Dschungelcamp 2026: Wut gegen RTL - wieso Drama kein Quotengarant sein sollte
Gil Ofarim polarisiert im Dschungelcamp. Bild: picture alliance/dpa/RTL | RTL
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
03.02.2026 12.22
- Quote um jeden Preis: Wieso Gil Ofarim und RTL von den Vorwürfen und dem Drama profitieren.
- Ariel eskaliert immer wieder: Krawall und Imagepflege bei IBES.
- Das Dschungelcamp schadet dem Reality-TV.
Kaum ein Dschungelcamp-Teilnehmer polarisiert so wie Gil Ofarim. Viele Zuschauer riefen aufgrund des Davidstern-Skandals vor dem Start zum Boykott auf. Doch RTL hielt an dem früheren Kinderstar fest – trotz des Vorfalls in Leipzig. In den Wohnzimmern und im Camp wird der Sänger immer wieder für sein Verhalten kritisiert. Hier zeigt sich, worum es bei IBES wirklich geht.
Dschungelcamp 2026: Drama für die Quote
Für RTL zählen Geschichten, wie Unterhaltungschef Markus Küttner dem Online-Medienmagazin "DWDL" verdeutlichte. Gil Ofarim wollte der Sender schon immer im Camp haben. Trotz seines Fehlverhaltens schickte ihn RTL in den australischen Dschungel. Dass diese Entscheidung den Zuschauern nicht gut gefällt, hätten die Programmverantwortlichen wissen müssen. Doch die Show muss weitergehen. Also treiben sie das sprichwörtliche Zirkuspferd in die Manege. Moral verkauft sich nicht gut. Schließlich muss die Quote stimmen, oder? Das Dschungelcamp kommt trotz Kritik gut an. Die Sendung steigerte am 2. Februar seine Einschaltquoten. 4,37 Millionen Zuschauer schauten sich das Dschungel-Drama an.
Ariels Tiraden gegen Gil Ofarim sind reine Imagepflege
Damit es weitergeht, müssen die Camper wie im Zirkus den einprägsamsten Auftritt ihres Lebens hinlegen. Das erledigt Gil Ofarim im Stillen. Er zeigt sich als Teamplayer und zeigt sich von seiner ruhigen Seite. Der frühere Kinderstar könnte fast im Lager untergehen. Ariel triezt ihn fast täglich mit Lügen-Vorwürfen. Dafür reicht alleine die Wahl des Schlafplatzes aus, um sich gegen ihn zu stellen. Aufmerksamkeit bekommt er trotz seines Schweigens genug. Wäre nicht die 22-Jährige dabei, würde nicht fast ganz Deutschland über ihn sprechen. Sie verschafft ihm bewusst oder unbewusst - ein gutes Image und Sendezeit. Vom gefallenen Sänger zum Liebling? Vielleicht nicht. Der Eindruck entsteht aber. Viele Fans haben schon Angst, dass sie Gil Ofarim noch auf den Dschungelthron befördert. Ob er wirklich als strahlender Sieger herausgeht, wird sich zeigen.
Aufmerksamkeit um jeden Preis: RTL profitiert von der IBES-Inszenierung
Dieses Beispiel verdeutlicht aber RTLs Streben nach Aufmerksamkeit - mutmaßlich um jeden Preis. So funktioniert Unterhaltungsfernsehen. Es braucht Krawallmacher und Antagonisten für die perfekte explosive Mischung. Kandidaten werden gezielt gewählt, Schnitte bewusst gesetzt, wodurch sich ihre jeweiligen Rollen bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" festigen. Ein gut durch orchestriertes Ensemble sorgt für Diskussionen vor dem heimischen Fernseher und im Netz. Das ist die Essenz des Erfolgs.
Der Sender tut sich damit keinen Gefallen. Reality-TV mutiert zu einer Farce, bei der moralische Grundwerte weniger zählen als Skandale und Unruhe. Nur auf Sensationslust aus zu sein, schadet dem Reality-TV. Wir brauchen Sendungen, die Fehlverhalten nicht belohnen. Dafür sind Reality-Formate aber leider nicht gedacht. Es wäre ein Anfang, wenn die Programmverantwortlichen das Wort "Reality-TV" wörtlich nehmen und die Realität nicht in dieser Art inszenieren. Wir brauchen Kandidaten, die sich reflektieren und mögliche Fehlentscheidungen benennen. Wenn Quoten mehr zählen, läuft etwas falsch.
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