Höfische Pracht: Schloss Ludwigslust nach Sanierung wiedereröffnet
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Erstellt von Sarah Knauth
30.05.2026 14.27
Seidene Tapeten, prächtige Kronleuchter, goldenes Geschirr hinter Panzerglas: Das Barockschloss Ludwigslust ist nach jahrelanger Restaurierung und mit einer neuen Dauerausstellung im Westflügel seit Samstag erstmals wieder in Gänze zu erleben.
Die Wiedereröffnung des Goldenen Saals und des Westflügels wurde mit einem großen Fest auf dem Rasenparterre gefeiert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) durchschnitt ein goldenes Band – danach strömten Hunderte Neugierige ins Schloss, vor dem sich Warteschlangen bildeten. Der Eintritt war am gesamten Wochenende frei.
Rarität: Goldener Saal mit Papiermaché-Raumschmuck
Ab 2016 konnte nach grundlegender Restaurierung zunächst der Ostflügel besichtigt werden – dort residierte einst der Herzog. Zugleich begannen die Bauarbeiten im Westflügel, der traditionell die Parade-Appartements der Damen beherbergte. Auch der Goldene Saal in der Mitte wurde einer Verjüngungskur unterzogen. Das Highlight dort ist der vergoldete Papiermaché-Raumschmuck, dessen Restaurierung aufgrund der Seltenheit des Materials eine besondere Herausforderung darstellte.
Millionen-Projekt
Die Arbeiten waren ein Millionen-Unterfangen. In die Restaurierung des Westflügels und der historischen Räume wurden den Angaben zufolge 18,3 Millionen Euro investiert. Für das Gestalten der neuen Dauerausstellung wendete die SSGK noch einmal rund 1,6 Millionen Euro auf. Auf drei Etagen mit 25 Räumen entstand eine neue Schau zur höfischen Welt des 18. und 19. Jahrhunderts.
Zu sehen gibt es etwa das Parade-Appartement der preußischen Prinzessin Alexandrine, die 1822 den Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin heiratete und nach Ludwigslust zog. Sie war eine Tochter von Königin Luise. Entsprechend große Mühe floss in das Ausgestalten ihrer Wohnung.
Teeservice einer russischen Zarentochter
Alexandrines Schlafzimmer zählt zu den Höhepunkten. Ihr prachtvolles Bett fand sich auf dem Dachboden des Schlosses und ist jetzt wieder an Ort und Stelle zu bewundern.
Als weiteres Highlight gilt das goldene Kaffee- und Teeservice der russischen Zarentochter Helena Paulowna, die 1799 – als 14-Jährige – Erbprinz Friedrich Ludwig zu Mecklenburg heiratete und nach Ludwigslust zog. Nur wenige Jahre später starb sie dort, einige Monate nach der Geburt ihrer Tochter. Das Geschirr gehörte zum Brautschatz der Großfürstin. Ihr Sohn Paul Friedrich sollte 1822 Alexandrine von Preußen heiraten.
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kns/roj/news.de