Polizei-News Giessen, 13.02.26: Gießen - Falscher Polizeibeamter macht hohe Beute - echte Polizei warnt und gibt Tipps
Die Polizei informiert über ein aktuelles Delikt (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Paul Zinken
Erstellt von Team Datenjournalismus
13.02.2026 14.27
Zwischen Montag (9.2.) und Dienstag meldete sich ein Unbekannter mehrfach telefonisch bei einer Gießenerin und verwickelte sie in ein Gespräch. Er gab sich dabei als besorgter Polizeibeamter aus und gaukelte er ihr mit Nachdruck vor, dass das Geld auf ihrem Bankkonto in Gefahr und nicht mehr sicher sei. Im Gespräch schilderte er, dass ein Angestellter der Bank mit Kriminellen zusammenarbeite. Man habe in diesem Zusammenhang bereits Festnahmen getätigt, dabei sei der Name der Seniorin auf einer Liste aufgetaucht. Aus diesem Grund forderte er die Seniorin auf, ihr Geld auf ein angebliches Konto der Staatsanwaltschaft zu überweisen und es so "in Sicherheit zu bringen". Als Verwendungszweck sollte sie konspirativ "Anzahlung Wohnungskauf" angeben. Zusätzlich wies der skrupellose Dieb sie an, den Hintergrund der Zahlung auf gar keinen Fall der Bank mitzuteilen. Die 84-Jährige überwies schließlich 115.000 Euro an ein fremdes Konto. Sie wurde im Nachgang skeptisch und kontaktierte selbst die Polizei. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen.
Um es den dreisten Betrügern möglichst schwer zu machen, bittet die Polizei um Mithilfe. Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über die vielfältigen Maschen der Täter. Stellen Sie sich als Ansprechpartner für ihre Angehörigen zur Verfügung. Zeigen Sie die Möglichkeit auf, unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu Hilfe holen zu können.
Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer initial zu schockieren. In vergangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum, in manchen Fällen Stunden, erstrecken können. Darin üben die Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten Betrugsmaschen sind vielfältig. Im Kontext von falschen Bankmitarbeitern ist der typische Ablauf der gängigsten Fälle wie folgt:
- Der Schockanruf: Die Täter rufen an und geben sich als Mitarbeiter Ihrer Bank oder Sparkasse aus. Oft behaupten sie, es seien "unregelmäßige Kontobewegungen" aufgefallen. Daher seien weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig.
- Die PIN-Falle: Unter dem Vorwand, die Karte sperren oder prüfen zu müssen, wird das Opfer gedrängt, die PIN preiszugeben. Entweder direkt am Telefon, vor Ort an den falschen Mitarbeiter oder durch Eingabe in eine gefälschte Website.
- Die Abholung: Da die Karte angeblich "defekt" oder "unsicher" sei, kündigt der Anrufer an, ein Kurier oder Kollege werde sie sofort an der Haustür abholen, um sie zur Bank zu bringen. Teils wird versucht, auch weitere Wertgegenstände in Verwahrung zu nehmen, um sie so vor Dieben zu sichern.
- Die Plünderung: Sobald die Betrüger Karte und PIN haben, heben sie umgehend Bargeld an Automaten ab oder tätigen Einkäufe.
Die Ermittler raten: Banken fragen telefonisch nicht nach Details, Wertgegenständen, Geheimnummern oder fordern Sie telefonisch zu Überweisungen auf. Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf! Vergewissern Sie sich im Zweifel persönlich bei Ihrer Bank. Geben Sie auf keinen Fall Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie z. B. Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten (z. B. PayPal), heraus.
Im Zweifel gilt: Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren!
Die Polizei Hessen bietet umfangreiche Präventionsangebote und gibt kostenlos Tipps. Kontakt zu den mittelhessischen Ansprechpersonen finden Sie auf unserer Internetseite: https://www.polizei.hessen.de/service/ansprechpersonen/kriminalpolizeiliche-beratungsstelle-im-polizeipraesidium-mittelhessen
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Mittelhessen vom 13.02.2026 gegen 13:47 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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