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Nach Messerattacke auf Iris Stalzer: Adoptivtochter angeklagt – Gutachter sieht volle Schuldfähigkeit

Nach Messerattacke: Adoptivtochter von Iris Stalzer muss vor Gericht Bild: picture alliance/dpa | Christoph Reichwein

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  • 17-jährige Adoptivtochter von Iris Stalzer wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt
  • Ermittler gehen davon aus, dass sie ihre Mutter bewusst mit einem Messer schwer verletzte
  • Prozess findet wegen des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Mehr als ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Angriff auf die SPD-Politikerin Iris Stalzer hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Adoptivtochter der Bürgermeisterin soll für die schwere Attacke verantwortlich sein. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.

Staatsanwaltschaft sieht Tatvorwurf bestätigt

Die Ermittler gehen "Bild" zufolge davon aus, dass die heute 17-Jährige ihre Adoptivmutter im Keller des gemeinsamen Hauses mit einem Messer attackiert und schwer verletzt hat. Die Tat ereignete sich bereits am 7. Oktober vergangenen Jahres in Herdecke in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft alarmierte die Jugendliche anschließend selbst den Rettungsdienst. Nun muss sie sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Hagen verantworten. Da die Angeklagte zur Tatzeit minderjährig war, wird das Verfahren nach Jugendstrafrecht geführt. Dabei steht vor allem der Erziehungsgedanke im Mittelpunkt.

Verteidiger spricht von "trauriger Vorgeschichte" bei Adoptivtochter von Iris Stalzer

Der Anwalt der Jugendlichen weist darauf hin, dass seine Mandantin keine Tötungsabsicht gehabt habe. "Meine Mandantin hatte niemals vor, ihre Stiefmutter zu töten", erklärte Rechtsanwalt Andreas Trode. Zugleich deutete er an, dass hinter der Tat möglicherweise schwerwiegende familiäre Hintergründe stehen könnten. Diese müssten nun umfassend vor Gericht aufgearbeitet werden. "Hinter dieser Tat könnte sicherlich eine traurige und unfassbare Vorgeschichte stehen."

Gutachter hält Adoptivtochter von Iris Stalzer für schuldfähig

Nach dem Angriff war die 17-Jährige zunächst in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Inzwischen wurde sie psychiatrisch untersucht. Laut Informationen aus Ermittlerkreisen kommt ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass die Jugendliche voll schuldfähig sein soll. Iris Stalzer selbst konnte das Krankenhaus bereits kurze Zeit nach dem Angriff wieder verlassen.

Bürgermeisterin sprach offen über Verletzlichkeit

Trotz der dramatischen Ereignisse trat die SPD-Politikerin Anfang November ihr Amt als Bürgermeisterin wie geplant an. Nur wenige Wochen zuvor war sie mit mehr als 52 Prozent der Stimmen gewählt worden. In ihrer Antrittsrede sprach sie offen über die Folgen des Angriffs und die persönliche Belastung: "Der 7. Oktober war für mich ein Tag des Scheiterns und ein Tag der Verletzbarkeit." Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie sich den Herausforderungen ihres neuen Amtes weiterhin gewachsen fühle. "Es kommt nicht darauf an, immer alles im Griff zu haben."

Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Ein Termin für den Prozess steht bislang noch nicht fest. Wegen des Alters der Angeklagten wird die Verhandlung nicht öffentlich stattfinden. Zeitweise hatten die Ermittler auch gegen den Adoptivsohn der Politikerin ermittelt, da er sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls im Haus befand. Hinweise auf eine Beteiligung ergaben sich jedoch nicht.

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