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So robust wie Verbrenner: Elektroautos leben länger als bisher angenommen

Elektroautos sind einer Studie zufolge seit den ersten Modellen deutlich robuster geworden. Bild: picture alliance/dpa | Jan Woitas

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  • Studie beweist: Elektroautos sind genauso robust wie Verbrenner
  • E-Fahrzeuge übertreffen Diesel und Benziner teilweise sogar
  • Über die Jahre haben sich Elektroautos deutlich verbessert

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Elektroautos wird häufig nachgesagt, sie seien anfälliger für technische Schwierigkeiten, Batteriebrände und andere Probleme, die ihre Lebensdauer verkürzen. Eine Untersuchung der Universitäten Birmingham (Großbritannien), San Diego (USA) und Bern (Schweiz) zeigt nun: In Wahrheit können sie praktisch genau so lang wie Verbrenner fahren.

Mythos aufgelöst: Elektroautos halten mit Verbrennern mit

Für die Studie wurden insgesamt 29,8 Millionen Fahrzeuge untersucht. Die Forscher werteten britische TÜV-Daten von 2005 bis 2022 aus, um herauszufinden, wann Autos auf dem Schrottplatz landeten und welchen Motor sie hatten. Ältere Modelle zeigten deutliche Schwächen, welche die Hersteller jedoch mit der Zeit ausbesserten. Die Zuverlässigkeit stieg über die Jahre an.

So zeigt das Ergebnis: Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 18,4 Jahren halten E-Autos in etwa so lange durch wie Benziner (18,7 Jahre) und sogar deutlich länger als Dieselautos (16,8 Jahre). Zudem erreichten Elektroautos eine Laufleistung von rund 200.000 Kilometern, Benziner nur 187.000. Diesel übertrafen Elektroautos wiederum mit einer Laufleistung von 257.000 Kilometern.

E-Autos verbesserten sich über die Jahre deutlich

Besonders auffällig war die Innovationskraft der Hersteller bei Elektroautos: Die Wahrscheinlichkeit für technische Ausfälle bei diesen sank mit jedem Produktionsjahr um 12 Prozent. Damit sank sie doppelt so stark wie bei Benzinern (6,7 Prozent) und mehr als sechsmal so viel wie bei Dieselautos (1,9 Prozent).

Für Besitzer besonders vorteilhaft sind die vergleichsweise geringeren Wartungskosten. So verursachen Elektroautos mit durchschnittlich 0,06 Dollar pro Meile (umgerechnet etwa 0,036 Euro pro Kilometer) deutlich weniger als Benziner oder Dieselfahrzeuge (0,10 Dollar, also etwa 0,062 Euro pro Kilometer).

Forscher überzeugt: "Elektroautos sind nicht nur eine Alternative"

Robert Elliott, Professor an der Universität Birmingham, sieht für Elektroautos eine rosige Zukunft:"Elektroautos sind nicht nur eine Alternative zu Verbrennungsmotoren, sie übertreffen sie in vielerlei Hinsicht", so der Experte. So dürften E-Autos in den kommenden Jahren an Beliebtheit dazu gewinnen. Noch vor nur wenigen Jahren galten Modelle mit E-Motoren als unausgereift und besonders anfällig für Mängel. Die Ergebnisse zeigen: Mit den Jahren haben sie sich deutlich verbessert.

E-Autos bieten nicht nur erhebliche Vorteile, betont Elliott, sondern verbessern auch langfristig ihre CO2-Bilanz. Grund dafür ist der steigende Anteil an erneuerbaren Energien und eine sinkende Abhängigkeit von Rohstoffen wie Kohle in Kraftwerken. "Trotz anfänglich höherer Emissionen bei der Herstellung kann ein langlebiges Elektrofahrzeug seine CO2-Bilanz schnell ausgleichen", erklärt Elliott. Langfristig seien E-Autos somit die deutlich nachhaltigere Option.

Die meisten Pannen passierten wegen leeren Batterien

Die ADAC-Pannenstatistik zeigte zwar mit 43.678 Einsätzen im Jahr 2024 einen deutlichen Zuwachs an Pannenvorfällen bei Elektroautos (Anstieg um 46 Prozent gegenüber 2023), doch Grund zur Sorge sei das nicht, so die Experten. Das Plus an Vorfällen sei normal, da auch die Anzahl der E-Fahrzeuge auf den Straßen zugenommen habe. 

Im Jahr 2024 entfielen zudem mit 44,9 Prozent fast die Hälfte der Pannen auf leere Batterien. Eine schwache oder defekte Bordnetzbatterie bleibt somit die häufigste Pannenursache bei E-Fahrzeugen. Die Statistik zeigt: Auch wenn die Modelle mit den Jahren zuverlässiger geworden sind, halten ihre Batterien nicht ewig. Fahrer von Elektroautos sollten daher immer auf den Ladestand achten und bei Bedarf rechtzeitig an einer Ladesäule halten.

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