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Täuschungsmanöver nach Hafttod: Fake-Leiche im Fall Jeffrey Epstein sollte Medien täuschen

Jeffrey Epstein: Eine Attrappe sollte die Medien nach Jeffrey Epsteins Tod täuschen. Bild: picture alliance/dpa/Palm Beach Post/AP | Uma Sanghvi

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  • FBI-Dokument spricht von geplanter Ablenkungsaktion
  • Attrappe sollte echten Leichentransport verschleiern
  • Neue Details heizen Spekulationen weiter an

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Rund um den Tod des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein kommen immer neue Details ans Licht. Nun sorgt ein Dokument aus den freigegebenen Ermittlungsakten für Aufsehen. Demnach sollen Justizmitarbeiter nach seinem Tod "Zeit" zufolge eine Scheinaktion inszeniert haben, um Medienvertreter gezielt in die Irre zu führen.

FBI-Protokoll spricht von inszenierter Ablenkung bei Jeffrey Epsteins Leichnam

Grundlage der neuen Vorwürfe ist die Zusammenfassung einer Befragung, die in den jüngst veröffentlichten Akten enthalten ist. Darin schildert ein Gefängnisaufseher, wie am Tag von Epsteins Tod vor dem Metropolitan Correctional Center in New York zahlreiche Journalisten warteten.

Um den Abtransport der echten Leiche ungestört zu ermöglichen, sei offenbar eine Attrappe vorbereitet worden. Mit Kartons und Bettlaken habe man eine Konstruktion geschaffen, die wie ein menschlicher Körper wirkte. Diese sei in einem weißen Fahrzeug der Gerichtsmedizin abtransportiert worden. Medienvertreter hätten das Fahrzeug verfolgt.

Parallel dazu sei Epsteins tatsächlicher Leichnam unbemerkt in einem anderen Wagen aus der Haftanstalt gebracht worden.

Offizielle Version bleibt Suizid bei Jeffrey Epstein

Epstein war im August 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Offiziell wurde sein Tod als Suizid eingestuft. Dennoch reißen Spekulationen und Zweifel bis heute nicht ab.Der Investor war zuvor wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und des Menschenhandels angeklagt worden. Schon Jahre zuvor hatte er in Florida einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft geschlossen und war vergleichsweise glimpflich davongekommen. 2019 folgte schließlich die erneute Festnahme auf Bundesebene.

Millionen Seiten Akten veröffentlicht im Fall Jeffrey Epstein

Das große öffentliche Interesse am Fall führte zu politischem Druck. Nach einem entsprechenden Gesetzesbeschluss durch den US-Kongress wurden die Ermittlungsunterlagen schrittweise freigegeben. Insgesamt veröffentlichten die Behörden mehr als drei Millionen Seiten Dokumente sowie tausende Videos und Bilddateien.

Die nun bekannt gewordene Aussage des Gefängnismitarbeiters ist allerdings nicht Teil der offiziellen Todesdokumentation. Zudem ist der Name des Zeugen geschwärzt, was eine unabhängige Überprüfung erschwert. Ob die geschilderte Aktion tatsächlich so stattgefunden hat, bleibt daher unklar.

Neuer Stoff für Verschwörungstheorien

Der Tod Epsteins sorgt seit Jahren für Spekulationen. Seine Kontakte in einflussreiche gesellschaftliche und politische Kreise sowie frühere Pannen bei der Gefängnisüberwachung befeuern bis heute Misstrauen.

Die jüngsten Enthüllungen dürften die Debatte weiter anheizen. Ob sich aus den freigegebenen Akten noch belastbare neue Erkenntnisse ergeben, ist derzeit offen.

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