Ivanka Trump: Trump-Tochter wegen Luxus-Projekt am Pranger
Menschen gehen in Albanien wegen Ivanka Trumps Inselprojekt auf die Straße. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
Erstellt von Sabrina Böhme
14.07.2026 09.33
- Demonstrationen gegen Ivanka Trumps Inselprojekt
- Naturschützer zeigen sich alarmiert
- Trumps Tochter schwärmt von ihren Plänen für die albanische Insel Sazan
Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner planen ein milliardenschweres Bauprojekt auf einer albanischen Insel. Das sorgte zuletzt für Unmut im Netz und in der Bevölkerung. In Albanien formiert sich jetzt massiver Widerstand gegen das Vorhaben. Tausende Menschen gehen im Rahmen der sogenannten "Flamingo Revolution" auf die Straßen, um gegen die Pläne von Donald Trumps Tochter und ihrem Ehemann zu demonstrieren.
Demonstrationen gegen Ivanka Trumps und Jared Kushners Inselprojekt
Das Paar beabsichtigt, auf der Insel Sazan – Albaniens größter Insel und ehemaligem Militärstützpunkt aus der Zeit des Kalten Krieges – ein luxuriöses Ferienresort zu errichten. Hinter dem Vorhaben sollen Geldgeber aus Saudi-Arabien stecken. Aktivisten liefern sich bereits Auseinandersetzungen mit der Polizei vor Ort. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: "Albanien steht nicht zum Verkauf", "Hände weg von albanischem Boden" und "Sazan ist keine Privatinsel, sie gehört dem albanischen Volk" steht auf den Protestschildern.
Ivanka Trumps Inselpläne in der Kritik – Naturschützer sind alarmiert
Grund für den Unmut ist das Ökosystem auf der Insel. Sazan beherbergt ein ökologisches Juwel von internationaler Bedeutung. Hier befindet sich Europas letztes unberührtes Flussdelta. Es ist die Heimat vieler seltener Tiere, darunter des vom Aussterben bedrohten Balkanluchses, der Mittelmeer-Mönchsrobbe und tausender rosa Flamingos.
Das geplante Resort würde dieses ohnehin fragile Ökosystem schwer belasten. Melitjan Nezaj, Umweltbiologe bei der albanischen Naturschutzorganisation PPNEA, warnt gegenüber "CNN": "Das Projekt ist ziemlich zerstörerisch, da es tatsächlich innerhalb eines Schutzgebiets gebaut werden soll, innerhalb einer geschützten Landschaft, die eines der intaktesten Feuchtgebiete im Mittelmeerraum ist."
Korruptionsermittlungen und ein umstrittenes Gesetz
Die fehlende Transparenz bei dem Projekt sorgt für erheblichen Unmut. Aleksandër Trajçe, Geschäftsführer der Naturschutzorganisation PPNEA, kritisiert gegenüber "The Guardian": "Von Anfang bis Ende gab es einen völligen Mangel an Transparenz. Wir haben keine öffentliche Konsultation oder öffentliche Dokumentation bezüglich der Genehmigungen gesehen." Albaniens Anti-Korruptionsbehörde hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Im Fokus steht die Frage, wie Kushner das Grundstück erwerben konnte, ohne das übliche Verfahren öffentlicher Ausschreibungen zu durchlaufen.
Zusätzlichen Zündstoff liefert ein 2024 verabschiedetes Gesetz, das den Bau von "Strukturen der Exzellenz mit fünf Sternen oder mehr" in Naturschutzgebieten gestattet. Nach albanischem Recht gelten Meer und Strand eigentlich als öffentliches Eigentum – neu errichtete Zäune auf der Insel haben die Wut der Demonstranten weiter angefacht. In diesem Jahr teilte Kushner auf der Plattform X Bilder von Entwicklungsprojekten für die albanische Küste und die Belgrader Innenstadt.
Excited to share some early design images for development projects we have been creating for the Albanian coast and downtown Belgrade. @nytimes @business pic.twitter.com/o0HIYLkZWV
— Jared Kushner (@jaredkushner) March 15, 2024
Firma meldet sich zu Ivanka Trumps Inselvorhaben
Auf Nachfrage von CNN äußerte sich der Private-Equity-Fonds, das Unternehmen von Kushner, nicht dazu, sondern verwies an die Sazan Real Estate Development LLC. In einem Statement schreibt der Vorsitzende der Firma, Asher Abehsera:
- "Wir freuen uns über die Gelegenheit, ein Reiseziel von Weltklasse zu schaffen und eine der größten privaten Investitionen in der Geschichte der Region zu tätigen. Unser Fokus liegt weiterhin auf verantwortungsvollem Handeln, Umweltschutz, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Schaffung langfristiger Werte für die lokalen Gemeinden.",
- "Wir respektieren die laufenden öffentlichen und institutionellen Prozesse und sind bereit, entsprechend deren Verlauf voranzuschreiten."
Trumps Tochter schwärmt von albanischer Insel
Albaniens Premierminister Edi Rama versucht, die Wogen zu glätten. Gegenüber "CNN" erklärte er: "Die Herausforderung besteht nicht darin, Beton über die Köpfe von Flamingos zu gießen. Die Herausforderung ist zu beweisen, dass Entwicklung und Natur nicht nur koexistieren können, sondern einander brauchen."
Ivanka Trump zeigt sich von den Protesten unbeeindruckt und hält an dem Vorhaben fest. In einem Podcast äußerte sie kürzlich: "Man kann sich einem Land oder einer Kultur nicht einfach aufzwingen – man muss sie erst verstehen, um es auf eine schöne, behutsame und bedeutungsvolle Weise zu tun."
Die Naturschützer stellen klare Bedingungen. Trajçe fordert den Abbau der Bulldozer und Zäune sowie die Wiederherstellung der Lebensräume – erst dann sei man zu Gesprächen bereit.
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