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Aus für TV-Kommissar: Ermittler verlässt überraschend "Aktenzeichen XY"

Kriminalhauptkommissar Markus Weber hat in insgesamt 13 Folgen der ZDF-Sendung mitgewirkt. Bild: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

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  • Ein langjähriger Cold-Case-Ermittler hatte seinen letzten Auftritt bei "Aktenzeichen XY"
  • In seiner finalen Sendung stellte Markus Weber einen alten, bislang ungelösten Fall vor
  • Der Beamte blickt zurück auf über 40 Jahre bei der Polizei sowie 13 Folgen in der ZDF-Sendung

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Am Mittwochabend verabschiedete sich ein vertrautes Gesicht von der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst": Kriminalhauptkommissar Markus Weber von der Kölner Polizei hatte seinen letzten Auftritt vor der Kamera. Moderator Rudi Cerne würdigte den Cold-Case-Ermittler live in der Sendung und entließ ihn in den "wohlverdienten Ruhestand".

Sein letzter Fall bei "Aktenzeichen XY"

Ende Mai beendet der Kriminalbeamte laut "T-Online" nach 45 Jahren im Polizeidienst offiziell seine Karriere. Bei seinem Abschiedsauftritt präsentierte Weber den Fall Bianca Bersch. Die damals 48-Jährige wurde im Sommer 1992 durch mehrere Messerstiche getötet – der Täter konnte auch nach mehr als drei Jahrzehnten nicht ermittelt werden. Die Kriminalpolizei erhofft sich durch die Ausstrahlung neue Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach dem eingespielten Filmbeitrag sprachen Cerne und Weber über die Einzelheiten des Falls. Im Anschluss an dieses Gespräch verkündete der Moderator dann den Abschied des langjährigen Ermittlers von der Sendung. Für Weber war es der letzte von insgesamt 13 Auftritten bei "Aktenzeichen XY".

Vom Streifenpolizisten zum Chefermittler der Mordkommission

Der gebürtige Bonner träumte bereits als Kind davon, bei der Kripo zu arbeiten. 1981 begann er seine Laufbahn bei der Polizei, zunächst im Streifendienst. Dreizehn Jahre später wechselte er zum Kölner Kriminalkommissariat 11, das für Tötungsdelikte zuständig ist - 1997 übernahm er dort die Leitung.

Im Laufe seiner Karriere bearbeitete Weber zahlreiche bundesweit beachtete Fälle. Dazu gehörten der Messerangriff auf die frühere Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der NSU-Anschlag in der Keupstraße 2004 sowie der rechts motivierte Dreifachmord an einer Anwaltsfamilie in Overath 2003. Einen besonderen Erfolg erzielte er 2022 mit dem "Kölner Karnevalsmord": Nach seiner TV-Präsentation meldete sich ein Zuschauer und belastete einen früheren Bekannten – der Täter erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Cerne spekuliert über Rückkehr: "Rentner-Cops gibt es ja auch"

Moderator Cerne zeigte sich skeptisch, ob der leidenschaftliche Ermittler seinen Ruhestand tatsächlich genießen könne. Weber reagierte jedoch gelassen auf diese Zweifel. Nach 45 Jahren sei nun der passende Moment gekommen, um aufzuhören. "Es war zwar immer eine interessante und auch erfüllende Arbeit, auch hier war die Zusammenarbeit mit der 'XY'-Redaktion immer sehr angenehm. Aber jetzt ist ein Zeitpunkt da, um dann doch in den Ruhestand zu gehen", erklärte der Kommissar.

Ein Wiedersehen schloss Cerne augenzwinkernd nicht aus: "Vielleicht sehen wir uns ja in anderer Form wieder – sowas wie Rentner-Cops gibt es ja auch."

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/bua/news.de/stg

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