Säugetiere wie Kühe infizieren kann und sich über Milch verbreitet. "Solange H5N1 zirkuliert und Menschen infiziert, stellt es ein Pandemierisiko dar." Der Erreger könnte sich mit der saisonalen Grippe vermischen und zu einer Form mutieren, die sich leicht zwischen Menschen überträgt. Zwar existieren antivirale Medikamente und die Möglichkeit zur Impfstoffentwicklung, dennoch wäre eine neue Grippepandemie eine enorme Herausforderung", erklärtDr. Ed Hutchinson, Professor für molekulare und zelluläre Virologie an der Universität Glasgow.
Faultierfieber erreicht Europa: Oropouche-Infektionen auf dem Vormarsch in den USA
Im vergangenen Jahr wurden in Großbritannien erstmals Fälle des sogenannten Faultierfiebers registriert. Das offiziell als Oropouche-Virus bezeichnete Krankheitsbild wird durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Die Symptome ähneln Dengue und Zika: Muskelschmerzen, Augenbeschwerden, Hautausschläge, Lichtempfindlichkeit und Erbrechen können bis zu acht Tage nach einem Stich auftreten. Professor Jackson, Experte für Infektionskrankheiten an der University of Virginia, prognostiziert in "The Conversation": "2026 werden Oropouche-Ausbrüche wahrscheinlich weiterhin Reisende in Amerika betreffen." Die übertragende Mückenart kommt in ganz Nord- und Südamerika vor, einschließlich des Südostens der USA. Eine weitere Ausbreitung des Virus sei zu erwarten.
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