Saarbrücken: Verband: Jede sechste Person im Saarland von Armut betroffen
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Erstellt von Sarah Knauth
02.06.2026 06.03
Die Armut nimmt nach einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands auch im Saarland zu. Von 2024 zu 2025 stieg der Anteil der von Armut betroffenen Menschen demnach um 0,2 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent der Bevölkerung.
Damit liege das Saarland zwar weiter knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein: Fast jede sechste Person im Saarland sei von Armut betroffen, teilte der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz/Saarland mit. Dies sei ein klarer sozialpolitischer Auftrag.
Armutsquote auf Höchststand seit 2020
Nach dem neuen Bericht leben bundesweit 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Armutsquote liegt demnach bei 16,1 Prozent und erreicht damit ihren Höchststand seit 2020.
Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt im Februar bereits mitgeteilt. Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen, gelten als armutsgefährdet, wie die Statistiker dies nennen, oder als arm, wie es der Wohlfahrtsverband formuliert. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.
Paritätischer warnt vor Einschnitten bei sozialen Leistungen
Besonders betroffen sind bundesweit ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende. Bei Menschen ab 65 Jahren liegt die Armutsquote bei 19,5 Prozent, bei Alleinlebenden bei 30,3 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 28,9 Prozent.
Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland warnt deshalb vor Einschnitten bei sozialen Leistungen. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungs- und Wohnkosten brauche es mehr soziale Sicherheit statt weniger. Der Verband fordert die saarländische Landesregierung auf, sich dafür konsequent einzusetzen – auf Landes- wie auf Bundesebene.
"Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft Armut und gefährdet gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte Thomas Umsonst, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz/Saarland. "Notwendig sind armutsfeste Sozialleistungen, bessere Erwerbseinkommen, bezahlbares Wohnen und eine verlässliche soziale Infrastruktur."
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