Gesundheit

Mythos oder Wahrheit: Licht im Dunkel der Alkohol-Mythen

Gerade zum Thema Alkohol gibt es zahlreiche Mythen, die gefährliche Folgen haben können. Bild: Marius Becker/dpa

  • Artikel teilen:

Freunde des kühlen Blonden haben sich den heutigen 23. April rot im Kalender markiert: Denn heute ist der Tag des Deutschen Bieres! Wir nutzen diesen schönen Tag allerdings nicht dazu, ein frisch Gezapftes zu genießen, sondern um mit ein paar hartnäckigen Mythen über Alkohol aufzuräumen. Schließlich gibt es mindestens so viele Irrtümer über Hochprozentiges, wie es Schaumblasen in einer Bierkrone gibt.

Verhindert fettiges Essen einen Alkoholrausch?

Fast jeder Zecher hat beispielsweise schon mal mit der Behauptung Bekanntschaft gemacht, dass der Alkoholrausch ausbleibt, wenn man zuvor üppig und fettreich gegessen hat. In der Tat bremst Fett die Wucht des Alkohols in gewissem Maße aus. Bei der Verdauung werden mit der Nahrung aufgenommene Fette im Dünndarm aufgespalten, diese Einzelteile wiederum können Alkohol binden. Doch der Blutalkoholpegel steigt trotzdem, wenn auch langsamer - wer sich also darauf verlässt, nach einem fettreichen Essen mit anschließendem Trinkgelage nüchtern ins Auto steigen zu können, setzt Leib und Leben aufs Spiel.

Außerdem hat die Leber schon mit dem Alkoholabbau genug zu tun - wer sie dann noch mit Nahrungsfetten bombardiert, schädigt dem Organ auf Dauer ernsthaft. Der Mediziner nennt dieses Phänomen Fettleber: Muss das Organ Alkohol abbauen, kann es sich nicht um die Fette kümmern, die sich deshalb an der Leber ansetzen. Allerdings bereitet eine Fettleber keine Schmerzen, weshalb das Problem oft zu spät erkannt wird. Eine verfettete Leber erhöht jedoch das Risiko für Diabetes-Erkrankungen, Leberentzündungen oder eine ernsthafte Leberzirrhose.

Kaffee und Schlafen machen schnell wieder nüchtern, oder?

Auch zum Thema Alkoholabbau gibt es den einen oder anderen Mythos, der durchaus folgenschwere Konsequenzen haben kann. Wer beispielsweise dem Irrtum aufsitzt, durch ein kleines Nickerchen und einen starken Kaffee sei man schneller wieder nüchtern, setzt unter Umständen sein Leben aufs Spiel - vor allem, wenn er nach einer Zechtour noch Auto fahren will.

Denn beim Schlafen macht die Leber, die für den Abbau von Alkohol zuständig ist, ebenfalls eine Pause und arbeitet langsamer. In einer Stunde kann der Körper ungefähr 0,1 bis 0,2 Promille abbauen - bis der Pegel also um ein Promille gesunken ist, dauert es rund zehn Stunden, ob mit oder ohne Nickerchen. Das kann nicht mal ein koffeinhaltiges Heißgetränk beschleunigen, denn Mediziner sind sich einig, dass Koffein den Abbau von Alkohol nicht unterstützt. Zwar kann ein Kaffee das Gefühl hervorrufen, wacher zu sein - am Alkoholpegel ändert das jedoch nichts. Schlaf und Koffein können nach einer feucht-fröhlichen Nacht jedoch dazu beitragen, das laute Miauen des Katers ein wenig einzudämmen.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion. fro/news.de

Themen