Gesundheit

Wissenschaftler warnen: Konservierungsstoffe können Krebsrisiko erhöhen

Besonders in Produkten wie Pökelfleisch sind vermehrt krebserregende Konservierungsstoffe enthalten. Bild: AdobeStock/Andrei Starostin

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  • Konservierungsstoffe sind in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten
  • In der Regel sind die Zusatzstoffe relativ harmlos und ohne Nebenwirkungen
  • Zwei Studien zeigen nun aber, dass sie das Krebsrisiko erhöhen können

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Konservierungsstoffe wie Benzoesäure, Sorbinsäure, Schwefeldioxid und Nitrite/Nitrate sind in allen möglichen Lebensmitteln im Supermarkt zu finden– oft auch in nur geringfügig verarbeiteten Produkten. Zwei groß angelegte französische Studien zeigen nun, dass der regelmäßige Konsum von Produkten mit Konservierungsstoffen das Krebsrisiko fördern könnte. Für die Studien in "British Medical Journal" und "Nature Communications" wurden über Jahre hinweg gesammelte Daten von mehr als 100.000 Menschen ausgewertet.

Diese Produkte enthalten die krebserregenden Konservierungsstoffe

In den Studien wurden unter anderem Konservierungsstoffe wie Sorbate, Sulfite und Nitrite untersucht. Der deutlichste Zusammenhang fand sich beiden Publikationen zufolge bei Natriumnitrit (E250). Dieser Stoff wird vor allem zur Konservierung diverser Fleisch- und Wurstwaren eingesetzt und erhöht das Risiko für Prostatakrebs bei regelmäßigem Konsum um etwa ein Drittel. Natriumnitrit findet sich konkret in Waren wie:

  • gepökelter Bauchspeck
  • Enten-/Gänseleberpastete
  • Wurst

Neben Fleischwaren enthalten außerdem bestimmte pflanzliche Produkte (in geringeren Mengen) Natriumnitrit durch die Aufnahme aus dem Boden:

  • Kohlrabi
  • Spinat
  • Rucola und Blattsalate
  • Rote Bete

Mayo und Ketchup können Diabetes verursachen

Der Zusatzstoff Kaliumsorbat (E202) kann zwar keinen Krebs, dafür aber Diabetes auslösen. Dieser steckt mitunter in Ketchup und Mayonnaise und verdoppelt bei regelmäßiger Einnahme das Risiko für Diabetes. Für den Einzelnen sei das Risiko zwar vergleichsweise zum Krebsrisiko durch das Rauchen eher gering (15-fach höher als bei Nichtrauchern). Dafür gehen die Wissenschaftler jedoch davon aus, dass die Zusatzstoffe sich zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem entwickeln könnten. Die weite Verbreitung der verschiedenen  Konservierungsstoffe könnte zu zahlreichen zusätzlichen Erkrankungen führen.

Forscher raten zu begrenztem Konsum betroffener Lebensmittel

"Es heißt nicht, dass man gleich Krebs bekommt, wenn man Produkte mit Konservierungsmitteln konsumiert, aber man sollte die Häufigkeit dieses Konsums begrenzen", so Mathilde Touvier, Epidemiologin am Forschungsinstitut Inserm und Betreuerin der beiden Studien. "Im Supermarktregal sollte man die am wenigsten verarbeiteten Lebensmittel bevorzugen." Doch die Regulierung betroffener Produkte stellt eine Herausforderung dar. Im vergangenen Herbst scheiterte etwa im Herkunftsland der Studien, Frankreich, ein Strategieplan zur Ernährung aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung.

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/bua/news.de

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