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Buckelwal kämpft ums Überleben: Biodiesel aus Kadaver? Was mit seinem Körper passiert, wenn er stirbt

Der Buckelwal liegt noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Bild: picture alliance/dpa | Marcus Golejewski

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  • Ein Buckelwal ist vor der Insel Poel auf einer Sandbank gestrandet
  • Experten halten den Zustand des Tieres für äußerst kritisch und sehen kaum Hoffnung auf Rettung
  • Für den Todesfall laufen bereits Vorbereitungen für Bergung, Untersuchung und Verwertung des Kadavers

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal schwebt in akuter Lebensgefahr. Das Tier liegt vor der Insel Poel auf einer Sandbank fest und zeigt deutliche Anzeichen der Erschöpfung. Seine Haut weist Verletzungen auf, der Körper ist stark geschwächt. Fachleute schätzen die Lage als äußerst ernst ein. Nach Einschätzung der Experten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Meeressäuger an seinem derzeitigen Standort verenden wird. Zwar lebt der Wal noch, doch sein kritischer Gesundheitszustand lässt wenig Hoffnung auf Rettung zu.

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Für den Fall, dass der Wal nicht überlebt, sind bereits Vorkehrungen getroffen. Das Unternehmen SecAnim, eine auf Tierbeseitigung spezialisierte Firma, wird sich um die Bergung des Kadavers kümmern. Für den Transport großer Tiere verfügt das Unternehmen über entsprechende Ausrüstung: Hydraulische Ladekräne und Windensysteme ermöglichen das Aufladen auch schwerer Körper. "Der Transport erfolgt mit komplett geschlossenen, flüssigkeitsdichten Spezialfahrzeugen", erläutert ein Sprecher des Mutterkonzerns Saria gegenüber "Focus Online". Die Überreste würden anschließend zum SecAnim-Standort Malchin transportiert – rund 130 Kilometer von der Strandungsstelle entfernt.

Wissenschaft und Museum warten auf den Wal-Kadaver

Bevor SecAnim mit der Verarbeitung beginnen kann, werden zunächst Forscher den toten Wal untersuchen. Die wissenschaftliche Analyse soll klären, woran das Tier letztlich gestorben ist. Der Kadaver des Wales wird dafür nach Stralsund zum Deutschen Meeresmuseum gebracht. Dieses unterhält eine Spezialabteilung für Meeressäuger. Dabei würde es laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus aber ausdrücklich nicht darum gehen, ein Skelett für das Museum zu bekommen, sondern allein darum, den Wal zu untersuchen und die Todesursache zu bestimmen. Erst nach dieser Untersuchung wird der Kadaver zur weiteren Verwertung freigegeben.

In Malchin werden die sterblichen Überreste des Buckelwals anschließend weiterverarbeitet. Laut dem Saria-Sprecher geschieht dies "unter Einhaltung höchster Hygienestandards und Dokumentation aller Verarbeitungsschritte gemäß den gesetzlichen Vorgaben". Das Endprodukt: CO2-neutraler Brennstoff für Kraftwerke oder hochwertiger Biodiesel.

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/ife/news.de/stg

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