Polizei-News Erfurt, 09.03.26: Bundesweite Durchsuchungen im Baugewerbe wegen Verdacht auf Beitragsvorenthaltung und Steuerhinterziehung
Der Zoll meldet einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Christian Charisius
Erstellt von Team Datenjournalismus
09.03.2026 11.41
Gemeinsame Medieninformation der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und des Hauptzollamtes Erfurt vom 9. März 2026)
Über 160 Beamtinnen und Beamte des Zolls durchsuchen seit dem Vormittag (09.03.2026) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen insgesamt 16 Objekte (Wohn- und Geschäftsräume) in Thüringen, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Die Maßnahmen richten sich gegen einen Beschuldigten (36) aus Weimar, der Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen haben soll. Gegen 21 Beschuldigte (26 - 67) wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu diesen Delikten ermittelt.
Dem 36-Jährigen wird das Vorenthalten und Veruntreuen von Soziallversicherungsbeiträgen, Betrug zu Lasten der Sozialkasse der Bauwirtschaft sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen.
Er soll mit Arbeitnehmern, die nicht oder aber mit einem zu geringen Bruttolohn zur Sozialversicherung angemeldet waren und für die keine oder zu geringe Lohnsteuer gezahlt wurde, Bauleistungen in Schwarzarbeit ausgeführt haben. Zur Verschleierung der Schwarzarbeit sollen die beteiligten Firmen untereinander Scheinrechnungen ausgetauscht haben. Nach aktuellen Schätzungen liegt der entstandene Schaden bei über 1,2 Millionen Euro.
Im Rahmen der Durchsuchungen stellten die Beamtinnen und Beamten umfangreiche Beweismittel sicher, darunter Computer und Smartphones.
Die Maßnahmen dauern derzeit noch an. Nähere Angaben können zurzeit nicht gemacht werden.
Zusatzinformationen:
Der Zoll prüft und ermittelt unter anderem sehr komplex gestaltete Formen von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung, wie zum Beispiel Kettenbetrug.
Kettenbetrugsverfahren sind gekennzeichnet durch den An- und Verkauf sowie die Verbuchung unrichtiger Belege, wie beispielsweise Rechnungen über Leistungen, die tatsächlich nicht erbracht wurden (Scheinrechnungen) gegen Zahlung einer Provision.
Ziel dieses An- und Verkaufs von Scheinrechnungen ist die Schaffung eines Schwarzgeldkreislaufes, um Sozialabgaben und Steuern einzusparen. Die Arbeitnehmer der Rechnungskäufer werden meist nicht oder nur mit einem geringeren Arbeitslohn zur Sozialversicherung angemeldet und durch Schwarzgeldzahlungen entlohnt. Neben der Schädigung der Sozialversicherung und des Fiskus sind die betroffenen Arbeitnehmer nicht oder nur unzureichend über die Sozialversicherung abgesichert.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Hauptzollamt Erfurt vom 09.03.2026 gegen 11:07 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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