"Euphoria"-Recap : Hitserie kehrt zurück - doch Fans erkennen ihre Lieblingsserie kaum wieder
Hauptdarstellerin Zendaya bei der Premiere zur dritten Staffel von "Euphoria". Bild: picture alliance/dpa/Invision | Jordan Strauss
Von news.de-Redakteurin Sarah Baumann-Rüster
15.04.2026 08.38
- Nach vier Jahren startet "Euphoria" mit Staffel 3 – und irritiert viele Fans
- Radikaler Stilbruch: Weniger Emotion, veränderte Bildsprache und kaum noch prägende Musik
- Kritik im Netz: Zuschauer sprechen von "verlorener Identität"
Mit großen Erwartungen kehrt "Euphoria" zurück auf die Bildschirme. Serienschöpfer Sam Levinson läutet mit der ersten Folge am 13. April ein neues Kapitel ein – doch genau dieses sorgt für Diskussionen. Denn schon nach wenigen Minuten wird klar: Diese Staffel fühlt sich anders an. Sehr anders.
"Euphoria" verliert seine Identität: Was ist mit der Serie passiert?
Die einst so gefeierte Mischung aus intensiver Bildsprache, pulsierender Musik und emotionaler Wucht scheint verblasst. Wo frühere Staffeln die Zuschauer regelrecht in die Gefühlswelt der Figuren hineinzogen, wirkt der Auftakt der neuen Staffel überraschend distanziert. Die Kamera bleibt zwar stilisiert, aber weniger nah dran. Weniger intim. Fast so, als würde die Serie bewusst auf Abstand gehen. Das Ergebnis: Eine Atmosphäre, die viele Fans als "entkernt" empfinden.
Abgang von Labrinth trifft "Euphoria" besonders schwer
Ein besonders häufig genannter Kritikpunkt ist der musikalische Bruch. Die ikonische Zusammenarbeit mit Labrinth, der "Euphoria" zuvor ihren unverwechselbaren Klang verlieh, ist deutlich reduziert beziehungsweise nicht mehr prägend vorhanden. Gerade diese Musik war jedoch ein zentrales Identitätsmerkmal der Serie: Sie hat Szenen nicht nur begleitet, sondern emotional aufgeladen und oft überhaupt erst definiert. Ohne diese Klangwelt wirkt vieles überraschend austauschbar.
Neues Setting sorgt für Irritationen
Auch das Setting sorgt für Irritationen. Statt der vertrauten, kleinstädtischen und zugleich klaustrophobischen Atmosphäre der bisherigen Staffeln präsentiert sich die Serie in einem deutlich veränderten Umfeld. Diese räumliche Neuorientierung wirkt nicht wie eine natürliche Weiterentwicklung, sondern eher wie ein Neustart unter neuem Label – was viele Fans als Bruch mit der bisherigen Erzählwelt empfinden.
Rückkehr von Rue – aber ohne alte Intensität
Inhaltlich versucht die Folge zwar, an die bekannten Figuren anzuknüpfen – etwa mit Figuren wie Rue (gespielt von Zendaya) oder Cassie (gespielt von Sydney Sweeney) – doch selbst diese Rückkehr fühlt sich weniger organisch als konstruiert an. Dialoge wirken teilweise erklärend statt emotional, als müsse die Serie sich selbst neu legitimieren.
Sydney Sweeney schlüpft in "Euphoria" erneut in die Rolle der Cassie Howard. Bild: picture alliance/dpa/Invision | Jordan Strauss
Netz-User enttäuscht von "Euphoria"-Auftakt: Serie hat "ihre Seele verloren"
Auch die Reaktionen in den sozialen Medien fielen entsprechend gespalten bis kritisch aus. Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) häufen sich Kommentare, die der Serie vorwerfen, "ihre Seele verloren" zu haben oder nur noch eine "ästhetische Hülle ohne Substanz" zu sein. Besonders häufig wird dort die veränderte Musik- und Bildsprache bemängelt. Auf Instagram wiederum dominieren zwei Lager: Einerseits nostalgische Vergleiche mit früheren Staffeln, andererseits Fans, die den radikalen Stilwechsel als mutigen Neustart verteidigen – allerdings ohne die frühere emotionale Intensität wiederzufinden.
Fazit: Mutiger Neuanfang – oder gefährlicher Kurs?
Unterm Strich hinterlässt die erste Folge der dritten Staffel einen ambivalenten Eindruck: ambitioniert in der Neuausrichtung, aber gleichzeitig entfremdet von dem, was "Euphoria" einst besonders gemacht hat. Die Serie scheint sich neu erfinden zu wollen – doch genau dabei droht sie, das zu verlieren, was sie ursprünglich einzigartig gemacht hat.
sba/news.de