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Fernsehen: Schwedischer Hippie in Hollywood: Stellan Skarsgård wird 75

Aktuelle Nachrichten rund ums Thema Fernsehen lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / ronstik

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Als Stellan Skarsgård im Januar einen Golden Globe für seine Rolle in dem Film "Sentimental Value" bekommt, behauptet er auf der Bühne, darauf nicht vorbereitet gewesen zu sein. "Ich dachte, ich bin zu alt", kokettiert der Schwede. Hollywood scheint das komplett anders zu sehen. Am 13. Juni feiert Skarsgård seinen 75. Geburtstag und ist erfolgreicher denn je. Zum ersten Mal in seiner langen Karriere war er in diesem Jahr für einen Oscar nominiert - und staubte neben dem Golden Globe auch den Europäischen Filmpreis ab.

Dabei treibt ihn die Angst um, nur noch als alter Mann besetzt zu werden, wie er in der Serie "Actors on Actors" vom Filmportal "Variety" im Gespräch mit Sohn Alexander - ebenfalls Schauspieler - zugibt. "Viele Autoren sind viel jünger, sie verstehen alte Menschen selten", sagt Skarsgård da Ende 2025. "In den meisten Skripten, die ich bekomme, soll ich jemanden mit Demenz oder Alzheimer spielen. Und bei allem Respekt, das will ich noch nicht."

Schauspieler ist Skarsgård seit sechs Jahrzehnten, schon als Teenager wurde er in seiner Heimat mit der Fernsehserie "Bombi Bitt och jag" zum Idol und Mädchenschwarm. Die Schule schmiss er mit 17, um seinen Traum zu verfolgen. Seitdem hat er nach eigenen Angaben in 150 Filmen mitgespielt - "ok, manche waren sehr kurz", witzelt er einmal. Wer am Stockholmer Flughafen Arlanda landet, der läuft auf dem Weg nach draußen an riesigen Fotografien der berühmtesten Schweden entlang. Natürlich ist ein Bild von Skarsgård darunter.

Karriere zwischen Kultfilm und Kassenschlager

Stolz ist man zu Hause wohl auch auf ihn, weil er international so gefragt ist wie wenige andere schwedische Schauspieler. Er war 1988 in "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" zu sehen, zwei Jahre später in dem US-Film "Jagd auf Roter Oktober". An der Seite von Tom Hanks spielte der Schwede in "Illuminati" (2009) und an der von Matt Damon in "Good Will Hunting" (1997).

Kinogänger kennen ihn aus zig Filmen von der Abba-Komödie "Mamma Mia!" (2008) über die Bestseller-Verfilmung "Der Medicus" (2013) bis hin zu den Abenteuerfilmen "Fluch der Karibik" (2006, 2007). Im Mega-Blockbuster "Dune" (2021, 2024) teilt er sich ein Set mit Timothée Chalamet und brilliert in der Star-Wars-Serie "Andor" (2022-2025).

"Trag einen Anzug!": So dachte Alexander über seinen Vater

Größtes Kritikerlob heimst er für den norwegischen Film "Sentimental Value" (2025) ein. Unter Regisseur Joachim Trier spielt Skarsgård einen Filmregisseur und von seinen Kindern entfremdeten Vater. "Du spielst dich selbst, stimmt's?", frotzelt sein ältester Sohn Alexander in "Actors on Actors". Er habe sich als Kind manchmal gewünscht, sein Vater wäre ein ganz normaler Typ, der einen Saab fahre, gibt Alexander Skarsgård zu: "Trag einen Anzug, zum Teufel! Statt deiner merkwürdigen Hippie-Sarongs - oder gar nichts."

So ein schlechtes Vorbild scheint Stellan Skarsgård dann aber doch nicht für seinen Nachwuchs gewesen zu sein: Von seinen acht Kindern sind fünf selbst Schauspieler geworden. Die sind zum Teil so erfolgreich, dass Skarsgård sich in der "Late Show" mit Stephen Colbert im Mai 2025 einen "Nepo Daddy" nennt - jemand, der von der Berühmtheit seiner Kinder profitiert. Nach acht Kindern mit zwei Frauen reichte es dann aber auch, hat Skarsgård mal in einem Interview gesagt: Danach habe er sich sterilisieren lassen. In zweiter Ehe ist der Schwede mit der 25 Jahre jüngeren US-Amerikanerin Megan Everett verheiratet.

Mit ihr hat er eine Wohnung im Stockholmer Stadtteil Södermalm. Wo genau, kann jeder im Internet nachlesen. Belagert wird er von seinen Landsleuten trotzdem nicht - in Schweden lässt man einander in Ruhe. Vielleicht ein Grund, weshalb Skarsgård in Interviews trotz des Weltruhms so geerdet wirkt. Seit einem Schlaganfall vor einigen Jahren kann er sich Dinge nicht mehr so gut merken. Namen entfallen ihm, Gespräche fallen ihm schwerer. Und seine Texte flüstert ihm ein Souffleur über Kopfhörer ins Ohr.

Seinen Humor hat er darüber nicht verloren. Um einen Spruch ist Skarsgård nie verlegen. Mit fast 75 habe er immer noch nicht herausgefunden, was er mal werden wolle, scherzt der Schwede in der Serie "Actors on Actors". Deshalb sei er immer noch mit dem Schauspielen zugange: "Solange ich so viel Geld damit verdiene und Spaß daran habe, werde ich das hier machen, bis ich es weiß."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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