Wirtschaft

Versicherte zahlen : Große Preisunterschiede - Krankenkassen-Wechsel kann sich lohnen

Verbraucher können über einen Wechsel steuern, wie viel Sie pro Jahr für die Krankenversicherung ausgeben - denn die Zusatzbeiträge unterscheiden sich stark. Bild: picture alliance/dpa/GKV-Spitzenverband | ---

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  • Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Anstieg des Zusatzbeitrags auf 2,9 Prozent vorhergesagt
  • Versicherte müssen in Realität mehr zahlen: Der echte Wert liegt bei über 3 Prozent
  • Ein Wechsel der Krankenversicherung kann in vielen Fällen einiges an Geld einsparen

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Gesetzlich Versicherte müssen tiefer in die Tasche greifen als offiziell angekündigt: Während das Bundesgesundheitsministerium für 2026 einen Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags für Krankenkassen auf 2,9 Prozent prognostiziert hat, liegt der tatsächlich erhobene Wert bei 3,13 Prozent. Was zunächst gering klingt, macht sich auf das Jahr gerechnet schnell bemerkbar.

Warum die offizielle Zahl in die Irre führt

Die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität hat einen konkreten Grund: Der vom Ministerium veröffentlichte Durchschnittswert basiert auf Prognosen eines Schätzerkreises und berücksichtigt nicht alle Faktoren. Entscheidend für die Erhöhung: Krankenkassen sind verpflichtet, Rücklagen in Höhe von mindestens 0,2 Monatsausgaben zu bilden. Ende September 2025 lagen die Reserven jedoch nur bei 5,4 Milliarden Euro - das entspricht lediglich 0,19 Monatsausgaben. Diese Lücke müssen die Kassen durch höhere Beiträge schließen.

TK-Chef Jens Baas hatte bereits im November 2025 vorhergesagt, dass es zu Erhöhungen der Beiträge kommen könnte - und sollte damit Recht behalten. Im "Handelsblatt" bezeichnete er die offiziellen Angaben als "Kommunikationskniff" durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Der Schätzerkreis berücksichtige den notwendigen Reserveaufbau nicht in seiner Prognose, so Baas: "Das wird sich aber auch auf die Beiträge auswirken."

Kassenwechsel kann hunderte Euro sparen

Trotz der angespannten Finanzlage haben Versicherte einen wirksamen Hebel: den Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind groß - die Spanne zwischen der günstigsten und teuersten Krankenkasse liegt zwischen 2,18 Prozent und 4,39 Prozent. Die fünf günstigsten Krankenkassen sind aktuell:

  • Platz 1: BKK firmus mit 2,19 Prozent
  • Platz 2: TUI BKK mit 2,50 Prozent
  • Platz 3: hkk mit 2,59 Prozent
  • Platz 4: Audi BKK mit 2,6 Prozent
  • Platz 5: Techniker Krankenkasse (TK) mit 2,69 Prozent

Preislich besonders weit vorn liegen die Knappschaft (4,3 Prozent) sowie die IKK Brandenburg und Berlin (4,35 Prozent). Die teuerste gesetzliche Krankenkasse 2026 ist die BKK24 mit einem Zusatzbeitrag von 4,39 Prozent.

Wie viel lässt sich mit einem Wechsel der Krankenversicherung einsparen?

Diese Spanne von 2,21 Prozentpunkten macht sich im Geldbeutel deutlich bemerkbar. Bei einem Bruttogehalt von 3000 Euro ergibt sich eine monatliche Differenz von etwa 33 Euro - aufs Jahr gerechnet rund 400 Euro. Bei 4000 Euro Bruttoverdienst steigt die mögliche Ersparnis auf über 530 Euro jährlich.

Dabei bleiben die wesentlichen Leistungen erhalten: Rund 95 Prozent der Kassenleistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und somit bei allen Anbietern identisch. Wechseln kann jeder, der eine Beitragserhöhung erhalten hat oder mindestens zwölf Monate bei seiner aktuellen Kasse versichert ist.

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