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Provokante Studie: Dumme Kinder werden Rassisten

Dumme Menschen werden konservativ und rassistisch, sagt eine kanadische Studie. Bild: dapd

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Es gibt Kinder, die schlauer sind als andere. Sie neigen später zu liberalen sozialpolitischen Einstellungen. Und es gibt Kinder mit einem niedrigeren Intelligenzquotienten, die vielleicht etwas länger als andere brauchen, um eine Mathematikaufgabe zu lösen. Diese Gruppe tendiert dazu, als Erwachsene konservativen Wertvorstellungen und Vorurteilen stärker anzuhängen. Die Verbindung zwischen kindlichem Intelligenzquotienten und späterer politischer Einstellung wollen Forscher der Brock Universität in der kanadischen Provinz Ontario herausgefunden haben.

Weniger intelligente Erwachsene bevorzugen demnach konservative Ideologien, bei denen Hierarchie und Konstanz wichtig seien - Einstellungen also, die zu Vorurteilen beitragen könnten, so der Psychologe Gordon Hodson, der an der Studie beteiligt war, im Interview mit dem Wissenschaftsmagazin Live Science.

Stört es Sie, mit Menschen anderer Hautfarbe zusammen zu arbeiten?

Die Forscher untersuchten dazu ausgewählte Kinder aus England. Der Intelligenzquotient der Kinder wurde gemessen, als sie zwischen zehn und elf Jahren alt waren. Ihre konservativen und rassistischen Einstellungen wurden im Alter zwischen 30 und 33 Jahren erfasst.

Dabei wurden die Einstellungen der Teilnehmer abgefragt. Sie sollten ihre Meinung äußern zu Fragen wie: Leidet das Familienleben, wenn die Frau in Vollzeit arbeitet? Sollten Schüler lernen, Autoritäten zu gehorchen? Stört es Sie, mit Menschen anderer Hautfarbe zusammen zu arbeiten? In einer zweiten Studie stellten die Forscher einen Zusammenhang zwischen konservativer Einstellung und Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen her.

Die Forscher selbst waren sich offenbar der Sprengkraft ihrer Studie bewusst. «Wir behaupten nun nicht, dass alle Liberalen brillant, alle Konservativen aber dumm sind», relativiert Forscher Hodson. Trotzdem gibt er sich vom Ergebnis überzeugt: «Es geht um Durchschnittswerte für große Gruppen», so Hodson.

jag/eia/news.de