Olympia: BUND-Landesverbände stellen sich geschlossen gegen Olympia
Die olympische Goldmedaille 2024: Ein sechseckiges, poliertes Eisenstück vom Eiffelturm wird in jede Gold-, Silber- und Bronzemedaille eingebettet, die den Olympia-Athlet:innen um den Hals gehängt werden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Thibault Camus
Erstellt von Sarah Knauth
08.08.2025 12.34
Mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich eine wichtige Organisation gegen eine deutsche Bewerbung für Olympische Spiele in den Jahren zwischen 2036 und 2044 positioniert. Die von einem deutschen Olympia-Anlauf potenziell betroffenen BUND-Landesverbände sprechen sich allesamt sich gegen eine Bewerbung eines der vier möglichen deutschen Kandidaten aus.
Egal wo Olympische oder Paralympische Spiele 2036, 2040 oder auch 2044 stattfinden würden, falls sich eine deutsche Bewerbung international durchsetzt: Die Folgen für Mensch und Natur, für Klima, Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt, Verkehr und andere Bereiche wären größtenteils negativ, urteilten die BUND-Landesverbände Berlin, Hamburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die Nachhaltigkeitskonzepte aller vier Bewerber seien nicht überzeugend.
Um eine deutsche Olympia-Bewerbung wetteifern derzeit die Städte München, Hamburg, Berlin sowie die Region Rhein-Ruhr. Der BUND befürchtet eine Verschärfung der angespannten kommunalen Finanzsituation. Olympische Spiele würden ihre Budgets in der Regel um 200 bis 300 Prozent überschreiten. Die Folge wären Sparmaßnahmen, etwa beim Klimaschutz.
Zweifel an der Nachhaltigkeit der Olympia-Pläne
Martin Geilhufe, BUND-Landesbeauftragter in Bayern, hält einen Vergleich mit Olympia 1972 in München und den European Championships 2022 bei einer Olympia-Bewerbung für irreführend. Er warnte: "Realität ist: Durch die Spiele würde München noch voller, teurer, asphaltierter."
Die Hamburger BUND-Landesvorsitzende Sabine Sommer bemängelte erhebliche ökologische und soziale Risiken des Hamburger Olympia-Konzepts. Und die Berliner BUND-Landesgeschäftsführerin Gabi Jung betonte: "Berlin ist seit Langem überfordert, seine Infrastruktur in einen ordentlichen Zustand zu versetzen." Sie sagte: "Sich in so einer Situation noch Großveranstaltungen wie Olympische Spiele ans Bein zu binden ist das Letzte, was die Stadt braucht."
Der BUND in NRW zweifelt ebenfalls stark an der Nachhaltigkeit der Olympia-Pläne an Rhein und Ruhr. "Bislang haben alle Olympiamacher ihr jeweiliges Konzept als besonders umweltfreundlich und wirtschaftlich tragfähig beworben – die Realität war meist sehr ernüchternd", sagte der zuständige BUND-Geschäftsleiter in NRW, Dirk Jansen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de