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Polizeimeldung Schwandorf, 20.04.2026: Couragierter Bürger verhindert Callcenter-Betrug - Pressegespräch mit Danksagung

Die Polizei Bayern informiert über einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Angelika Warmuth

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Für Amberg, Kriminaldirektor Dr hat die Polizei aktuelle Meldungen herausgegeben. In diesen heißt es:

Am Montag, 20.04.2026, fand bei der Kriminalpolizeiinspektion Amberg ein Pressegespräch zum Thema Callcenter-Betrug statt. In diesem Zusammenhang erhielt Herr Seegerer eine Danksagung von der Kriminalpolizei. Er erkannte die Callcenter-Betrugsmasche, spielte am Telefon mit und dadurch konnte ein Geldabholer festgenommen werden.

Am heutigen Montag lud die Kriminalpolizeiinspektion Amberg zu einem Pressegespräch zum Thema Callcenter-Betrug ein. Das Phänomen des Callcenter-Betrugs beschäftigt die Polizei nach wie vor intensiv – fast täglich werden in der Oberpfalz solche Betrugsfälle gemeldet. Inzwischen sind nicht nur Senioren im Fokus der Täter, auch jüngere Menschen werden immer wieder Opfer dieser Betrugsmasche.

Beim Pressegespräch erläuterten Kriminaldirektor Dr. Tobias Mattes, Leiter der KPI Amberg, zusammen mit Erstem Hauptkommissar Thomas Fenzl, Leiter des Kommissariats 3 und Dennis Ceesay, Sachbearbeiter im Kommissariat 3 die gängigsten Betrugsmaschen in diesem Bereich. Mit 1.027 Anzeigen im Jahr 2025 gab es 2025 in der Oberpfalz die wenigsten Fälle im Bereich des Callcenter-Betrugs, jedoch ist der Vermögensschaden nach wie vor hoch. Bei 108 vollendeten Betrugsfällen entstand ein Vermögensschaden von über 1,8 Millionen Euro. Neben der aktuellen Lage zum Callcenter-Phänomen wurden auch Präventionshinweise und Handlungsempfehlungen für die Bevölkerung vorgestellt.

Das Pressegespräch wurde außerdem dazu genutzt, sich bei Herrn Seegerer zu bedanken. Der 67-Jährige bekam Anfang März einen Callcenter-Betrugsanruf. Es ging dabei um die bekannte Masche des Schockanrufs, dass die Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und eine Kaution gezahlt werden müsse. Herr Seegerer erkannte die Betrugsmasche und spielte zum Schein mit, während seine Ehefrau die Polizei rief. Durch die Zusammenarbeit konnte die Polizei am Nachmittag einen Geldabholer, einen 56-jährigen Polen, vorläufig festnehmen.

Tobias Mattes bedankte sich bei Herrn Seegerer für die Zivilcourage. Der Fall zeigt, wie wichtig das Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger ist, um Straftaten zu verhindern.

Im Zusammenhang mit der Callcenter-Betrugsmasche stellte die Kriminalpolizeiinspektion Amberg auch noch einen aktuellen Fall vom Wochenende vor, wo eine 29-jährige serbische Geldabholerin vorläufig festgenommen wurde.

Amberg: Festnahme nach Schockanruf in Amberg

Am Freitag, den 17. April 2026, wurde ein 48-jähriger Amberger Opfer eines Callcenter-Betrugs per Telefon. Eine Tatverdächtige konnte festgenommen werden und befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt.

Gegen 11:52 Uhr erhielt der 48-Jährige einen Anruf von einer Frau, die sich als Polizeibeamtin ausgab. Diese teilte dem Geschädigten mit, dass seine Tochter angeblich einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine Person gestorben sei. Weiterhin sei seine Tochter nach Fahrerflucht festgenommen worden und müsse nun in Untersuchungshaft. Die angebliche Polizeibeamtin erklärte, dass eine Zahlung von 50.000 Euro Kaution die Untersuchungshaft verhindern könne. Der Geschädigte sammelte daraufhin einen Betrag von etwa 23.000 Euro und übergab das Bargeld an eine Abholerin.

Kurz nach der Übergabe erkannte der Geschädigte den Betrug und erstattete umgehend Anzeige bei der Polizeiinspektion Amberg. Durch sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen konnte die Abholerin noch am Bahnhof Schwandorf durch Kräfte der Polizeiinspektion Schwandorf festgenommen werden. Das gesamte Bargeld führte die 29-jährige serbische Tatverdächtige noch mit sich.

Am Samstag, den 18. April 2026, wurde die Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die 29-Jährige befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Amberg übernahm die weiteren Ermittlungen.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor Anrufen dieser Art. Seriöse Behörden fordern keine Kaution am Telefon und kontaktieren Angehörige niemals unter Androhung von Haft. Sollten Sie einen derartigen Anruf erhalten, beenden Sie das Gespräch sofort und wenden Sie sich unverzüglich an die Polizei.

Weitere Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten:

  • Legen Sie sofort auf, wählen Sie selbstständig die 110 und fragen Sie bei der Polizei nach, ob die angegebenen Informationen des Telefonats richtig sind.

  • Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände von Ihnen.

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde - auch nicht an Personen, die sich als Polizisten ausgeben

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch Polizisten oder andere Amtsträger.

  • Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Die Täter nutzen die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik, um falsche Nummern anzuzeigen. Die 110 erscheint bei echten Polizeianrufen niemals im Display (auch nicht mit Vorwahl).

  • Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Kontaktpersonen ein persönliches Codewort, das nur Ihnen bekannt ist. So können Sie im Ernstfall echte Notrufe von Betrugsversuchen unterscheiden.

  • Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest den Vornamen und die Adresse entfernen. Wenden Sie sich dafür an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter: https://www. polizei-beratung.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidiums die Oberpfalz. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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