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Didi Hamann: Es kracht beim DFB - Hamann zerlegt Nagelsmann nach WM-Debakel

Nagelsmann unter Druck: Diese Vorwürfe erhebt Didi Hamann nach dem WM-Debakel. Bild: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

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  • Deutschland scheitert nach 1:1 gegen Paraguay nach Verlängerung dramatisch im Elfmeterschießen mit 4:5
  • Didi Hamann macht Bundestrainer Julian Nagelsmann für das WM-Aus mitverantwortlich
  • Der Ex-Nationalspieler kritisiert fehlende Spielbeobachtungen, Vorbereitung und Teamkultur

Was für ein bitterer Abend für die deutsche Nationalmannschaft! Das WM-Abenteuer endete am Dienstag mit einem dramatischen Aus gegen Paraguay. Nach einem 1:1 nach Verlängerung verlor das DFB-Team das Elfmeterschießen mit 4:5 – und verabschiedete sich damit so früh wie nie zuvor aus einer Weltmeisterschaft. Doch nicht nur das Ergebnis sorgt für Schlagzeilen. Direkt nach dem Aus entbrennt die Diskussion um die Verantwortung. Nach ZDF-ExpertinFritzy Kromp, die Nagelsmann nach der peinlichen WM-Pleite bereits heftig kritisierte, legt nun auch Ex-Nationalspieler Didi Hamann nach.

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Didi Hamann rechnet mit Nagelsmann ab: "Er und das Team haben bekommen, was sie verdient haben"

Der 52-Jährige ließ als Experte beim irischen Sender RTÉ Sport kein gutes Haar an Bundestrainer Julian Nagelsmann. Sein Urteil ist gnadenlos: "Ich glaube, er und das Team haben bekommen, was sie verdient haben." Für Hamann steht fest: Der Bundestrainer trägt die Hauptverantwortung für das Scheitern.

Didi Hamann attackiert Nagelsmanns Arbeitsweise

Die Kritik des ehemaligen Nationalspielers richtet sich vor allem gegen die Vorbereitung des Bundestrainers. Hamann wirft Nagelsmann vor, zu wenig direkten Kontakt zu Spielern und deren Leistungen zu haben. "Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut", kritisierte er beim irischen Sender.

Besonders ein Beispiel sorgt für Aufsehen: Laut Hamann sei Nagelsmann nie nach Mailand gereist, um Verteidiger Yann Bisseck live zu beobachten. Für den Ex-Nationalspieler ein Fehler – denn Bisseck hätte seiner Meinung nach in den WM-Kader gehört.

Auch bei Kevin Schade von Brentford sieht Hamann ein Problem. Der Stürmer erzielte in der vergangenen Saison zehn Treffer, wurde laut Hamann aber in zweieinhalb Jahren Amtszeit nie persönlich von Nagelsmann beobachtet. Auch die Bundesliga verfolgt der Bundestrainer laut Hamanns Einschätzung nur begrenzt: maximal ein bis zwei Spiele pro Monat.

Andere Trainer vor Ort – Hamann wirft Nagelsmann mangelnde WM-Vorbereitung vor

Hamann wirft dem Bundestrainer zudem vor, die WM-Vorbereitung sträflich vernachlässigt zu haben. Während andere Nationalcoaches die Gegebenheiten vor Ort erkundeten, sei Nagelsmann nicht erschienen. "Martinez war hier, Tuchel war da, Deschamps, der Mitte 60 ist, war drei Wochen da. Wer ist nicht da? Unser Trainer", so Hamann.

Auch bei der Klub-WM, die in denselben Stadien ausgetragen wurde, habe sich der 38-Jährige nicht blicken lassen. Selbst den Afrika-Cup im Januar, bei dem potenzielle Gegner wie die Elfenbeinküste zu sehen gewesen wären, habe Nagelsmann ignoriert.

Hamann zerlegt Nagelsmann nach WM-Pleite: "Kein Teamspirit unter diesem Trainer"

Für Hamann liegt das Problem tiefer als nur in mangelnder Vorbereitung. Der fehlende Zusammenhalt im Team sei direkt auf Nagelsmann zurückzuführen. "Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall", erklärte er.

Hamanns bitteres Fazit nach dem WM-Aus

Die Leistungen der Nationalmannschaft seien durchgehend enttäuschend gewesen – bei der Europameisterschaft, in der Qualifikation und nun bei der WM. "Sie reden immer über die Stimmung im Camp – es ist toll, das zu sagen, aber du musst es zeigen", so Hamanns Fazit. Sympathie für den Bundestrainer habe er deshalb keine.

So reagiert das Netz auf Hamanns Nagelsmann-Kritik

Mit seiner Kritik steht Hamann offenbar nicht allein dar. Im Netz erntet der ehemalige Fußballer für seine scharfen Worte reichlich Zuspruch.

  • "Didi Hamann bringt es auf den Punkt: Nagelsmann ist ein fauler, selbstgefälliger Sack", stimmt ein Kritiker Hamanns Worten unmissverständlich zu.
  • "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreibe, aber Hamann stimme ich hier vollumfänglich zu", schiebt ein weiterer User hinterher.
  • "Ich gebe #Hamann ja ungerne Recht, muss ich hier aber mal wieder", lautet ein anderes Fazit.
  • "Harte Worte von Didi Hamann über Nagelsmann, aber er hat nicht Unrecht mit vielen Dingen. Auf einen geprügelten Hund soll man nicht weiter einschlagen, aber man muss schon Rückschlüsse ziehen, was man im Vorfeld besser hätte machen können. Auch Nagelsmann muss sich dieser Kritik stellen", fordert ein anderer User.

Auch Jürgen Klinsmann teilt gegen die DFB-Elf aus

Nach Hamann fand auch Ex-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann drastische Worte für das frühe DFB-Aus. Im Interview mit dem US-Sender ESPN sprach er von einem "niederschmetternden und peinlichen" Scheitern. Er selbst habe nicht mit dem frühen WM-Aus gerechnet. "Und die Art und Weise, wie wir rausgeflogen sind, ist eine riesige Enttäuschung. Die Mannschaft war nicht darauf vorbereitet, die Kontrolle in den 120 Minuten zu übernehmen. Sie hatten zu wenig Energie, waren nicht entschieden und aggressiv genug, um den Kampf gegen ein sehr starkes Team aus Paraguay anzunehmen", so Klinsmann.

Klinsmann entsetzt über Elfmeterschießen 

Der Weltmeister von 1990 zeigte sich vor allem vom Auftreten der Mannschaft im Elfmeterschießen schockiert. Er kritisiert, dass es am Ende den Eindruck erweckte, das Team sei darauf nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Für deutsche Verhältnisse sei das kaum nachvollziehbar, da Elfmeterschießen traditionell als eine Stärke gelte. Die Art und Weise, wie die Mannschaft ausgeschieden sei, empfinde er als äußerst enttäuschend und beschämend.

Klinsmann sieht die Ursache nicht bei einer einzelnen Person. Seiner Ansicht nach tragen alle Beteiligten Verantwortung – angefangen beim Trainerteam und dem Verband bis hin zu den Spielern des 26-köpfigen Kaders. Jeder habe seinen Anteil an diesem enttäuschenden Abschneiden. Die Mannschaft habe dabei "definitiv ihr Gesicht verloren".

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/ife/news.de/stg

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