Krankenkassenbeiträge: Weniger Netto vom Brutto - wer zur Kasse gebeten wird
Gutverdiener sollen wegen der neuen Gesundheitsreform künftig mehr für Krankenkassenbeiträge zahlen. Bild: picture alliance/dpa/GKV-Spitzenverband
Erstellt von Sabrina Böhme
18.04.2026 10.15
- Nina Warkens Gesundheitsreform: Krankenkassenbeiträge steigen
- Gutverdiener sollen künftig mehr für Beiträge zahlen
- Kritik an Plänen: Mehrbelastung für Arbeitgeber
Die geplante Gesundheitsreform von Gesundheitsministerin Nina Warken trifft Versicherte. Künftig soll vom Gehalt mehr für Krankenkassenbeiträge abgehen. Das betrifft vor allem Gutverdiener, wie aktuelle Berechnungen des Bundes der Steuerzahler für "Bild" zeigen.
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Höhere Krankenkassenbeiträge: Gesundheitsreform trifft Gutverdiener
Laut dem Gesetzesentwurf soll die Beitragsbemessungsgrenze 2027 um rund 300 ansteigen. Das ist eine Erhöhung von derzeit5.812,50 Euro auf etwa 6.112,50 Euro pro Monat. Das bedeutet: Bis zu der gesetzten Grenze müssen Krankenkassenbeiträge gezahlt werden. Alle Einkommen darüber bleiben beitragsfrei. Das würde in der Realität folgendermaßen aussehen. Die Berechnungen gehen von kinderlosen Singles und Alleinverdienern mit zwei Kindern aus. Hier zwei Beispiele:
- Eine alleinstehende Person, die pro Jahr brutto 74.400 Euro verdient, muss 315 Euro für die Krankenversicherung zahlen. Der Jahresverlust beläuft sich auf ein Minus von 200 Euro netto.
- Ein Alleinverdienerpaar mit demselben Jahresbruttogehalt von 74.400 Euro zahlt ebenfalls 315 Euro für die Krankenkasse. Das Jahresnetto sinkt somit um 229 Euro.
Steuerplus ab welcher Gehaltsstufe
Gleichzeitig profitieren Gutverdiener steuerlich betrachtet. Für gutverdienende Singles ist ein Plus von bis zu 125 Euro je nach Jahresbruttogehalt drin, bei Paaren sind es 86 Euro.Für die Berechnungen wurden das Jahreseinkommen (Brutto), der GKV-Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent, sowie der Einkommensteuertarif, die Soligrenzen, das Kindergeld und der Kinderfreibetrag herangezogen.
Arbeitgeber üben Kritik an Warkens Krankenkassen-Plänen
Mit der Reform will Warken die Krankenkassenbeiträge langfristig stabilisieren. Arbeitgeber kritisieren die Mehrbelastung für Arbeitnehmer. Die Anhebung verteuert "die Arbeitskosten für Arbeitgeber, schrumpft das Netto eines gutverdienenden Facharbeiters und senkt den Druck auf Reformen im Gesundheitswesen". Eine gute Nachricht gibt es: Die Beitragsgrenzen für Renten- und Pflegeversicherung bleiben bestehen.
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