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Leichtathletik-WM 2019 aus Doha: Malaika Mihambo fliegt zu Gold, Speerwerfer Vetter holt Bronze

Weitspringerin Malaika Mihambo triumphiert mit Goldmedaille bei der Leichtathletik-WM in Doha 2019. Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

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Nach der Leichtathletik-WM 2017 in Großbritannien findet dieses Jahr der Wettstreit zwischen den weltbesten Leichtathleten in Katar statt. In der heißen Wüste am Persischen Golf messen sich Sportler vom 27.09 bis zum 06.10.2019 in Disziplinen wie Speerwurf, Kugelstoßen, Weitsprung, Sprint, Hammerwerfen, Marathon, Hochsprung, Hindernislauf oder Zehnkampf.

Leichtathletik WM 2019 in Doha

Mehr als 1900 Leichtathleten aus 209 Teams gehen bei den Weltmeisterschaften in Katars Hauptstadt Doha an den Start. Nach zahlreichen Absagen reiste der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem 70-köpfigen Team nach Doha. Alle Termine und Übertragungen der Wettkämpfe im Live-Stream finden Sie HIER.

Aktuelle Ergebnisse von der Leichtathletik-WM 2019 in Katar im News-Ticker

Im Anschluss an die Wettkämpfe finden Sie alle Ergebnisse sowie aktuelle Entwicklungen hier in unserem news.de-Ticker.

+++ 06.10.2019:Titelverteidiger Johannes Vetter holt WM-Bronze im Speerwerfen +++

Zwei Jahre nach seinem Titelgewinn in London hat der Offenburger Speerwerfer Johannes Vetter bei der Leichtathletik-WM in Doha die Bronzemedaille gewonnen. Dem 26 Jahre alten deutschen Rekordhalter reichten am Sonntag 85,37 Meter zum dritten Platz. Neuer Weltmeister wurde Anderson Peters aus Grenada mit 86,89 Meter. Der Weltjahresbeste Markus Kirt gewann Silber mit 86,21 Meter, obwohl sich der Este im sechsten Versuch an der Schulter verletzte und nicht weitermachen konnte. Der Mainzer Julian Weber belegte mit 81,26 Meter Platz sechs.

Speerwurf (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Anderson Peters  Grenada  86,89 Meter
2.  Markus Kirt  Estland  86,21 Meter
3.  Johannes Vetter  Deutschland  85,37 Meter

+++ 06.10.2019: Malaika Mihambo glänzt als Weitsprung-Weltmeisterin - mit 7,30 Metern! +++

Malaika Mihambo ist am Ende einer bemerkenswerten konstanten Saison erstmals Weitsprung-Weltmeisterin - mit einem Riesensatz. Die Studentin der Umweltwissenschaften kommt mit der Favoritenrolle glänzend zurecht. Bereits nach drei Versuchen nahm die Glückwünsche der Konkurrentinnen entgegen - und vor ihrem letzten Sprung zog sie schon mal entspannt den Lippenstift nach. Leicht und locker ist die 25 Jahre alte Weitspringerin von der LG Kurzpfalz am Sonntagabend in Doha zu WM-Gold geflogen.

"Ich bin so froh, dass ich das heute geschafft habe. Es wird der beste Sprung meiner Karriere gewesen sein", sagte die neue Weltmeisterin glücklich dem ZDF, nach dem sie mit dem größten Vorsprung der WM-Geschichte von 38 Zentimetern gewonnen hatte. Silber holte die Ukrainerin Maryna Bech-Romantschuk mit 6,92 Metern vor der Nigerianerin Ese Brume mit 6,91 Metern. Die viermalige Weltmeisterin Brittney Reese aus den USA hatte das Finale um einen Zentimeter verpasst.

Weitsprung (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Malaika Mihambo  Deutschland  7,30 Meter
2.  Maryna Bech-Romantschuk  Ukraine  6,92 Meter
3.  Ese Brume  Nigeria  6,91 Meter

+++ 06.10.2019: Hürdensprint-Europameisterin Roleder im WM-Halbfinale ausgeschieden +++

Europameisterin Cindy Roleder ist im Halbfinale der Leichtathletik-WM in Doha über 100 Meter Hürden ausgeschieden. In 12,86 Sekunden wurde die 30 Jahre alte WM-Zweite von 2015 nur Vierte ihres Laufs. "Ich war in Form, wenn ich die mitgenommen hatte, wäre ich im Finale", sagte Roleder nach dem Aus am Sonntag dem ZDF. Im Vorlauf habe sie mit den 12,76 Sekunden immerhin gezeigt, "dass ich da bin". Nun werde sie sich in Richtung Tokio 2020 orientieren: "Mit den Olympischen Spielen habe ich noch mal ein richtiges Ziel."

+++ 06.10.2019: Äthiopier Desisa gewinnt WM-Titel im Marathon +++

Der Äthiopier Lelisa Desisa hat den Marathon bei der Leichtathletik-WM in Doha gewonnen. In 2:10:40 Stunden holte er in der Nacht zum Sonntag den erst zweiten Marathon-Titel für sein Land seit der WM 2001 in Edmonton. Hinter Desisa, dem WM-Zweiten von 2011 und zweimaligen Boston-Marathon-Sieger, kam sein Landsmann Mosinet Geremew in 2:10:44 Stunden auf Platz zwei. Der Kenianer Amos Kipruto erreichte als Dritter elf Sekunden hinter dem Gewinner das Ziel. Callum Hawkins aus Großbritannien wurde wie bei der WM 2017 nur Vierter in 2:10:57 Minuten. Deutsche Läufer waren nicht am Start.

+++ 05.10.2019: Deutsche Frauen-Staffel in Doha Fünfte - Jamaika gewinnt WM-Gold +++

Die deutsche 4 x 100-Meter-Frauenstaffel hat bei der Leichtathletik-WM in Doha die erhoffte Medaille verpasst. Das Quartett mit Lisa-Marie Kwayie (Berlin), Yasmin Kwadwo (Leverkusen), Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) und Gina Lückenkemper (Berlin) belegte am Samstagabend in 42,48 Sekunden den fünften Platz. Die deutsche Meisterin Tatjana Pinto war wegen einer Knieverletzung schon im Vorlauf nicht dabei. WM-Gold gewann die Staffel Jamaikas in der Jahresweltbestzeit von 41,44 Sekunden vor Großbritannien (41,85) und Titelverteidiger USA (42,10).

4x100 Meter (Frauen)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.    Jamaika  41,44 sek
2.    Großbritannien  41,85 sek
3.    USA  42,10 sek

+++ 05.10.2019: Konstanze Klosterhalfen holt WM-Bronze bei 5000 Meter - ihr "bester Lauf" +++

Konstanze Klosterhalfen jubelt bei der Leichtathletik-WM über Bronze Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen hat bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewonnen. Die 22-jährige Leverkusenerin kam am Samstagabend im Khalifa-Stadion nach 14:28,43 Minuten ins Ziel. Titelverteidigerin Hellen Obiri gewann Gold in 14:26,72 Minuten vor ihrer kenianischen Teamkollegin Margaret Chelimo Kipkemboi (14:27,49).

Klosterhalfen war in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit der Doping-Sperre für Starcoach Alberto Salazar in die Schlagzeilen geraten. Sie trainiert seit dem vergangenen Jahr in dessen Nike Oregon Project in den USA und will nach der WM auch dorthin zurückkehren. Ihr Trainer ist Pete Julian, der frühere Assistent Salazars. Die Anti-Doping-Agentur der USA hatte verstörende Verstöße von Salazar und dessen Teamarzt publik gemacht und die beiden für vier Jahre gesperrt. Klosterhalfen verwies darauf, dass die Ermittlungen einen länger zurückliegenden Zeitraum betreffen.

5000 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Hellen Obiri  Kenia  14:26,72 Minuten
2.  Margaret Chelimo Kipkemboi  Kenia  14:27,49 Minuten
3.  Konstanze Klosterhalfen  Deutschland  14:28,43 Minuten

+++ 1 cm Vorsprung! Joe Kovacs gewinnt WM-Gold im Kugelstoßen +++

Der amerikanische Kugelstoßer Joe Kovacs hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha in einem spannenden Wettkampf die Goldmedaille gewonnen. Bei seinem zweiten WM-Titel nach 2015 lag Kovacs mit 22,91 Metern am Samstag einen Zentimeter vor seinem Landsmann Ryan Crouser sowie dem Neuseeländer Tomas Walsh, der als Dritter ebenfalls 22,90 Meter stieß.

Kovacs liegt mit seinen 22,91 Metern immer noch 21 Zentimeter unter dem 19 Jahre alten Weltrekord von Randy Barnes. Der deutsche Ex-Weltmeister David Storl, der seinen WM-Start in Doha wegen einer Verletzung absagen musste, hatte seine beiden WM-Titel 2011 in Daegu/Südkorea und 2013 in Moskau mit 21,78 beziehungsweise 21,73 Metern gewonnen.

Kugelstoßen (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Joe Kovacs  USA  22,91 Meter
2.  Ryan Crouser  USA  22,90 Meter
3.  Tomas Walsh  Neuseeland  22,90 Meter

+++ 05.10.2019: Geher Linke: Erst aus den Ergebnissen verschwunden, dann WM-Vierter +++

Nach einer großen Verwirrung um seinen verlorenen Chip hat Christopher Linke im 20-Kilometer-Gehen bei den Leichtathletik- Weltmeisterschaften den vierten Platz belegt. "Das ist mein bestes internationales Ergebnis", sagte der 30 Jahre alte Potsdamer am Freitagabend in Doha sichtlich stolz.

Linke kam nach 1:27:19 Stunden ins Ziel an der Strandpromenade Corniche, tauchte aber in der zweiten Rennhälfte und eine halbe Stunde nach Ende nicht in den Ergebnislisten auf - weil er seine Chips zur Zeitmessung an den Schuhen verloren hatte.

Vor nur wenigen Zuschauern am Ein-Kilometer-Kurs holte der Japaner Toshikazu Yamanishi Gold. Der Jahresschnellste und Favorit siegte in 1:26:34 Stunden vor dem unter neutralen Flagge startenden Russen Wassili Mizinow (1:26:49) und dem Schweden Perseus Karlström (1:27:00). Linkes Clubkollege Hagen Pohle wurde 16., Nils Brembach (ebenfalls Potsdam) beendete das Rennen vorzeitig.

20-km-Gehen (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Toshikazu Yamanishi  Japan  1:26,34 Stunden
2.  Wassili Mizinow  neutral/Russland  1:26,49 Stunden
3.  Perseus Karlström  Schweden  1:27,00 Stunden

+++ 04.10.2019: Gold-Barshim: "Ein Traum" - Siegerehrung nach Panne erst Samstag +++

Ganz Katar bejubelt Hochsprung-Gold für Mutaz Essa Barshim, doch seine Medaille bekommt der Volksheld erst am Samstag. Nach einer technischen Panne musste die noch für den späten Freitagabend geplante Zeremonie bei der Leichtathletik-WM in Doha verschoben werden. Laut Weltverband IAAF streikte das Soundsystem im Khalifa-Stadion. Als die drei Medaillengewinner zur Ehrung bereit standen, war die Arena schon fast leer. Zur Verwirrung der Zuschauer trug wohl auch bei, dass die Siegerehrungen bisher immer am Tag nach den Medaillenentscheidungen stattfanden.

Barshim war das sogar ganz recht. "Ich freue mich, dass die Siegerehrung erst morgen ist", sagte der 28 Jahre alte Katarer, "denn jetzt bin ich schon so müde." Zuvor hatte er mit den Fans im Stadion sein zweites WM-Gold nach dem Titel 2017 in London bejubelt. "Für mich ist das einfach nur ein Traum", betonte Barshim, der das spannende Finale mit 2,37 Metern für sich entschieden hatte. "Es war fantastisch. Alle waren hier: meine Familie, Freunde, sogar der Emir. Sie haben mich beflügelt", meinte der alte und neue Weltmeister.

Die Silbermedaille gewann der unter neutraler Flagge startende Russe Michail Akimenko mit 2,35 Metern vor seinem höhengleichen Landsmann Ilja Iwanjuk. Barshim ist nun zweifacher Weltmeister; bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war er Zweiter.

+++ 04.10.2019: Katar jubelt über Gold für Hochsprung-Held Barshim - Leeres Stadium bei Siegerehrung +++

Katars Hochsprung-Held Mutaz Essa Barshim hat seinen Titel bei der Heim-WM in Doha eindrucksvoll verteidigt und den Gastgebern die heiß ersehnte Goldmedaille beschert. Der 28-Jährige steigerte sich am Freitagabend in einem packenden Finale auf die Saisonbestleistung von 2,37 Meter. Die Silbermedaille gewann der unter neutraler Flagge startende Russe Michail Akimenko mit 2,35 Metern vor seinem höhengleichen Landsmann Ilja Iwanjuk. Barshim hatte schon vor zwei Jahren in London Gold gewonnen; bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war der Katarer Zweiter.

Siegerehrung Barshims vor nahezu leeren Rängen

Als feststeht, dass Barshim Hochsprung-Weltmeister 2019 wird, ist die Stimmung im sehr gut gefüllten Stadion auf ihrem Höhepunkt. Die Katari kennen kein Halten mehr. Doch darauf folgt schnell wieder Enttäuschung bei Reportern und TV-Zuschauern. Denn als die Siegerehrung ansteht und die drei besten Hochspringer der Welt hinter dem Podest auf ihre Medaillen warten, ist das Stadion gähnend leer. Da man eine derart stimmungsfreie Siegerehrung dem Landsmann und Held Barshim (und sich selbst) nicht zumuten will, wird die Zeremonie abgebrochen und auf den morgen Tag verschoben.

Hochsprung (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1. Mutaz Essa Barshim  Katar  2,37 Meter
2.  Michail Akimenko  neutral (Russland)  2,35 Meter
3.  Ilja Iwanjuk  neutral (Russland)  2,35 Meter

+++ 04.10.2019: Deutsches Diskus-Trio Müller, Pudenz und Vita ohne Medaille +++

Die deutschen Diskuswerferinnen haben bei der Leichtathletik-WM in Doha die Medaillenränge ganz klar verpasst. Beste Athletin eines DLV-Trios war am Freitagabend die Hallenserin Nadine Müller als Achte mit 61,55 Metern. Den WM-Titel sicherte sich die Kubanerin Yaime Perez mit glänzenden 69,17 Metern vor ihrer Teamkollegin Denia Caballero (68,44) und Titelverteidigerin Sandra Perkovic aus Kroatien (66,72).

Die deutsche Meisterin Kristin Pudenz vom SC Potsdam landete mit 57,69 Metern nur auf dem elften Rang; Claudine Vita aus Neubrandenburg wurde mit 60,77 Metern Neunte. Vor vier Jahren hatte Nadine Müller in Peking noch WM-Bronze geholt, in London gab es zwei Jahre später kein Edelmetall.

Diskuswurf (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Yaime Perez  Kuba 69,17 Meter
2.  Denia Caballero  Kuba 68,44 Meter
3.  Sandra Perkovic  Kroatien 66,72 Meter

+++ 04.10.2019: US-Amerikanerin Muhammad läuft Weltrekord über 400 Meter Hürden +++

Die US-Amerikanerin Dalilah Muhammad hat bei der Leichtathletik-WM in Doha im Finale über 400 Meter Hürden ihren Weltrekord auf 52,16 Sekunden verbessert und sich damit den Titel gesichert. Die Olympiasiegerin rannte am Freitag vier Hundertstelsekunden schneller als am 28. Juli bei der amerikanischen WM-Ausscheidung in Des Moines/USA. Zweite wurde US-Teamgefährtin Sydney McLaughlin in 52,23 Sekunden vor der Jamaikanerin Rushell Clayton, die in 53,74 Sekunden ins Ziel kam.

400 Meter Hürden (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Dalilah Muhammad  USA  52,16 sek
2.  Sydney Mclaughlin  USA  52,23 sek
3.  Rushell Clayton  Jahmika  53,74 sek

+++ 04.10.2019: Deutsche Frauen-Staffel bei WM in Doha gerade noch im Endlauf +++

Die deutsche 4 x 100-Meter-Staffel um Gina Lückenkemper ist bei der Leichtathletik-WM in Doha gerade noch ins Finale gerannt. Das Quartett belegte im zweiten Vorlauf am Freitagabend in 42,82 Sekunden nur den fünften Platz. Lisa-Marie Kwayie (Berlin), Yasmin Kwadwo (Leverkusen), Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) und Lückenkemper (Berlin) kamen aber über die Zeit weiter. "Heute haben wir wirklich mal das Glück auf unserer Seite gehabt. Hoffentlich zeigen wir morgen, was wir können", sagte Lückenkemper im ZDF.

Tatjana Pinto musste auf einen Staffelstart verzichten. Die 27 Jahre alte deutsche 100-Meter-Meisterin aus Paderborn hatte sich im 200-Meter-Halbfinale eine Muskelverletzung im Knie zugezogen. Für sie wurde Wessolly eingesetzt. Titelverteidiger USA gewann den ersten Vorlauf in 42,46 Sekunden.

Die deutschen Sprinterinnen hoffen im Finale am Samstag (21.05 Uhr/ARD) auf eine Medaille. Nicht einmal die Amerikanerinnen (42,21 Sekunden) sind in diesem Jahr schneller gewesen als das DLV-Quartett beim Berliner ISTAF, als es mit 41,67 Sekunden glänzte. "Morgen wird nochmal angegriffen: neuer Tag, neues Glück!", sagte Lückenkemper.

Die deutschen Männer um 100-Meter-Rekordhalter und Startläufer Julian Reus aus Erfurt schieden hingegen als Siebte ihres Vorlaufs in 38,24 Sekunden aus. Eine Weltjahresbestzeit erzielten die Briten in 37,56 Sekunden.

+++ 04.10.2019: Malaika Mihambo zuversichtlich für Weitsprung: "Momentan die Stärkste" +++

Die deutsche Weitspringerin Malaika Mihambo sieht ihrem Wettkampf bei der Leichtathletik-WM selbstbewusst und zuversichtlich entgegen. "Ich habe alle Wettkämpfe gewonnen, bei denen ich am Start war. Meistens mit um die 20 Zentimeter Vorsprung. Das ist außergewöhnlich und zeigt, auf welch gutem Niveau ich mich befinde", sagte die 25-Jährige in einem am Freitag veröffentlichten Interview dem "Sportbuzzer" und betonte vor der Medaillenvergabe am Sonntag (18.15 Uhr): "Von daher weiß ich, dass ich einen Puffer zu anderen Athletinnen habe. Ich weiß, dass ich momentan die Stärkste bin."

Malaika Mihambo ist in diesem Jahr bereits sechs Mal über sieben Meter gesprungen. Die 7,16 Meter von den deutschen Meisterschaften in Berlin im Sommer sind Weltjahresbestleistung. Für die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer könne sie sich auch einen Start im Sprint vorstellen, sagte die Leichtathletin von der LG Kurpfalz.

"Mein Traum ist es, auch im Sprint auf der großen internationalen Bühne zu stehen", sagte Mihambo. Einen Einzelstart über 100 Meter schloss sie aus, "weil er parallel zum Weitsprung ist". Denkbar sei die Staffel oder ein Start über die 200 Meter. "Aber das entscheiden wir, wenn es so weit ist", sagte die Weitsprung-Topfavoritin.

+++ Freitag 04.10.2019: Das bringt der Tag bei der Leichtathletik-WM in Doha +++

Nur mit Außenseiter-Chancen gehen die deutschen Diskus-Werferinnen am Freitag (19.10 Uhr MESZ/ZDF) bei der Weltmeisterschaft in Doha in den Ring. Nadine Müller brachte 2015 Bronze aus Peking mit. Diesmal steht sogar ein Trio des Deutschen Leichtathletik-Verbandes im Finale. Favoritinnen sind freilich andere: Titelverteidigerin Sandra Perkovic aus Kroatien sowie die Kubanerinnen Yaime Perez und Denia Caballero. Die deutsche Meisterin Kristin Pudenz aus Potsdam und Claudine Vita aus Neubrandenburg sind ebenfalls dabei.

Das Highlight für die Gastgeber im Khalifa-Stadion wird aber der Hochsprung: Kann sich Titelverteidiger und Volksheld Mutaz Essa Barshim bei seinem Heimspiel zum Saisonschluss steigern? Die Jahresweltbestenliste führt mit 2,35 Metern Vize-Europameister Maxim Nedasekau aus Weißrussland an. Europameister Mateusz Pryzybylko aus Leverkusen war in der Qualifikation mit 2,17 Metern gescheitert.

Auf der Straße steht derweil die nächste Hitzeschlacht an: Im 20 Kilometer Gehen fällt die Entscheidung wieder nach Mitternacht - bei Temperaturen um 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Trio aus Potsdam ist mit dem WM-Fünften von 2017, Christopher Linke, sowie Nils Brembach und Hagen Pohle dabei. Titelverteidiger ist der Kolumbianer Eider Arevalo.

+++ 03.10.2019: Niklas Kaul holt Sensations-Gold und wird jüngster Zehnkampf-Weltmeister in Doha +++

Niklas Kaul jubelt über Sensations-Gold im Zehnkampf bei der Leichtathletik-WM in Doha. Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Nikolas Kaul hat für eine Sensation in Doha gesorgt. Der Mainzer ist als zweiter Deutscher Weltmeister geworden, und das als jüngster - mit gerade einmal 21 Jahren - in der WM-Geschichte. Zuvor hat das nur der Schweriner Torsten Voss 1987 bei der WM in Rom geschafft. Mit 8691 Punkten eroberte der neue "Zehnkampf- König" völlig unerwartet nach einer fantastischen Aufholjagd noch Platz eins. Silber und Bronze gingen an Maicel Uibo aus Estland (8604) und Damian Warner aus Kanada (8529). Der Ulmer Tim Nowak erreichte Rang 10.

Erfahren Sie hier alles über den Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul

Mehr als Schadensbegrenzung bei Niklas Kaul

"Dass es das am Ende wird - keine Ahnung, wie das passiert ist. Ich bin nicht der beste Zehnkämpfer, der hier angetreten ist, aber vielleicht der konstanteste", sagte der Held des Abends bescheiden in der ARD. Kaul lag nach den fünf Disziplinen des ersten Wettkampftages nur an elfter Stelle und sprach allein davon, "Schadensbegrenzung" betreiben zu wollen - was er laut seinen Eltern, die den Wettkampf live im Stadion erlebten, an jedem ersten Wettkampftag behauptet.

Kaul katapultiert Speer auf Rekordweite

Besonders viel Vergnügen hatte er einmal mehr am Speerwurf, seiner Königsdisziplin im Mehrkampf. Mit 79,05 Meter steigerte er seine persönliche Bestweite um 56 Zentimeter. Damit katapultierte sich Kaul auf Platz drei und vor dem abschließenden Lauf über 1500 Meter - nur 19 Punkte entfernt von dem bis dahin an der Spitze liegenden Uibo.

"Dafür muss man eine Peitsche im Arm haben", sagte ARD-Experte Frank Busemann, der Olympia-Zweite von 1996, begeistert von Kauls Super-Speerwurf. Schon vor der WM hatte er desen Abgeklärtheit großen Respekt gezollt: "Als wäre er schon zehn Jahre auf höchstem Niveau dabei."

Dagegen hatte der WM-Dritte 2017, Kai Kazmirek von der LG Rhein Wied, Pech. Im Hürdensprint war sein Traum von einer weiteren Medaille geplatzt. Der 28 Jahre alte Zehnkämpfer blieb am vierten Hindernis hängen, kam ins Straucheln und schied aus. Nach dem ersten Tag hatte er mit 4315 Punkten auf Rang sieben gelegen - mit Aussicht auf Edelmetall. "Riesen-Chapeau vor Niklas. Er ist sehr weit für sein Alter, auch im Kopf", sagte Kazmirek. "Er weiß genau, was er will."

Verletzt aufgeben musste Titelverteidiger und Weltrekordler Kevin Mayer aus Frankreich.

Den WM-Titel im Siebenkampf hatte sich zuvor Katarina Johnson-Thompson aus Großbritannien erkämpft. Mit 6981 Punkten entthronte sie die Belgierin Nafissatou Thiam. Die Olympiasiegerin holte mit nur vier Zählern weniger die Silbermedaille.

Zehnkampf (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1. Niklas Kaul Deutschland 8691 Punkte
2.  Maicel Uibo  Estland  8604 Punkte
3.  Damian Warner  Kanada  8529 Punkte

+++ Siebenkampf: Britin Johnson-Thompson holt WM-Gold - Olympiasiegerin Thiam Zweite +++

Katarina Johnson-Thompson aus Großbritannien ist neue Weltmeisterin im Siebenkampf. Mit 6981 Punkten entthronte sie am Donnerstagabend bei der Leichtathletik-WM in Doha die Belgierin Nafissatou Thiam. Die Olympiasiegerin holte mit nur vier Zählern weniger die Silbermedaille. Dritte wurde die Österreicherin Verena Preiner mit 6560 Punkten.

Die deutsche Vizeweltmeisterin von 2017, Carolin Schäfer aus Frankfurt am Main, musste die Reise nach Katar wegen einer Verletzung kurz vor der WM absagen. Sie hatte sich als einzige deutsche Siebenkämpferin für die Welttitelkämpfen qualifiziert.

Siebenkampf (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Katarina Johnson-Thompson  Großbritannien  6981 Punkte
2.  Nafissatou Thiam  Belgien  6977 Punkte
3.  Verena Preiner  Österreich  6560 Punkte

+++ 03.10.2019: Christina Schwanitz schnappt sich Bronze im Kugelstoßen +++

Die deutsche Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat bei der ersten Weltmeisterschaft nach der Geburt ihrer Zwillinge Bronze geholt. Die 33-Jährige vom LV 90 Erzgebirge jubelte am Donnerstagabend in Doha über 19,17 Meter. Gold holte Titelverteidigerin und Topfavoritin Gong Lijiao aus China mit 19,55 Metern. Silber ging an die Jamaikanerin Danniell Thomas-Dodd mit 19,47.

Schwanitz blieb im Khalifa-Stadion zwar unter ihrer Saisonbestweite von 19,47 Metern, glänzte aber als Dritte. Sie war 2015 bereits Weltmeisterin, nach ihrer Babypause gewann sie bei der Heim-EM 2018 in Berlin Silber.

Kugelstoßen (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Gong Lijiao  China  19,55 Meter
2.  Danniell Thomas-Dodd  Jamaika  19,47 Meter
3.  Christina Schwanitz  Deutschland  19,17 Meter

+++ 03.10.2019: Orlando Ortega wird nachträglich WM-Bronze im Hürdenlauf zugesprochen +++

Der spanische Hürdensprinter Orlando Ortega hat bei der Leichtathletik-WM nachträglich Bronze zugesprochen bekommen. Ein zweiter Einspruch seines Teams war am Donnerstag erfolgreich, wie der Leichtathletik-Weltverband IAAF in Doha mitteilte. Ortega ist nach Ansicht der Jury auf Rang drei liegend durch den Jamaikaner Omar McLeod im Finale über 110 Meter Hürden behindert worden. Der gebürtige Kubaner erhielt nun eine zweite Bronzemedaille neben dem Franzosen Pascal Martinot-Lagarde. Gold hatte der Amerikaner Grant Holloway gewonnen.

Hürdenlauf (Männer)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Grant Holloway  USA  
2.  Pascal Martinot-Lagarde  Frankreich  
3.  Orlando Ortega  Spanien  

+++ 03.10.2019: Zehnkämfer Kai Kazmirek patzt im Hürdenlauf in Katar +++

Für den früheren Weltmeisterschaftsdritten Kai Kazmirek von der LG Rhein Wied ist bei der Leichtathletik-WM in Doha der Traum von einer weiteren Medaille geplatzt. Der 28 Jahre alte Zehnkämpfer blieb am Donnerstag zum Auftakt des zweiten Wettkampftages an der vierten Hürde hängen, kam ins Straucheln und schied aus. Nach den ersten fünf Disziplinen hatte er mit 4315 Punkten auf dem siebten Rang der Wertung gelegen. Noch im WM-Rennen sind U23-Europameister Niklas Kaul aus Mainz und der Ulmer Tim Nowak.

"Kai war in Topform. Er hatte sich für den zweiten Tag so viel vorgenommen", sagte der deutsche Cheftrainer Alexander Stolpe. 2Das ist wirklich schade." Im vergangenen Jahr hatte Kazmirek den Start bei der Heim-EM in Berlin wegen einer Verletzung absagen müssen.

+++ 03.10.2019: Das bringt der Tag bei der Leichtathletik-WM +++

Die Mehrkampf-Medaillen werden am Donnerstag (15.35 Uhr/ARD) bei der Leichtathletik-WM in Doha vergeben. Weltrekordler Kevin Mayer aus Frankreich lauert nach dem ersten Tag auf Rang drei. Der Olympia-Dritte Damian Warner führt vor seinem kanadischen Landsmann Pierce Lepage. Die Deutschen Kai Kazmirek und Niklas Kaul haben nach fünf Disziplinen einigen Abstand zu den Podest-Plätzen.

Im Siebenkampf ohne deutsche Starterin führt die Britin Katarina Johnson-Thompson nach vier Disziplinen mit 4138 Punkten vor der belgischen und Titelverteidigerin Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (4042). Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer aus Frankfurt/Main musste wegen Kniebeschwerden absagen. Erstmals bei einer WM werden der Zehnkampf und der Siebenkampf parallel ausgetragen.

Kugelstoßerin Christina Schwanitz hofft im Khalifa-Stadion auf eine Überraschung. Im Kugelstoßen war Schwanitz 2015 Weltmeisterin. Inzwischen ist sie 33 und die Mutter von Zwillingen. Die zweifache Europameisterin vom LV 90 Erzgebirge reiste mit der Empfehlung von 19,37 Metern und als Nummer fünf der Welt an. Die Qualifikation überstand sie ohne Probleme, für eine Medaille müsste sie sich noch steigern. Titelverteidigerin und Topfavoritin ist die Chinesin Gong Lijiao, die in diesem Jahr bereits auf 20,31 Meter kam.

+++ 02.10.2019: Asher-Smith holt als erste Britin WM-Gold über 200 Meter +++

Die Britin Dina Asher-Smith ist Weltmeisterin über 200 Meter. Im Finale der Leichtathletik-WM in Doha siegte sie am Mittwoch in 21,88 Sekunden vor der Amerikanerin Brittany Brown, die 34 Hundertstelsekunden langsamer war. Platz drei belegte die Schweizerin Mujinga Kambundji mit einer Zeit von 22,51 Sekunden. Für Asher-Smith war es nach Silber über die 100-Meter-Distanz die zweite Einzelmedaille in Katar. Sie ist die erste britische Sprinterin überhaupt, die WM-Gold gewinnen konnte.

Das deutsche Trio Tatjana Pinto (Paderborn), Lisa Marie Kwayie (Berlin) und Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) war im Halbfinale ausgeschieden.

200 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Dina Asher-Smith  GBR  21,88 sek
2.  Brittany Brown  USA  22,22 sek
3.  Mujinga Kambundji SUI  22,51 sek

+++ 02.10.2019: WM-Dritter Kazmirek nach erstem Zehnkampftag Siebter +++

Der Weltmeisterschaftsdritte Kai Kazmirek von der LG Rhein Wied liegt bei der Leichtathletik-WM in Doha nach dem ersten Tag auf dem siebten Platz. Nach den ersten fünf Disziplinen am Mittwoch sammelt er 4315 Punkte. Der U23-Europameister Niklas Kaul aus Mainz kam mit 4164 Punkten in der Zwischenwertung auf Rang elf. Der Ulmer Tim Nowak liegt mit 4090 Zählern auf dem 16. Platz.

Weltrekordler Kevin Mayer muss auf dem Weg zur Titelverteidigung kämpfen. Der Franzose liegt mit 4483 Punkten nur an dritter Stelle. Der Olympia-Zweite Damien Warner aus Kanada ist mit 4513 Zählern Spitzenreiter vor seinem Landsmann Pierce Lepage, der 4486 Punkte auf dem Konto hat.

+++ 02.10.2019: Kugelstoßerin Christina Schwanitz mühelos im WM-Finale von Doha +++

Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat die Qualifikation bei der Leichtathletik-WM in Doha gleich mit dem ersten Versuch gemeistert. Die 33 Jahre alte Ex-Weltmeisterin vom LV 90 Erzgebirge kam am Mittwochabend auf 18,52 Meter und erreichte damit die siebtbeste Weite. Überrascht war sie, dass es in dem gekühlten Khalifa-Stadion doch so kalt war: "Ich hätte es wärmer erwartet. Die meiste Zeit verschwendet man mit Aus- und Anziehen."

Sara Gambetta vom SV Halle/Saale verpasste mit 18,01 Metern den Endkampf der zwölf Besten um drei Zentimeter. Alina Kenzel aus Waiblingen schied mit 17,46 erwartungsgemäß ebenfalls aus. Die beste Weite zeigte Danniel Thomas-Dodd aus Jamaika mit 19,32.

+++ 02.10.2019: Konstanze Klosterhalfen rennt in den WM-Endlauf über 5000 Meter +++

Konstanze Klosterhalfen hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha das Finale über 5000 Meter erreicht. Die 22 Jahre alte Leverkusenerin kam am Mittwochabend als Zweite ihres Vorlaufs nach 15:01,57 Minuten ins Ziel. Klosterhalfen rannte offenbar unbeeindruckt vom Doping-Skandal um Starcoach Alberto Salazar, bei dessen Nike Oregon Projekt in die USA sie seit vergangenem Jahr trainiert.

Den Endlauf am Samstag (20.25 Uhr) verpasste Hanna Klein aus Schorndorf. Hallen-Vize-Europameisterin Klosterhalfen gilt als große Medaillenhoffnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, nachdem sie in diesem Jahr jeweils drei nationale Rekorde in der Halle und im Freien aufgestellt hat und in die Weltspitze gerannt ist. Bei den deutschen Meisterschaften im August in Berlin verbesserte sie die Bestmarke über 5000 Meter auf 14:26,76 Minuten.

+++ 02.10.2019: Das bringt der Tag bei der Leichtathletik-WM +++

Startschuss für die Mehrkämpfer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha: Erstmals treten die Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen am gleichen Tag an. Bei den sogenannten Königen der Athleten zählen Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied und der Mainzer Niklas Kaul zum Kreis der Medaillenkandidaten. Als Topfavorit gilt der Franzose Kevin Mayer, der mit 9126 Punkten den Weltrekord hält.

Im Siebenkampf sind die deutschen Leichtathleten nicht vertreten: Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer musste wegen Kniebeschwerden absagen und konzentriert sich ganz auf die Olympia-Vorbereitung. Im deutschen Team schaut alles auf Konstanze Klosterhalfen: Die Leverkusenerin bestreitet nach den Doping-Schlagzeilen um den Star-Trainer Alberto Salazar den Vorlauf über 5000 Meter. Der Amerikaner leitet das Nike Oregon Project in den USA, wo Klosterhalfen bei dessen Assistenten Pete Julian trainiert. Salazar wurde am Montag für vier Jahre gesperrt.

In der Kugelstoß-Qualifikation muss sich Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge bewähren. Die Mutter von Zwillingen ist mit 19,37 Metern derzeit die Nummer fünf der Weltjahresbestenliste. Medaillen werden über 200 Meter bei den Frauen vergeben. Favoritinnen sind Olympiasiegerin Elaine Thompson und 100-Meter-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika sowie Europameisterin Dina Asher-Smith aus Großbritannien. Die Nigerianerin Blessing Okagbare und Titelverteidigerin Dafne Schippers aus den Niederlanden werden ebenfalls hoch eingeschätzt.

+++ 01.10.2019: Europameisterin Hussong verpasst WM-Medaille als Vierte +++

Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong hat bei der Leichtathletik-WM in Doha eine Medaille verpasst. Im Finale am Dienstag gelang der 25 Jahre alten dreimaligen deutschen Meisterin im sechsten Versuch der beste Wurf mit 65,21 Metern, der aber nur noch zum vierten Platz reichte. Bis zum fünften Versuch hatte die Werferin aus Zweibrücken noch auf dem Bronzerang gelegen. Mit dem letzten Wurf sicherte sich Kelsey-Lee Barber aus Australien mit 66,56 Metern den WM-Titel. Damit überflügelte sie auch noch die beiden Chinesinnen Lui Shiying (65,88 Meter) und Lyu Huihui (65,49). "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe alles gegeben", kommentierte Hussong den vierten Platz. "Das ist nicht so toll, aber immerhin mein bestes WM-Ergebnis."

Speerwurf (Frauen) 

Platz Athletin Land Ergebnis
1. Kelsey-Lee Barber   AUS  66,56 m
2. Shiying Liu  CHN  65,88 m
3. Huihui Lyu  CHN  65,49 m

+++ 01.10.2019: Kendricks wieder Stabhochsprung-Weltmeister - Lita Baehre Vierter +++

Stabhochspringer Sam Kendricks hat seinen Titel bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha eindrucksvoll verteidigt. Der 27 Jahre alte Amerikaner gewann die spannende Konkurrenz im Khalifa-Stadion am Dienstagabend mit 5,97 Metern. Europameister Armand Duplantis aus Schweden holte mit der gleichen Höhe Silber und damit seine erste WM-Medaille. Der Pole Piotr Lisek landete mit 5,87 Metern auf dem dritten Platz. Das Finale der besten Zwölf wurde vom hochklassigen Duell zwischen US-Routinier Kendricks und dem acht Jahre jüngeren Duplantis dominiert.

Für die beiden deutschen Stabartisten war jeweils bei 5,70 Metern Endstation: Diese Höhe reichte für den Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre aufgrund weniger Fehlversuche sogar noch zu einem achtbaren vierten Platz. Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe wurde drei Tage nach seinem 30. Geburtstag mit 5,70 Metern Sechster. In der Qualifikation war der Routinier vom LAZ Zweibrücken nervenstark sogar fünf Zentimeter höher gesprungen. 2013 hatte sich Holzdeppe in Moskau zu Gold aufgeschwungen, 2015 wurde es in Peking noch einmal Silber.

Stabhochsprung (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Sam Kendricks  USA  5,97 m
2.  Armand Duplantis  Schweden  5,97 m
3.  Piotr Lisek  Polen  5,87 m

+++ 01.10.2019: US-Sprinter Noah Lyles holt WM-Gold über 200 Meter +++

Die amerikanische Sprint-Hoffnung Noah Lyles hat bei seiner WM-Premiere in Doha gleich Gold über 200 Meter gewonnen. Der 22 Jahre alte Favorit setzte sich am Dienstagabend in 19,83 Sekunden durch. Die Silbermedaille holte der Kanadier Andre de Grasse in 19,95 Sekunden vor Alex Quinonez aus Ekuador in 19,98 Sekunden.

200 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Noah Lyles USA  19,83 sek
2.  Andre De Grasse CAN  19,95 sek
3.  Alex Quinonez ECU  19,98 sek

+++ 01.10.2019: WM-Aus für Hochsprung-Europameister Przybylko: "Nicht mein Jahr"+++

Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko ist bei der Leichtathletik-WM in Doha in der Qualifikation ausgeschieden. Der Leverkusener riss am Dienstag die 2,22 Meter bei allen drei Versuchen und überwand damit nur 2,17 - 18 Zentimeter weniger als seine Besthöhe. Der 27-Jährige hatte sich nach einer weitgehend verkorksten Saison nur mühsam für die Titelkämpfe in Katar qualifiziert.

"Ich kann keine Worte dafür finden, was passiert ist. Es ist wie in der ganzen Saison gewesen", sagte Przybylko. "Ich bin total enttäuscht von mir, weil ich körperlich topfit bin. Nur vom Kopf her bin ich nicht da." Dabei hatte er gehofft, dass nach dem 2,30-Meter-Sprung beim ISTAF-Meeting in Berlin vor einem Monat, der Knoten geplatzt wäre. "Ich muss das jetzt hinter mir lassen, es ist nicht mein Jahr gewesen", meinte er mit Blick auf die Olympischen Spielen in gut zehn Monaten in Tokio.

+++ 01.10.2019: WM-Start für Konstanze Klosterhalfen und Mehrkämpfer in Doha +++

Toptalent Konstanze Klosterhalfen muss am Mittwoch auf dem Weg zur erhofften Medaille im 5000-Meter-Vorlauf antreten. Der Start der 22 Jahre alten Leverkusenerin bei der Leichtathletik-WM in Doha wird allerdings durch die vierjährige Dopingsperre von Star-Coach Alberto Salazar belastet. Der Amerikaner leitet das Nike Oregon Project in den USA, wo Klosterhalfen seit Ende 2018 trainiert.

Erstmals in der WM-Geschichte treten Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen am gleichen Tag an. Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied und der Mainzer Niklas Kaul zählen zum Kreis der Medaillenkandidaten. Eine deutsche Siebenkämpferin ist nach der verletzungsbedingten Absage von Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer nicht dabei. Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge muss erst einmal durch die Qualifikation.

+++ 01.10.2019: Marathon-Tortur: Äthiopiens Verband ordnet Pause für WM-Starter an +++

Äthiopiens Leichtathletik-Verband hat für alle seine Starter beim WM-Marathon in Doha eine dreimonatige Pause angeordnet. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, ist diese Entscheidung aus Sorge um die Gesundheit der Läufer getroffen worden. Eine Missachtung der Anordnung könne "zu verschiedenen Konsequenzen führen".

Beim Frauen-Marathon am vergangenen Freitag herrschten Temperaturen um 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent. Nur 40 der 68 Teilnehmerinnen waren ins Ziel gekommen, darunter sind auch die drei Äthiopierinnen gewesen. Der Marathon der Männer wird am Samstag ausgetragen.

+++ 01.10.2019: Fall Salazar: DLV will Gespräch mit Klosterhalfen suchen +++

Der Deutsche Leichtathletik-Verband will nach der Sperre für den US-Trainer Alberto Salazar wegen Anti-Doping-Verstößen das Gespräch mit seiner Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen suchen. "Wenn man die genaue Faktenlage kennt, werden wir sicher das Gespräch mit der Athletin und ihrem Betreuerteam suchen, um abzustimmen, wie zukünftig das Trainingsumfeld sein wird", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die 22 Jahre alte Klosterhalfen trainiert seit Herbst 2018 beim Oregon Project, allerdings nach ihren Aussagen nur beim Salazar-Assistenten Pete Julian. Project-Chefcoach Salazar ist von einem amerikanischen Schiedsgericht für vier Jahre gesperrt worden. Die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) gab die Entscheidung bekannt. "Das kam in dieser Heftigkeit überraschend, obwohl es immer wieder Vorwürfe und Gerüchte gab", sagte Kessing. "Dass man ihn so massiv aus dem Verkehr zieht, während die WM in Doha läuft, ist dramaturgisch gut gemacht."

+++ 01.10.2019: Das bringt der Tag bei der Leichtathletik-WM +++

Nach der ersten Medaille durch Gesa Krause über 3000 Meter Hindernis gehen die deutschen Leichtathleten in Doha zumindest mit Außenseiterchancen in den fünften Wettkampftag der Weltmeisterschaften. Weiteres Edelmetall nach Bronze vom Montagabend ist durchaus möglich.

Im Stabhochsprung (19.05 Uhr/ARD) mit dem schwedischen Teenager Armand Duplantis haben der deutsche Meister Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken und Bo Kanda Lita Baehre aus Leverkusen in der Qualifikation überzeugt. Für eine Medaille müsste angesichts der starken Konkurrenz aber alles klappen. Titelverteidiger Sam Kendricks aus den USA und sieben weitere Springer meisterten in der Quali 5,75 Meter. Der Pole Piotr Lisek und Duplantis sind besonders zu beachten. Dem erst 19 Jahre alten Europameister gehört die Zukunft.

Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong hat aus eigener Sicht ein halbes Dutzend Konkurrentinnen, die im Finale (20.20 Uhr/ARD) neben der 25-Jährigen aus Zweibrücken allesamt für die Medaillen in Frage kommen. Favoritin ist die Chinesin Lyu Huihui, die 2015 Silber und 2017 Bronze holte. Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien hat nach ihrer Babypause die 64 Meter in diesem Jahr noch nicht übertroffen.

Über die 200 Meter (21.40 Uhr/ARD) sind die US-Sprinter nach dem 100-Meter-Titel von Christian Coleman erneut favorisiert. Noah Lyles lief in diesem Jahr schon 19,50 Sekunden und war auch am Montagabend im Halbfinale in 19,86 Sekunden der Schnellste, ohne sich voll zu verausgaben. Dem 22 Jahre alten Amerikaner fehlen zum Weltrekord des zurückgetreten Superstars Usain Bolt nur noch 31 Hundertstelsekunden. Zu seinen Herausforderern im Endlauf zählt der Kanadier André de Grasse, der über 100 Meter schon Bronze holte.

+++ 30.09.2019: Norweger Karsten Warholm verteidigt WM-Gold über 400 Meter Hürden +++

Der Norweger Karsten Warholm hat seinen Weltmeistertitel über 400 Meter Hürden erfolgreich verteidigt. Im Finale der Leichtathletik-WM in Doha siegte er am Montag in 47,42 Sekunden vor dem US-Amerikaner Rai Benjamin, der 47,66 Sekunden bis ins Ziel benötigte. Auf den dritten Rang lief Abderrahman Samba vom WM-Gastgeber Katar in 48,03 Sekunden. Der deutsche WM-Debütant Luke Campbell (Frankfurt/Main) war bis ins Halbfinale gekommen. Constantin Preis (Sindelfingen) schied im Vorlauf aus.

400 Meter Hürden (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Karsten Warholm  Norwegen  47,42 Sekunden
2.  Rai Benjamin  USA  47,66 Sekunden
3.  Abderrahman Samba  Katar  48,03 Sekunden

+++ 30.09.2019: Imke Onnen wird Neunte im Hochsprung - Dritter WM-Titel für Lasizkene +++

Die unter neutraler Flagge startende Russin Marija Lasizkene ist zum dritten Mal in Serie Weltmeisterin im Hochsprung geworden. Im Finale der Leichtathletik-WM am Montag in Doha gewann sie mit 2,04 Meter vor Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine, die ebenfalls die Höhe mit mehr Fehlversuchen meisterte. WM-Bronze gewann die US-Amerikanerin Vashti Cunningham mit 2,00 Meter.

Die zweimalige deutschen Hallen-Meisterin Imke Onnen aus Hannover erreichte mit 1,89 Meter den 9. Platz. Wegen einer Verletzung musste die EM-Dritte Marie-Laurence Jungfleisch aus Freiburg die WM absagen.

Hochsprung (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Marija Lasizkene  Russland  2,04 Meter
2.  Jaroslawa Mahutschich  Ukraine  2,04 Meter
3.  Vashti Cunningham  USA  2,00 Meter

+++ 30.09.2019: Martin Wierig wird WM-Achter im Diskuswerfen - Schwede Stahl neuer Weltmeister +++

Diskuswerfer Martin Wierig hat die Leichtathletik-WM in Doha als Achter beendet. Der 32 Jahre alte Magdeburger warf am Montag im Finale 64,98 Meter weit. Neuer Weltmeister wurde der Schwede Daniel Stahl mit 67,59 Meter vor Fedrick Dacres aus Jamaika, der 66,94 Meter weit warf. Der Österreicher Lukas Weisshaidinger wurde mit 66,82 Meter Dritter. Es ist die erste Männer-Medaille für sein Land in der WM-Geschichte.

Olympiasieger Christoph Harting spielte bei der Medaillenvergabe keine Rolle. Der Berliner war in der Qualifikation gescheitert. Auch David Wrobel aus Magdeburg schaffte den Einzug in den Endkampf nicht. Für den deutsche Meister Wierig war es die fünfte WM. Seine bisher besten internationalen Ergebnisse waren Platz vier bei der WM 2013 und Rang sechs bei Olympia 2012.

Diskuswurf (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Daniel Stahl  Schweden  67,59 Meter
2.  Fedrick Dacres  Jamaika  66,94 Meter
3.  Lukas Weisshaidinger  Östereich  66,82 Meter

+++ 30.09.2019: Gesa Felicitas Krause im Bronze-Glück: Hindernisläuferin holt 1. deutsche WM-Medaille +++

Gesa Krause hat bei der Leichtathletik-WM in Doha mit Bronze über 3000 Meter Hindernis die erste Medaille für das deutsche Team geholt. Die Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier kam am Montagabend in deutscher Rekordzeit von 9:03,30 Minuten ins Ziel und freut sich unendlich über diesen Erfolg. Sie wagte es nicht, dieses Ziel vorher auszusprechen, "weil ich immer das Gefühl hab, das bringt Unglück, wenn man das so explizit sagt", verriet sie im ZDF-Interview direkt nach dem Lauf. Gold im Khalifa-Stadion von Katars Hauptstadt gewann Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech aus Kenia in 8:57,84 Minuten. Zweite wurde die Amerikanerin Emma Coburn in 9:02,35.

3000 Meter Hindernis (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Beatrice Chepkoech  Kenia  8:57,84 Minuten
2.  Emma Coburn  USA  9:02,35 Minuten
3.  Gesa Felicitas Krause  Deutschland  9:03,30 Minuten

+++ 30.09.2019: Speerwurf-Europameisterin Hussong souverän im WM-Endkampf +++

Am vierten Wettkampftag kam Hochspringerin Imke Onnen aus Hannover im Finale über 1,89 Meter und Platz neun nicht hinaus - fünf Zentimeter fehlten zur persönlichen Bestleistung. Dagegen greift Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong auch in Doha nach einer Medaille. Bereits mit dem ersten Wurf übertraf die Zweibrückenerin am Montag mit 65,29 Metern die Qualifikationsweite von 63,50 Metern deutlich. Damit ist sie im Finale "Es gibt mir Selbstbewusstsein, doch die 65 Meter zählen im Finale gar nichts", sagte Hussong. Der Medaillenkampf wird am Dienstag (20.20 Uhr/MESZ) ausgetragen. Annika Marie Fuchs vom SC Potsdam schied mit 58,16 Metern aus.

+++ 30.09.2019: Gebrselassie - Marathonläuferinnen hätten in Doha sterben können +++

Äthiopiens früherer Wunderläufer Haile Gebrselassie sieht die extremen Bedingungen bei der Leichtathletik-WM in Doha als lebensgefährlich an. Deshalb hätten die Titelkämpfe nie an Katars Hauptstadt vergeben werden dürfen. "Gott bewahre, aber Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben können", sagte der 46-Jährige am Montag der Nachrichtenagentur AP.

"Es war ein Fehler, die Weltmeisterschaften bei solch heißem Wetter in Doha auszutragen, besonders das Marathonrennen. Als jemand, der so lange in diesem Sport aktiv war, finde ich das inakzeptabel", meinte der mehrmalige Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler.

Angesichts dieser Extreme im Golfstaat Katar hätte man nach Meinung Gebrselassies auf die Marathonrennen ganz verzichten müssen - oder auf Halbmarathonwettbewerbe ausweichen können.

Beim Frauen-Marathon wurden nachts 32,7 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 73,3 Prozent gemessen. Die Siegerzeit der Kenianerin Ruth Chepngetich war die schlechteste in einem WM-Marathon. Nur 40 der 68 gestarteten Teilnehmerinnen kamen nach 42,195 Kilometern ins Ziel. Der Männer-Marathon findet erst in der Nacht zum Sonntag statt.

+++ 30.09.2019: Pinto und Kwayie laufen über 200 Meter ins WM-Halbfinale +++

Die beiden deutschen Sprinterinnen Tatjana Pinto und Lisa Marie Kwayie sind bei der Leichtathletik-WM in Doha über 200 Meter ins Halbfinale gelaufen. Die Paderbornerin Pinto verbesserte im Vorlauf am Montag ihre persönliche Bestzeit auf 22,63 Sekunden. Auch die Berlinerin Kwayie lief in 22,77 Sekunden schneller als jemals zuvor. Das Halbfinale wird am Dienstag ausgetragen.

+++ 30.09.2019: Sprinterin Lückenkemper zur Staffel-Chance bei WM: "Können laufen" +++

Die Europameisterschafts-Zweite Gina Lückenkemper ist trotz der mäßigen Präsentation im Einzel bei der Leichtathletik-WM in Doha optimistisch, dass mit der 4 x 100 Meter-Staffel ein Medaillengewinn möglich ist. "Nur wenn es im Einzel nicht geklappt hat, heißt das nicht, dass es mit der Staffel nicht klappt", sagte die 22 Jahre alte Sprinterin vom SSC Berlin. Sie ist mit mäßigen 11,30 Sekunden am Sonntag im Halbfinale ebenso ausgeschieden wie die Paderbornerin Tatjana Pinto (11,29). Die Sprint-Staffeln der Frauen beginnen den Medaillenkampf am Freitag, das Finale wird am Samstag ausgetragen.

+++ 30.09.2019:Das bringt der Tag bei der Leichtathletik-WM +++

Holt Hindernisläuferin Gesa Krause wie vor vier Jahren bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft eine Medaille? Die 27-Jährige aus Frankfurt/Main, die für den Verein Silvesterlauf Trier startet und im vergangenen Jahr in Berlin Europameisterin wurde, hat sich ein Jahr lang auf dieses Rennen am Montag (20.50 Uhr/ZDF) vorbereitet. Martin Wierig kann endlich etwas aus dem Schatten von Christoph Harting und dessen Bruder Robert, der 2012 Olympiasieger war und 2009, 2011 und 2013 Weltmeister, treten. Der deutsche Meister aus Magdeburg bestreitet seine fünfte WM.

Das Hochsprung-Finale findet mit der zweimaligen deutschen Hallen-Meisterin Imke Onnen aus Hannover statt, die damit ihr Soll schon mehr als erfüllt hat. Über 400 Meter Hürden gilt der Norweger Karsten Warholm als Topfavorit. Der 23 Jahre alte Titelverteidiger kam mit 46,92 Sekunden in diesem Jahr dem Weltrekord des Amerikaners Kevin Young von 1992 (46,78) schon sehr nahe.

+++ 29.09.2019: Erste Medaille für neutrales Team: Russin Sidorowa gewinnt WM-Gold +++

Die russische Stabhochspringerin Anschelika Sidorowa hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha Gold und damit die erste Medaille für das Team Neutraler Athleten gewonnen. Im Finale überquerte die 28-Jährige am Sonntagabend im dritten Versuch 4,95 Meter. Silber holte die Amerikanerin Sandi Morris (4,90 Meter). Titelverteidigerin Katerina Stefanidi aus Griechenland übersprang 4,85 Meter und wurde Dritte. Lisa Ryzih aus Ludwigshafen kam als 17. nicht über 4,50 Meter hinaus. Seit der Sperre des russischen Leichtathletik-Verbandes Ende 2015 wegen des Dopingskandals im Land dürfen dessen Athleten nur unter neutraler Flagge starten - wenn sie zuvor bestimmte Bedingungen erfüllt haben. Bei der WM in Doha starten 30 russische Sportler im neutralen Team.

+++ 29.09.2019:4. Weltmeistertitel für Jamaikanerin Fraser-Pryce über 100 Meter +++

Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce ist zum vierten Mal nach 2009, 2013 und 2015 Weltmeisterin über 100 Meter geworden. In 10,71 Sekunden setzte sie sich am Sonntag im Finale der Leichtathletik-WM in Doha gegen Europameisterin Dina Asher-Smith durch. Die Britin kam in 10,83 Sekunden ins Ziel. WM-Bronze holte Marie-Josée Ta Lou von der Elfenbeinküste in 10,93 Sekunden. Die beiden deutschen Sprinterinnen Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Tatjana Pinto (LC Paderborn) waren im Halbfinale ausgeschieden.

+++ 29.09.2019: Weltverband prüft Blutdoping-Vorwürfe gegen Kenias Leichtathleten +++

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF will Blutdoping-Vorwürfe gegen Kenia untersuchen. Dies teilte die Integritätskommission AIU am Sonntag am Rande der WM in Doha mit. Die AIU reagiert damit auf einen Bericht der ZDF-"Sportreportage" über zwei kenianische Leichtathleten, die kurz vor der WM mit dem Blutdopingmittel EPO behandelt worden sein sollen.

Wie in der Sonntag vor einer Woche ausgestrahlten Sendung berichtet wurde, handelt es sich um einen Sportler und eine Sportlerin. Die Top-Athleten aus dem Nationalteam seien mit versteckter Kamera gefilmt worden, wie sie EPO direkt in die Vene injiziert bekamen.

"Wir haben eine Untersuchung gestartet, die aber noch am Anfang ist", sagte AIU-Geschäftsführer Brett Clothier. Er sprach von "ernsthaften Vorwürfen". Die beiden Athleten seien aber noch nicht identifiziert. Der TV-Beitrag vermittele den Eindruck, als sei EPO in Kenia "jederzeit verfügbar". Ein anonym gebliebener Arzt hatte dem ZDF gesagt, dass er mit verschiedenen Nationalmannschaftsmitgliedern in Kontakt sei, die im Training EPO einsetzen würden.

Kenia gehört zu den führenden Lauf-Nationen auf der Welt. Dutzende kenianische Sportler sind in den vergangenen Jahren für Doping-Vergehen bestraft worden.

+++ 29.09.2019: 10.000-Meter-Läuferin Alina Reh nach bitterem WM-Aus wohlauf +++

Lauftalent Alina Reh ist nach ihrem aufsehenerregenden Aus im 10.000-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften wieder wohlauf. "Mein Bauch ist noch etwas flau, aber sonst geht es mir körperlich gut", sagte die 22-Jährige vom SSV 1846 Ulm am Sonntag in Doha. Reh war am Samstagabend nach 13 von 25 Runden mit Magenkrämpfen ausgestiegen. Sie krümmte sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bahn und wurde mit dem Rollstuhl in die Stadion-Katakomben gebracht.

Reh hatte sogar in den Anfangsrunden bei nicht zu hohem Tempo überraschend die Führung übernommen, fiel dann aber deutlich zurück. "Die Bauchkrämpfe kamen gestern ziemlich schlagartig. Ich kannte das schon, aber eher von ruhigeren Läufen, nicht bei hoher Geschwindigkeit, daher war ich ziemlich in Panik", erklärte die mehrfache Junioren-Europameisterin und räumte ein: "Vom Kopf her ist es jetzt schwierig, ich brauche noch ein bisschen, um das für mich zu sortieren."

Die Ursache der Magenprobleme sind nach Angaben des deutschen Teamarztes Andrew Lichtenthal noch ungeklärt. Reh war bei ihrem WM-Debüt 2017 in London im Vorlauf über 5.000 Meter ausgeschieden. Bei der EM 2018 in Berlin belegte sie Rang vier.

+++ 29.09.2019: DLV zum WM-Start in Doha: Positive Leistungen und Rückschläge +++

DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska will nach einem schwierigen WM-Start der deutschen Leichtathleten noch keine Bilanz ziehen. "Wir haben viele positive Leistungen erlebt, aber auch den einen oder anderen Rückschlag", sagte er am Sonntag vor dem dritten Wettkampftag auf einer Pressekonferenz in Doha. "Wir haben uns auf ungewöhnliche Weltmeisterschaften eingestellt."

Vor allem die brütende Hitze in Katars Hauptstadt bleibt das große Problem. Durch den späten WM-Termin "haben wir eine andere Statik der Saison", erklärte Gonschinska und wollte "gar keine Prognosen" nach den ersten beiden Tagen abgeben. Dennoch hob er die guten Leistungen der Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Lisa Ryzih hervor, die nach einer ganz starken Qualifikation im Finale stehen.

Carl Dohmann, in der Hitze-Nacht zum Sonntag starker Siebter über 50 Kilometer Gehen, sprach von einem "sehr ungewöhnlichen Wettkampf. Der Titelverteidiger scheidet nach 15 Kilometern aus, und auch der Olympiasieger kommt nicht ins Ziel", meinte der 29-Jährige aus Baden-Baden. "Ich glaube, dass man in mehreren Jahrzehnten noch über diesen Wettkampf sprechen wird. Am Ende war es Werbung für das Gehen."

+++ 29.09.2019: Deutscher Geher Dohmann wird WM-Siebter - Japaner gewinnt Titel +++

Der deutsche Geher Carl Dohmann ist bei der Leichtathletik-WM in Doha über die 50-Kilometer-Distanz Siebter geworden. In 4:10:22 Stunden kam der 29-jährige Athlet vom SCL Heel Baden-Baden in der Nacht zum Sonntag nach einem Rennen bei 31 Grad Celsius und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit ins Ziel. Vor zwei Jahren erreichte Dohmann bei der WM in London den 9. Platz.

Den ersten WM-Titel über 50 Kilometer gewann Yusuke Suzuki für Japan in 4:04:20 Stunden vor Joao Vieira aus Portugal (4:04:59) und dem Kanadier Evan Dunfee (4:05:02). Der französische Titelverteidiger Yohann Diniz gab frühzeitig auf.

+++ 29.09.2019: US-Sprinter Christian Coleman erstmals 100-Meter-Weltmeister +++

Top-Favorit Christian Coleman hat bei der Leichtathletik- WM in Doha Gold und damit den zehnten 100-Meter-Titel für die US-Sprinter gewonnen. Der 23-Jährige aus Atlanta setzte sich am Samstagabend im Finale in der Jahresweltbestzeit von 9,76 Sekunden klar vor Titelverteidiger Justin Gatlin aus den USA (9,89) durch. Bronze gewann der Kanadier André de Grasse (9,90).

Jamaikas dreimaliger Weltmeister und Weltrekordler Usain Bolt hatte seine einzigartige Karriere im Sommer 2017 nach der WM in London beendet. Die deutschen Sprinter um Rekordmann Julian Reus verzichten in Doha auf Einzelstarts und konzentrieren sich ganz auf die Staffel.

+++ 29.09.2019:Jamaikaner Gayle wird mit 8,69 Metern Weltmeister im Weitsprung +++

Der Jamaikaner Tajay Gayle ist mit 8,69 Metern Weltmeister im Weitsprung geworden. Damit blieb der 23-Jährige am Samstag bei der Leichtathletik-WM in Doha nur 26 Zentimeter unter dem Weltrekord. Der US-Amerikaner Mike Powell hält die Bestmarke mit 8,95 Metern. Er hatte sie bei der WM 1991 in Tokio aufgestellt.

Gayle gelang sein Supersatz im vierten Versuch, nachdem er bereits im ersten Sprung bei 8,46 Meter gelandet war. Zweiter wurde der Olympiasieger Jeff Henderson aus den USA mit 8,39 Metern vor dem Kubaner Juan Miguel Echevarria, der 8,34 Meter weit kam. Titelverteidiger Luvo Manyonga aus Südafrika kam mit 8,28 Metern auf Rang vier.

+++ 28.09.2019: 10.000-Meter-Läuferin Alina Reh angeschlagen aus dem WM-Finale +++

Lauftalent Alina Reh ist über 10 000 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha nach 13 von 25 Runden ausgestiegen. Die 22-Jährige vom SSV Ulm 1846 hatte offensichtlich große Magenprobleme, krümmte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bahn und wurde mit dem Rollstuhl in die Stadion-Katakomben gebracht. In den Anfangsrunden hatte sie bei nicht zu hohem Tempo sogar geführt, fiel dann aber deutlich zurück.

Reh war bei ihrem WM-Debüt 2017 in London im Vorlauf über 5000 Meter ausgeschieden. Bei der EM 2018 in Berlin belegte die mehrfache Junioren-Europameisterin von der Schwäbischen Alb Rang vier.

+++ 28.09.2019: Weltrekord bei WM-Premiere der Mixed-Staffel in Doha +++

Erster Weltrekord bei der Leichtathletik-WM in Doha - allerdings mit begrenzter Aussagekraft. Bei der WM-Premiere der 4 x 400-Meter-Mixed-Staffel am Samstag rannten die Amerikaner in 3:12,42 Minuten Sekunden ins Finale. Tyrell Richards, Jessica Beards, Jasmine Blocker und Obi Igbokwe können ihre Zeit am Sonntag noch verbessern, wenn über diese Distanz erstmals Medaillen vergeben werden. Das deutsche Quartett mit Marvin Schlegel (Chemnitz), Luna Bulmahn (Hannover), Karolina Palitzsch (Berlin und Manuel Sanders (Dortmund) schied als als Siebter des Vorlaufs in 3:17,85 Minuten aus.

+++ 28.09.2019: Neue Sprintkönigin gesucht - WM-Premiere für die Mixed-Staffel +++

Wie heißt die neue Sprintkönigin von Doha? Wer wird erster Weltmeister in der Mixed-Staffel? Diese Fragen werden am dritten Wettkampftag der Leichtathletik-WM in Katar beantwortet. Favoriten im 100-Meter-Finale am Sonntag (19.05 Uhr/ARD und ARD One) sind die zweimalige Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika und Elaine Thompson, die Goldmedaillengewinnerin bei Olympia 2016 in Rio. Auch mit Europameisterin Dina Asher-Smith aus Großbritannien ist zu rechnen. Möglichst weit kommen wollen die DLV-Asse Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper.

Einzige deutsche Stabhochspringerin im Finale ist Lisa Ryzih aus Ludwigshafen. Bei der 17. Auflage der WM ist zum ersten Mal eine 4x400-Meter-Staffel aus zwei Frauen und zwei Männern im Programm. Bei der Generalprobe, den World Relays in Japan, landete das DLV-Quartett auf dem siebten Rang.

+++ 28.09.2019:Deutsches Stabhochsprung-Duo im WM-Finale +++

Der deutsche Stabhochsprung-Meister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) und Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen) haben bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha das Finale erreicht. Holzdeppe überquerte am Samstagabend in der Qualifikation 5,75 Meter und kämpft am kommenden Dienstag (19.05 Uhr MESZ) ebenso wie Lita Baehre (5,70) um die Medaillen. Der Leverkusener Torben Blech schaffte nur 5,45 Meter und schied aus. Titelverteidiger Sam Kendricks aus den USA und sieben weitere Springer meisterten die 5,75 Meter.

+++ 28.09.2019: WM-Aus für Diskus-Olympiasieger Harting - Wierig im Finale +++

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting ist bei der Leichtathletik-WM in Doha schon in der Qualifikation gescheitert. Der 29 Jahre alte Berliner warf am Samstag im Khalifa-Stadion nur 63,08 Meter und kam insgesamt nur auf den 14. Platz. Für Harting war es die zweite WM-Teilnahme nach 2015 in Peking. Vor zwei Jahren konnte er sich nicht für die WM in London qualifizieren.

Dagegen schaffte der deutsche Meister Martin Wierig mit 63,65 Metern den Einzug in den WM-Endkampf am Montag. Seinem Magdeburger Vereinskollegen David Wrobel reichten 62,34 Meter nicht für das Weiterkommen bei seiner ersten WM-Teilnahme.

+++ 28.09.2019: Lückenkemper und Pinto erreichen WM-Halbfinale über 100 Meter +++

Die Europameisterschaftszweite Gina Lückenkemper hat das Halbfinale über 100 Meter bei der Leichtathletik-WM in Doha erreicht. In 11,29 Sekunden kam die 22-jährige Sprinterin vom SCC Berlin eine Runde weiter. Auch die Paderbornerin Tatjana Pinto qualifizierte sich mit 11,19 Sekunden für das Halbfinale, das am Sonntag (20.20 Uhr MESZ) ausgetragen wird. "Nachdem ich den Start in den Sand gesetzt habe, bin ich geflogen. Das macht mich stolz", sagte Lückenkemper, die mit dem Startblock und einer darunter montierten Kamera haderte.

+++ 28.09.2019: Das bringt der dritte Wettkampftag bei der WM +++

Bei den 17. Leichtathletik-Weltmeisterschaften steht am Sonntag (19.05 Uhr/ARD und ARD One) das 100-Meter-Finale der Frauen an. Die Höhepunkte des dritten Wettkampftages:

Stabhochsprung, Frauen (19.40 Uhr): An der Amerikanerin Jennifer Suhr führt wohl kein Weg vorbei. Harte Konkurrenz hat sie durch die Russin Anschelika Sidorowa, die unter neutraler Flagge startet, und Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Katerina Stefanidi aus Griechenland. Lisa Ryzih aus Ludwigshafen war 2016 Vize-Europameisterin und steht ebenfalls im Finale.

Dreisprung, Männer (20.45 Uhr): Fällt womöglich der 24 Jahre alte Weltrekord des Briten Jonathan Edwards? Der steht bei 18,29 Metern - der Amerikaner Will Claye hat die magische 18-Meter-Marke in diesem Jahr schon zweimal übertroffen. Deutsche Teilnehmer sind nicht am Start.

4 x 400 Meter, Mixed (21.35 Uhr): Bei der 17. Auflage der WM ist zum ersten Mal eine Staffel aus zwei Frauen und zwei Männern im Programm. Bei der Generalprobe, den World Relays in Japan, landete das DLV-Quartett auf dem siebten Rang. Für das deutsche Team rennen Marvin Schlegel, Luna Bulmahn, Karolina Palitzsch und Manuel Sanders.

100 Meter, Frauen (22.20 Uhr): Schaffen es die deutschen Asse Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper bis ins Finale? Das wäre schon eine Überraschung. Um die Medaillen wollen wieder andere rennen: vor allem die zweimalige Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika, Elaine Thompson, Goldmedaillengewinnerin bei Olympia 2016 in Rio, und Europameisterin Dina Asher-Smith aus Großbritannien.

+++ 28.09.2019:Ruth Chepngetich beim Nacht-Marathon von Doha erstmals Weltmeisterin +++

Die favorisierte Ruth Chepngetich hat den ersten Nacht-Marathon bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften gewonnen. Die 25 Jahre alte Kenianerin setzte sich am Samstag in Doha nach 2:32:43 Stunden durch. Es war die langsamste Siegeszeit der WM-Geschichte. Wegen der Hitze war das Rennen erst um Mitternacht gestartet worden. Es wurden aber immer noch 32,7 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 73,3 Prozent gemessen.

Auf dem Kurs über sechs Runden á 7 Kilometer an der Strandpromenade Corniche verschärfte Chepngetich bei einer Verpflegungsstation nach 35 Kilometern entscheidend das Tempo und setzte sich ab. Silber ging an Bahrain und Titelverteidigerin Rose Chelimo: Die gebürtige Kenianerin kam nach 2:33:46 Stunden ins Ziel vor Helalia Johannes aus Namibia (2:34:15).

Eine deutsche Teilnehmerin auf der klassischen 42,195-Kilometer-Strecke war nicht am Start. Mit zunehmender Renndauer hatten immer mehr Teilnehmerinnen aufgegeben. Die Marathon- und Geher-Wettbewerbe finden erstmals in der WM-Geschichte mitten in der Nacht statt.

+++ 28.09.2019:Hilfe auf letzten Metern: Karibik-Läufer Busby ins Ziel geschleppt +++

Die Leichtathletik-WM in Doha hat am ersten Wettkampftag im Vorlauf über 5.000 Meter eine große Geste des Fairplay erlebt. Braima Suncar Dabo aus Guinea-Bissau packte am Freitag rund 200 Meter vor dem Ziel den völlig entkräfteten Jonathan Busby von der Karibikinsel Aruba und schleppte ihn unter dem Jubel der etwa 5.000 Zuschauer im Schritttempo ins Ziel.

Beide beendeten gut fünf Minuten nach dem Sieger Selemon Barega aus Äthiopien das Rennen. "Ich wollte ihm nur helfen. Jeder andere hätte genauso gehandelt", sagte Dabo später. Keine Gnade kannte der Weltverband IAAF: Busby wurde gemäß Paragraf 144 des Regelwerks wegen unerlaubter "körperlicher Unterstützung" seines Konkurrenten und Helfers disqualifiziert.

+++ 27.09.2019: Deutsche 5.000-Meter-Läufer Ringer und Parsons verpassen WM-Finale +++

Richard Ringer vom LC Rehlingen ist bei der Leichtathletik-WM in Doha im Vorlauf über 5.000 Meter chancenlos geblieben. In 13:49,20 Minuten kam der EM-Dritte von 2016 am Freitag in der Gesamtwertung auf den 30. Platz. Der Deutsch-Amerikaner Sam Parsons von der LG Eintracht Frankfurt benötigte bei seiner WM-Premiere 13:38,53 Minuten. Beide Läufer qualifizierten sich damit nicht für das Finale am Montag. Schnellster über die fünf Kilometer war der US-Amerikaner Paul Chelimo in 13:20,18 Minuten.

+++ 27.09.2019: Nur für VIPs: Skurrile Eröffnungsfeier der Leichtathletik-WM in Doha +++

Mit einer skurrilen Feier hat Katar die 17. Leichtathletik-Weltmeisterschaft eröffnet. Auf einer noblen weißen Tribüne beim Marathon-Ziel an der Strandpromenade Corniche versammelten sich am Freitagabend in Doha mehrere hundert geladene Gäste. Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, das Staatsoberhaupt des Emirats, eröffnete die Titelkämpfe offiziell. Zuvor hatten im Khalifa-Stadion die ersten Wettkämpfe stattgefunden.

Sebastian Coe, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, begrüßte die Athleten ("Mögen sie ihr Bestes erreichen"), die bei der prunkvollen Zeremonie fehlten, und dankte den freiwilligen Helfern. Unter den Ehrengästen war auch Thomas Bach, der deutsche Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das abschließende Feuerwerk war dann für viele Stadtbewohner und WM-Touristen zu sehen.

+++ 27.09.2019: Gesa Krause rennt ins WM-Finale über 3.000 Meter Hindernis +++

Medaillenkandidatin Gesa Krause hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha das Finale über 3.000 Meter am Montag erreicht. Die 27 Jahre alte Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier kam am Freitag in ihrem Vorlauf als Dritte nach 9:18,82 Minuten ins Ziel. Krause hatte 2015 WM-Bronze gewonnen. Topfavoritinnen im Khalifa-Stadion in Katars Hauptstadt sind Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech und Hyvin Kiyeng aus Kenia.

+++ 27.09.2019: Stabhochspringerin Ryzih im WM-Finale - Bauer ausgeschieden +++

Stabhochspringerin Lisa Ryzih hat den Einzug in das Finale bei der Leichtathletik-WM in Doha geschafft. Die 31-jährige EM-Zweite von 2016 aus Ludwigshafen übersprang am Freitag in der Qualifikation 4,60 Meter. Der Endkampf um die Medaillen wird am Sonntag ausgetragen. Katharina Bauer scheiterte dagegen dreimal an der Anfangshöhe von 4,20 Metern und schied aus. Die 29-Jährige vom TSV Bayer Leverkusen ist die erste Stabhochspringerin, die mit einen Defibrillator bei einer Weltmeisterschaft an den Start ging. Seit ihrer Kindheit leidet sie an Extraherzschlägen.

+++ 27.09.2019: Kreuzbandriss bei Zehnkämpfer Freimuth: Olympia-Chance "gegen null" +++

Zehnkämpfer Rico Freimuth hat sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Dies teilte der Weltmeisterschafts-Zweite aus Halle/Saale am Freitag zunächst auf Instagram mit. Die Chance auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio im kommenden Jahr würde "gegen null" gehen, sagte Freimuth der Deutschen Presse-Agentur. "Da muss man kein Hellseher sein." Auf die Teilnahme an der Leichtathletik-WM in Doha hatte er verzichtet.

Die Verletzung hat sich der 31-Jährige beim Basketballspielen am 16. September zugezogen. "Das kam völlig aus dem Nichts", sagte Freimuth. Eine Operation sei nicht notwendig. Das aufwendige Filmprojekt über ihn ("10.000 Stunden") sei von der schweren Verletzung nicht beeinträchtigt. "Im Gegenteil: Es lenkt mich ab und bringt mich auf andere Gedanken", meinte er. Die Filmemacher begleiten Freimuth trotzdem bis weit nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Für Ende des nächsten Jahres ist die Premiere des Films geplant.

+++ 27.09.2019: Frauen-Marathon in Doha nach Plan: IAAF verweist auf Maßnahmen +++

Der Frauen-Marathon bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha findet wie geplant in der Nacht zum Samstag statt. Dies teilte der Weltverband IAAF am Freitag in Katars Hauptstadt mit. Die Veranstalter hatten sich eine kurzfristige Änderung vorbehalten. Die Wettervorhersage sei aber so, dass der Zeitplan eingehalten werden könne. Die Temperaturen sollen beim Start um Mitternacht (Ortszeit) 30 Grad betragen.

Angesichts der Tagestemperaturen von um die 40 Graf und der hohen Luftfeuchtigkeit finden die Bahnwettkämpfe im auf 26 Grad klimatisierten Khalifa-Stadion statt. Beim Marathon auf der Straße sind 69 Teilnehmer gemeldet. Die IAAF teilte mit, sie habe alles getan, um die gesundheitlichen Risiken zu senken. Unter anderem gebe es zusätzliche Verpflegungsstellen und man sei seit Monaten im Austausch mit den Teamärzten. Die Marathon- und Geher-Wettbewerbe finden erstmals in der WM-Geschichte mitten in der Nacht statt.

+++ 27.09.2019: "Bei allen läuft es gut": Deutsche Geher hoffen auf WM-Überraschung +++

Geher-Bundestrainer Ronald Weigel ist zuversichtlich. "Bei allen läuft es gut", berichtete der Weltmeister von 1983 vor den 50-Kilometer-Titelkämpfen in Doha Samstagnacht um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 MESZ). Deutsche Starter bei den Männern sind Carl Dohmann (Baden-Baden), Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie) und Nathaniel Seiler (TV Bühlertal). Deutsche Frauen sind in dem mit den Männern gemeinsam gestarteten Rennen nicht.

"Ich mache vorher keine Prognosen, weil ich abergläubisch bin", sagte Weigel. "Der größte Gegner werden die Bedingungen in Doha sein. Wer damit am besten klar kommt, wird weit vorne sein. Wer gut und stabil trainiert hat, wird auch die Wetterbedingungen meistern." Bei dem in die Nacht verschobenen Rennen werden dennoch hohe Temperaturen und eine große Luftfeuchtigkeit erwartet.

"Es wird nicht die Hitze sein, sondern auch das schwüle Wetter, das uns zu schaffen macht", erklärte Weigel. "Hitze ist okay. Aber das subtropische Wetter, da ist es schwierig, sich anzupassen." Die Geher haben zur Eingewöhnung in Potsdam eine Art Hitze-Woche in einem erhitzen Raum mit aufgehängten, feuchten Tücher gemacht. "Da haben wir festgestellt, wie schwierig es unter solchen Bedingungen ist."

Diese Bedingungen könnten am Ende den deutschen Gehern sogar zugute kommen. "Bei den 50 Kilometern wird es Überraschungen geben. Vielleicht sind wir dabei", sagte DLV-Generaldirektor Sport Idriss Gonschinska.

Für Verdruss hatte bei vielen Gehern das Vorhaben der IAAF gesorgt, den 50 Kilometer-Wettbewerb 2021 abzuschaffen und ihn durch eine kürzere Distanz (35 Kilometer) zu ersetzen. "Es gibt Für und Wider. Ich meine, man sollte bei den klassischen Distanzen bleiben", sagte Weigel. "Wir sind damit über 100 Jahre gut gefahren, seit es sie bei WM und Olympia gibt." Die Leichtathletik solle revolutioniert werden, und "man hat mit dem Gehen angefangen", meinte Weigel.

+++ 26.09.2019: Hitze in Doha: Langstreckenläufer Ringer trainiert auf dem Laufband +++

Langstreckenläufer Richard Ringer setzt vor seinem WM-Lauf über 5.000 Meter in Doha keinen Fuß vor die Hoteltür. "Ich bin hier ausgewichen auf das Laufband, was ich eigentlich nicht so mag", sagte der EM-Dritte von 2016 über 5000 Meter. Die hohen Temperaturen in Katar sind vor den am Freitag beginnenden Titelkämpfen Thema Nummer eins im Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

"Wir sind mental darauf eingestellt, die Rahmenbedingungen sind für alle gleich", sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska bei der Auftaktpressekonferenz am Donnerstag. Seit über einem Jahr hat sich das Mediziner- und Physiotherapeuten-Team um Mannschaftsarzt Andrew Lichtenthal auf die klimatischen Verhältnisse vorbereitet: Temperaturen um die 40 Grad werden bei der WM erwartet, wobei das Khalifa-Stadion auf 26 Grad heruntergekühlt wird.

Der 30 Jahre alte Ringer ist sich deshalb sicher, dass er "ganz gut" zurecht kommt. Zumal sich die Bahnläufer in einer Aufwärmhalle für die Rennen einlaufen können. Ungleich härter trifft es am Wochenende die deutschen Geher, die um Mitternacht 50 Kilometer auf der Straße absolvieren müssen, und die Marathonläufer.

Lilienthal erklärte, dass das "Flüssigkeitsmanagement immens wichtig ist", sonst drohe den Sportlern ein Kollaps. Bei Körpertemperaturen von über 40 Grad könnten Herz-Kreislauf-Probleme auftreten.

+++ 25.09.2019: Sprint-Ass Lückenkemper vor WM-Start: "Die Beine fühlen sich gut an" +++

Sprint-Star Gina Lückenkemper fühlt sich für den Auftritt bei der Leichtathletik-WM am Samstag in Katar gerüstet. "Ich denke, dass wir mich bestmöglich auf diese WM vorbereitet haben", sagte die 22 Jahre alte Sportlerin des SCC Berlin. Da ihre "Akkus" nach den letzten Rennen so extrem leer gewesen seien, habe sie sich "gar kein konkretes Ziel" gesteckt. "Fest steht aber: Ich bin im Training deutlich frischer unterwegs als beim letzten Rennen in Brüssel", meint die WM-Sechste von 2017. "Die Beine fühlen sich gut an, das macht wirklich Lust auf mehr bei der WM."

Dass sie mit der 4 x 100-Meter-Staffel beim ISTAF in Berlin eine Weltjahresbestzeit gelaufen sei, habe die die Zuversicht, auf einen Medaillenplatz zu rennen, gestärkt. "Beim ISTAF haben wir unser Potenzial gezeigt, die Zeit hat uns Selbstvertrauen gegeben", sagte die EM-Dritte von 2018 in Berlin. "Jedoch müssen wir auch in Doha erst einmal eine solche Leistung gemeinsam auf die Bahn bringen. Wenn wir das schaffen, können wir im Finale um eine Medaille mitlaufen."

Lückenkemper glaubt, dass sie ihre 100-Meter-Bestzeit von 10,95 Sekunden noch verbessern kann. "Ich habe noch Möglichkeiten, die 10,95 sind nicht das Ende der Fahnenstange. Ich weiß nicht, wo meine Grenzen sind." Dass sie bereits mit 10,95 Sekunden die schnellste Frau Deutschlands ist, mache sie "wahnsinnig stolz". Für sie sei das Sprinten nicht nur einfach ein Job, sondern ich mache ihn mit Leidenschaft. Lückenkemper: "Das ist etwas, was ich liebe."

+++ 25.09.2019: 7,53 Millionen Dollar an Prämien bei Leichtathletik-WM in Doha +++

Bei den am Freitag in Doha/Katar beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften (bis zum 6. Oktober) werden 7,53 Millionen Dollar (rund 6,85 Millionen Euro) an Prämien ausgeschüttet. Die Sieger erhalten je 60.000 Dollar, für die Zweit- und Drittplatzierten gibt es laut Weltverband IAAF 30 000 beziehungsweise 20.000 Dollar. Prämiiert werden auch die Ränge vier bis acht mit Zuwendungen von 15.000, 10.000, 6.000, 5.000 und 4.000 Dollar.

Die Läufer der Staffel-Wettbewerbe müssen sich das Preisgeld teilen. Platz eins, zwei und drei sind mit 80.000, 40.000 und 20 000 Dollar dotiert; die weiteren Ränge mit 16.000, 12.000, 8.000, 6.000 und 4.000 Dollar.

Für einen aufgestellten Weltrekord ist eine Prämie von 100.000 Dollar ausgelobt. Bei der WM 2017 in London hatte der Portugiese Ines Henriques über 50 Kilometer einen Weltrekord aufgestellt (4:05:56). Dem Zehnkämpfer Ashton Eaton (USA) gelang dies bei der WM 2015. Bei der Einstellung eines Weltrekordes gibt es kein Geld.

+++ 24.09.2019: Hammerwurf-Olympiasieger Nasarow vorläufig gesperrt +++

Hammerwurf-Olympiasieger Dilschod Nasarow ist wegen einer positiven Dopingprobe vorläufig suspendiert worden. Das teilte die unabhängige "Athletics Integrity Unit" (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF am Dienstag mit. Der 37-Jährige hatte 2016 in Rio de Janeiro als erster Sportler aus Tadschikistan eine olympische Goldmedaille gewonnen. Nach Angaben der AIU war bei einem Nachtest der Proben von Nasarow bei der WM 2011 im südkoreanischen Daegu das anabole Steroid Turinabol festgestellt worden. Nach der Entscheidung kann Nasarow nicht bei der am Freitag beginnenden WM in Doha/Katar starten.

+++ 22.09.2019: WM-Feinschliff für DLV-Leichtathleten in Belek - Müller nachnominiert +++

Ein Großteil der deutschen Leichtathleten ist zum letzten Feinschliff für die Weltmeisterschaften vom kommenden Freitag bis zum 6. Oktober in Doha/Katar im Trainingslager im türkischen Belek eingetroffen. Rund die Hälfte des 71 Sportler umfassenden WM-Aufgebots haben das Angebot des Deutschen Leichtathlet-Verbandes angenommen, sagte ein Sprecher des DLV am Sonntag.

Auch Diskus-Olympiasieger Christoph Harting bereitet sich in der Gloria-Sportarena von Belek auf seinen WM-Start am Samstag in der Qualifikation vor. Der 29-jährige Berliner hatte zuletzt mit verbalen Attacken gegen den DLV für Unmut gesorgt

Kurzfristig noch ins Aufgebot aufgenommen wurde 200-Meter-Läufer Steven Müller von der LG owag Friedberg-Fauerbach. Der Weltverband IAAF hatte kurzfristig noch 130 Startplätze für die WM zusätzlich zur Verfügung gestellt. Der in Kassel geborene Müller hatte bei den deutschen Meisterschaften im August in Berlin den Titel gewonnen, aber die WM-Norm von 20,40 Sekunden mit 20,42 Sekunden verfehlt.

Die deutschen Leichtathleten werden aus Belek zwei bis drei Tage vor ihren WM-Wettkämpfen nach Doha fliegen, um sich nicht zu lange der Hitze in dem Wüstenstaat auszusetzen. Für die Ausdauerathleten gilt die gleiche Anreisezeit aus den Höhentrainingslagern.

+++ 21.09.2019: Kritik am Gastgeber: Emirat Katar schmückt sich mit Prestige-Sport trotz möglicher Menschenrechtsverletzungen +++

Katar zählt zu den reichsten Ländern der Welt. Der Sport dient auch für politische Zwecke. Jetzt kommen die Top-Leichtathleten. Doch der wahre Testlauf für die Fußball-WM folgt erst später.

Während sich am Golf ein schwerer Sturm zusammenbraut, gleicht Katar dem Auge eines Hurrikans: In der Nachbarschaft provozieren sich die Erzfeinde Saudi-Arabien und Iran, doch in dem kleinen Nachbaremirat herrscht Ruhe. Die braucht Katar dringend, denn in der kommenden Woche will sich das Land wieder der Welt so präsentieren, wie es sich gerne sieht: als Ausrichter hochkarätiger Sportveranstaltungen. Am nächsten Freitag beginnt in der Hauptstadt Doha die Leichtathletik-WM. Und die Sportwelt schaut auf Katar.

Die Aufmerksamkeit ist auch deshalb besonders groß, weil ein noch größeres Ereignis immer näher rückt. In etwas mehr als drei Jahren, im November 2022, wird in Katar der Anstoß zur Fußball-WM erfolgen, einem der größten Sportereignisse der Welt. Mit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft hat das Emirat die Chance, seine Fähigkeit nachzuweisen, eine Großorganisation mit rund 2000 Sportlern bewältigen zu können. Gelingt das, wäre es ein weiterer Schritt, um vielleicht einen der größten Träume der katarischen Sportfunktionäre zu erfüllen - eines Tages Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein.

Die Handball-WM 2015, die Straßenrad-WM 2016, die Turn-WM 2018 - in den vergangenen Jahren hat das Emirat Erfahrung gesammelt. Auch auf den Sportfeldern anderer Länder ist Katar längst ein wichtiger, weil finanzstarker Akteur, nicht zuletzt als Eigner des französischen Fußball-Topclubs Paris St. Germain, der einst für die aberwitzige Summe von 222 Millionen Euro den Brasilianer Neymar verpflichtete.

Sport hat dabei nicht zuletzt die Aufgabe, den nicht immer besten Ruf des Emirats aufzupolieren, das dank seiner weltweit größten Reserven an Flüssiggas zu den reichsten Ländern gehört. Immer wieder sieht sich Katar dem Vorwurf ausgesetzt, es beute trotz des Reichtums die rund zwei Millionen Arbeitsmigranten im Land aus.

Erst in dieser Woche klagte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, das Emirat bleibe trotz Reformversprechen eine "Spielwiese" für "skrupellose" Firmen, die Arbeiter nicht bezahlten. Immerhin, die Internationale Arbeitsorganisation der UN (ILO) hat Katar Fortschritte bei der Lage ausländischer Arbeiter bestätigt.

Sport ist aber auch ein Schutzschild für das Emirat in einer Region, die ihm nicht freundlich gesinnt ist. Im Sommer 2017 verhängten die Regionalmacht Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) über Nacht eine Blockade über den kleinen Staat in der Wüste. Sie werfen dem Land Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zu Iran vor, was das Herrscherhaus in Doha zurückweist. Sogar ein Krieg schien zeitweise denkbar. Doch gegen den künftigen Gastgeber der Fußball-WM vorzugehen, würde Saudi-Arabien negative Schlagzeilen bescheren. Stattdessen soll Riad hinter den Kulissen daran gearbeitet haben, Katar die WM zu entziehen - jedoch erfolglos.

Die Leichtathletik-WM ist auch deshalb für Katar ein Prestigeobjekt, weil es an seiner Aspire Academy in Doha eigene Sportler fördert. Der katarische Hochsprung-Weltmeister Mutaz Essa Barshim gehört zu den Besten seiner Zunft. Als Testlauf für die Fußball-WM aber dürften die Wettbewerbe im fast 50 000 Zuschauer fassenden Khalifa International Stadion in Doha trotz allem nicht dienen.

Wie schon die Handball-WM habe Katar die Leichtathletik-WM im Vorfeld international kaum vermarktet, sagt Tilman Engel, der mit seiner Firma SBC International Consulting in Katar als Sport-Berater tätig ist. Er rechnet nicht damit, dass viele Fans aus anderen Ländern anreisen. Mit Aufmerksamkeit dürfte beobachtet werden, ob Katar während der Wettbewerbe das Khalifa Stadion füllen kann.

Bei der Fußball-WM 2022 muss Katar hingegen mit einem bislang nicht gekannten Massenansturm von Fans aus aller Welt rechnen. Der erste richtige Testlauf für dieses Turnier dürfte erst in knapp drei Monaten erfolgen, wenn die besten Vereine zur Fußball-Club-WM in dem Emirat auflaufen. Und wie der FC Liverpool Fans mitbringen, die auch in einem streng islamischen Land gerne ein Bier trinken möchten.

+++ 20.09.2019: Russlands Antidoping-Chef zweifelt an WM-Zulassung für Leichtathleten +++

Die Russische Antidoping-Agentur RUSADA zweifelt daran, dass russische Leichtathleten bei der anstehenden WM in Doha unter eigener Fahne an den Start gehen dürfen. "Ich habe Informationen, die ich nicht offenlegen kann. Sie zeigen, dass der russische Leichtathletik-Verband nicht wieder zugelassen wird", sagte RUSADA-Chef Juri Ganus der Agentur Tass am Freitag. Am Montag (23. September) will der Weltverband IAAF über eine Aufhebung der Sperre wegen des Dopingskandals beraten.

Die IAAF hatte Mitte Juni eine Verlängerung des Ausschlusses des russischen Verbandes RUSAF bestätigt. Der Verband ist nach der Aufdeckung des Skandals um staatlich gelenktes Doping seit 2015 für internationale Wettkämpfe gesperrt. Seitdem dürfen einige russische Leichathleten nur unter neutraler Flagge starten.

Nach Angaben von Ganus ist auch der Fall um den Hochspringer Danil Lyssenko ausschlaggebend bei der Entscheidung. Lyssenko war ein Top-Favorit im Hochsprung, verlor aber wegen Verletzung der Anti-Doping-Regeln sein Startrecht als neutraler Athlet im Jahr 2018. Damals soll er die Dopingtester nicht über seine täglichen Aufenthaltsorte für mögliche Tests in der Trainingsphase informiert haben.

Für die WM vom 27. September bis zum 6. Oktober in Katar hat der russische Verband nur 29 Sportler nominiert. Sie sollen unter neutraler Flagge antreten.

+++ 18.09.2019: Siebenkampf-Vizeweltmeisterin Schäfer sagt WM-Start ab +++

Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat ihren Start bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha/Katar abgesagt. Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband am Mittwoch mitteilte, könne die WM-Zweite von der LG Eintracht Frankfurt wegen Kniebeschwerden nicht in den Medaillenkampf eingreifen. "Ich weiß, es ist die richtige Entscheidung, um meinem Körper die nötige Ruhe zu geben und mich mit voller Kraft auf die Olympischen Spiele vorzubereiten", sagte die 27-jährige Mehrkämpferin mit Blick auf Tokio 2020. Damit wird keine deutsche Siebenkämpferin in Doha sein.

Wegen einer akuten Lungenentzündung muss auch Dreispringerin Neele Eckhardt aus Göttingen auf ihre WM-Teilnahme verzichten. Sie hatte 2017 in London das WM-Finale erreicht. Der DLV hat die 22 Jahre alte Hochspringerin Christina Honsel (Dortmund) nachträglich für einen Einsatz in Doha nachnominiert. Das deutsche WM-Team umfasst damit 70 Athleten.

Die Reihe der prominenten Ausfälle ist nun noch länger geworden. Ihren WM-Start bereits abgesagt haben der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) sowie die EM-Zweite und -Dritte Pamela Dutkiewicz (Hürdensprint) und Marie-Laurence Jungfleisch (Hochsprung). Passen mussten ebenso Hürdensprinter Gregor Traber und die Dreispringer Max Heß, Europameister von 2016, und Kristin Gierisch. Auch die bewährten Zehnkämpfer Arthur Abele (Ulm) und Rico Freimuth (Halle) hatten die WM-Saison wegen Verletzungen vorzeitig beendet.

Leichtathletik-WM 2019: Ergebnisse und Medaillen im Überblick

100 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Christian Coleman  USA  9,76 sek
2.  Justin Gatlin  USA  9,89 sek
3.  Andre De Grasse  Kanada  9,90 sek

100 Meter (Frauen)

Platz

Athletin Land Ergebnis
1.  Shelly-Ann Fraser-Pryce  Jamaika  10,71 sek
2.  Dina Asher-Smith  Großbritannien  10,83 sek
3.  Marie-Josee Ta Lou  Elfenbeinküste  10,90 sek

 

400 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

400 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

800 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Donavan Brazier  USA  1:42,34 min
2.  Amel Tuka  Bosnien und Herzegowina  1:43,47 min
3.  Ferguson Cheruiyot Rotich  Kenia  1:43,82 min

 

800 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Halimah Nakaayi  Uganda  1:58,04 min
2.  Raevyn Rogers  USA  1:58,18 min
3.  Ajee Wilson  USA  1:58,84 min

 

1500 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

1500 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

5000 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Muktar Edris  Äthiopien  12:58,85 min
2.  Selemon Barega  Äthiopien  12:59,70 min
3.  Mohammed Ahmed  Kanada  13:01,11 min

 

10.000 Meter (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

10.000 Meter (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Sifan Hassan  Niederlande  30:17,62 min
2.  Letesenbet Gidey  Äthiopien  30:21,23 min
3.  Agnes Jebet Tirop  Kenia  30:25,20 min

 

110 Meter Hürden (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

100 Meter Hürden (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

3000 Meter Hindernis (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

Stabhochsprung (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Anschelika Sidorowa  Neutrales Team  4,95 m
2.  Sandi Morris  USA  4,90 m
3.  Ekaterini Stefanidi  Griechenland  4,85 m

 

Weitsprung (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Tajay Gayle  Jamaika  8,69 m
2.  Jeff Henderson  USA  8,39 m
3.  Juan Miguel Echevarría  Kuba  8,34 m

 

 

Dreisprung (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Christian Taylor  USA  17,92 m
2.  Will Claye  USA  17,74 m
3.  Hugues Fabrice Zango  Burkina Faso  17,66 m

 

Dreisprung (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

 

Hammerwurf (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

Hammerwurf (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  DeAnna Price  USA  77,54 m
2.  Joanna Fiodorow  Polen  76,35 m
3.  Zheng Wang  China  74,76 m

 

 

Marathon (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.      
2.      
3.      

 

Marathon (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Ruth Chepngetich  Kenia  2:32:43 h
2.  Rose Chelimo  Bahrain  2:33:46 h
3.  Helalia Johannes  Namibia  2:34:15 h

 

20-km-Gehen (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Hong Liu  China  1:32:53 h
2.  Shenjie Qieyang  China  1:33:10 h
3.  Liujing Yang  China  1:33:17 h

 


50-km-Gehen (Männer)

Platz Athlet Land Ergebnis
1.  Yusuke Suzuki  Japan  4:04:20 h
2.  Joao Vieira  Portugal  4:04:59 h
3.  Evan Dunfee  Kanada  4:05:02 h

 

50-km-Gehen (Frauen)

Platz Athletin Land Ergebnis
1.  Rui Liang  China  4:23:26 h
2.  Maocuo Li  China  4:26:40 h
3.  Eleonora Giorgi  Italien  4:29:13 h

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luj/kum/news.de/dpa

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