Eiskalt erwischt: Das passiert mit dem Körper, wenn wir frieren
Wer später nicht frieren mag, sollte sich bereits frühzeitig an kalte Temperaturen gewöhnen. Bild: AdobeStock/Anna Carlotta Geler
Erstellt von Felix Schneider
12.01.2026 15.23
- Zittern und Co. sind eine normale Reaktion des Körpers auf Kälte
- Das Nervensystem wird durch kalte Temperaturen aktiviert
- Wie Sie resistenter gegen das Frösteln werden, lesen Sie hier
Mehr hilfreiche Tipps für die kalte Jahreszeit finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Und, haben sie heute schon vor Kälte gezittert? Ob beim Warten auf den Bus oder beim Spaziergang durch den Park: Vor dem Frieren gibt es derzeit kein Entkommen– mittlerweile erreichen die Temperaturen sogar zweistellige Minusgrade. Wie der Körper darauf reagiert und was gegen das Frösteln hilft, erfahren Sie hier.
Wie unser Nervensystem auf Kälte reagiert
"Wenn man in eine kältere Umgebung kommt, nimmt man ganz unbewusst eine Kauerhaltung ein. Man verkleinert die Oberfläche und verringert die Wärmeabstrahlung", erklärt Thomas Korff, Experte für Herz- und Kreislaufphysiologie von der Universität Heidelberg. Zu der unbewussten Haltung gehört auch, dass die Beine enger zusammengestellt, gegebenenfalls die Fäuste geballt und die Hände näher am Kopf gehalten werden.
Auslöser ist die Aktivierung des Sympathikus durch die Kälte – dieser bezeichnet den "Teil unseres Nervensystems, der uns aktiv hält". Das hat mehrere Reaktionen zur Folge. "Wir produzieren mehr Energie. In der Regel erhöht sich auch der Muskeltonus, was auch ohne aktive Bewegung bereits dazu führt, dass wir mehr Wärmeenergie produzieren", erklärt Korff.
Was passiert im Körper, wenn wir frieren - und was hilft gegen das Bibbern? Bild: news.de/ nano banana
Zudem ziehen sich insbesondere die peripheren Blutgefäße zusammen, wodurch unter anderem die Hautdurchblutung abnimmt. Besonders temperatursensible Nerven reagieren auf die verringerte Durchblutung wiederum mit der Botschaft an das Gehirn, dass es kalt ist.
Wer wie schnell friert– und wer kaum
Frauen frieren laut Studien häufig etwas stärker als Männer– das liegt unter anderem daran, dass letztere im Schnitt mehr Wärmeenergie produzieren. Grund dafür ist die größere Muskelmasse einerseits, die etwas geringere Wärmeabstrahlung andererseits. Auch ältere Leute frieren schneller, da ihre Muskelmasse mit dem Alter rapide abnimmt. Jüngere Menschen hingegen haben nicht nur mehr Muskelmasse, sondern auch eine bessere Anpassungsfähigkeit.
Besonders Kinder - nicht jedoch Babys - sind oft relativ unempfindlich bei Kälte. "Ältere Kinder und Jugendliche haben im Gegensatz zu Erwachsenen tatsächlich einen relativ höheren Grundumsatz" - sowohl Mädchen als auch Jungen, erklärt Korff. Sie produzieren mehr Energie und bewegen sich deutlich mehr. Zudem bemerken sie die Kälte vor allem beim Spielen eher seltener, da sie sich bewegen, Spaß haben und abgelenkt sind.
Babys und Kleinstkinder haben laut Forschern der australischen Bond Universityzudem einen alternativen Wärmespeicher: Das sogenannte braune Fett wird vom Körper bei Kälte automatisch verbrannt, um Wärme zu generieren. Da sich Kinder in dieser Entwicklungsstufe bisher nicht durch Bewegung warmhalten können, wärmt der Körper sie durch die Fettverbrennung.
Nicht jeder empfindet Kälte gleich - aber Training ist möglich
"Das Wärmeempfinden ist individuell unterschiedlich", ergänzt Korff. Das habe mit Wärmerezeptoren zu tun, aber eben auch mit Anpassung. "Am Anfang, wenn der Winter kommt, empfindet man selbst Temperaturen von vier Grad schon als kalt, während man das später gar nicht mehr als schlimm empfindet."
Wenn man sich Kälte aussetze, etwa durch kaltes Duschen, könne der Körper damit umgehen. Und: "Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Sport man macht, umso kälteresistenter wird man einfach durch die größere Muskelmasse." Konkret helfen also zwei Dinge: Erstens, sich der Kälte mutwillig aussetzen, um die Resistenz zu steigern. Zweitens, Muskeln aufbauen, um mehr Wärme zu generieren.
Wer neben den körpereigenen Mitteln für etwas mehr Wärme unterwegs sorgen möchte, sollte sich entsprechend mit Handwärmern, Wärmeflaschen und dicker Kleidung sowie Thermounterwäsche ausstatten.
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