Wirtschaft

Leuna: Gewerkschaft sieht weiter Chancen für Leuna Polyamid

Adobe Stock / Dmitry Nikolaev Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev

  • Artikel teilen:

Nach der erneuten Insolvenz der Leuna Polyamid GmbH sieht die Chemiegewerkschaft IGBCE weiterhin Chancen für den Erhalt des Standorts. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung könne dem Unternehmen Zeit verschaffen, einen zusätzlichen Investor zu finden, teilte die Gewerkschaft mit. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Monaten unter schwierigen Bedingungen den Betrieb aufrechterhalten.

Rohstoffpreise bringen Unternehmen in Bedrängnis

Die Leuna Polyamid GmbH hatte erst Anfang April die insolvente Domo Caproleuna übernommen und rund 439 Arbeitsplätze gesichert. Vergangene Woche stellte das Unternehmen jedoch selbst einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Als Grund nannte die Geschäftsführung stark gestiegene Rohstoffpreise infolge geopolitischer Entwicklungen sowie zusätzliche Liquiditätsprobleme durch Vorkasseforderungen von Lieferanten.

Die IGBCE wertete das Verfahren als geordneten Neustartversuch und unterstützte die Suche nach einem strategischen Investor. Für die Beschäftigten sei die erneute Insolvenz zwar ein schwerer Schlag, sie unterscheide sich jedoch von der früheren Insolvenz der Domo Caproleuna, da das Unternehmen unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sei.

Gewerkschaft warnt vor Dominoeffekt

Zugleich warnte die Gewerkschaft vor Folgen für den gesamten Chemiepark Leuna. Der Ausfall eines Unternehmens könne Auswirkungen auf weitere Betriebe im industriellen Verbund haben. Ziel müsse deshalb sein, den Standort mit seinen Arbeitsplätzen und bestehenden Lieferbeziehungen zu erhalten.

Die Leuna Polyamid GmbH war von den Unternehmen InfraLeuna und Leuna-Harze gegründet worden, um den Betrieb der Domo Caproleuna fortzuführen. Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb trotz des Insolvenzantrags weiterlaufen. Parallel wird nach Investoren gesucht.

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Wirtschaft":

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ /roj/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.