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Polizei-News Osnabrück, 15.01.26: Weniger Geldautomatensprengen - Internationales Projekt übertrifft Erwartungen

Die Polizei informiert über eine aktuelle Fahndung (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Christoph Reichwein

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nunmehr den niedrigsten Stand der letzten rund zehn Jahre. Auch die Polizeidirektion Osnabrück verzeichnete einen Rückgang der Sprengungen. Im Jahr 2025 gab es eine Tat in Papenburg, bei der alle sechs mutmaßlichen Beteiligten in flagranti - direkt nach der Tat - festgenommen werden konnten. Im Vorjahr waren es noch vier Taten (Twist, Haren, Papenburg und Wallenhorst). Trotz des positiven Trends, ist das Phänomen weiter ein Thema. Insbesondere wegen der Gefährlichkeit der verwendeten Explosivstoffe, dessen Einsatz und Herkunft zukünftig eine noch größere Rolle bei der polizeilichen Betrachtung spielen wird.

Zur Reduzierung und Verdrängung der Taten dürfte neben zahlreichen Maßnahmen des Bankensektors und der Sicherheitsbehörden auch ein internationales, polizeiliches Projekt namens Lumen beigetragen haben: Drei Jahre (2023-2025) ist es her, dass sich unter der Gesamtprojektleitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg ein Netzwerk aus 21 EU-Staaten im Projekt ISF Lumen zusammengeschlossen haben, um gemeinsam der grenzüberschreitenden Eigentumskriminalität den Kampf anzusagen. Dabei stand insbesondere die Bekämpfung von vier Deliktsbereichen der bandenmäßigen und organisierten Eigentumskriminalität im Fokus der Projektpartner Polizei Berlin, Bundeskriminalamt und Polizeidirektion Osnabrück: Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, Kfz-Kriminalität, Hütchenspielbetrug und die Bekämpfung der Geldautomatensprengungen - letzterer unter Federführung der Osnabrücker Direktion.

Die Gesamt-Bilanz zu den vier im Fokus stehenden Phänomenen, die das Landeskriminalamt Ba-den-Württemberg vor einigen Wochen vorstellte, kann sich sehen lassen: 70 internationale Ermittlungsgruppen wurden ins Leben gerufen und über 200 grenzüberschreitende Maßnahmen durch-geführt, dabei waren über 5.ooo Polizistinnen, Polizisten und Staatsanwälte im Einsatz. Europaweit konnten über 270 Festnahmen erzielt und rund sechs Millionen Euro an Geld und Wertgegenständen von Kriminellen beschlagnahmt werden. Aber auch die Verurteilungen sprechen eine deutliche Sprache. Allein bei einem Prozess am Osnabrücker Landgericht wurde im März 2025 eine Gesamtfreiheitsstrafe von rund 35 Jahren gegen sieben Geldautomatensprenger verhängt - der Hauptangeklagte erhielt 8 Jahre und neun Monate. Die sieben Männer waren an 22 Taten in unterschiedlichen Konstellationen beteiligt. Vorangegangen waren europaweite Ermittlungen unter Federführung der Osnabrücker Schwerpunktstaatsanwalt zur "Bekämpfung von Geldausgabeautomatensprengungen" in enger Zusammenarbeit mit einer Osnabrücker Ermittlungsgruppe und weiteren Einheiten, die im November 2023 in einem länderübergreifenden Großeinsatz mündeten.

In allen behandelten Kriminalitätsfeldern konnten durch die genannten Einsatzmaßnahmen, die Stärkung von Netzwerken, Erfahrungs- und Informationsaustausch und vor allem gezielte Präventionsmaßnahmen erhebliche Erfolge erzielt werden. Und auch für zukünftige Ermittlungen wurden nachhaltige Verbesserungen erwirkt - von der Beschaffung von Einsatztechnik bis hin zur unbürokratischen Bereitstellung finanzieller Mittel. Zudem wurde erstmals im letzten Jahr eine internationale Konferenz zum Phänomenbereich der Geldautomatensprengungen in Osnabrück ausgerichtet. 125 Expertinnen und Experten nahmen teil - aus allen deutschen Bundesländern, von Bundespolizei und Bundeskriminalamt, den Nachbarländern Frankreich, Luxemburg, Belgien, Schweiz, Österreich und der Niederlande sowie Staatsanwaltschaften aus Deutschland und der Niederlande, wie auch die EU-Agenturen Eurojust und Europol.

Friedo de Vries, Osnabrücker Polizeipräsident, sagte zu den Ergebnissen: "Der Rückgang der Fall-zahlen bei den Geldautomatensprengungen ist ein Gemeinschaftserfolg. Dabei haben unsere Bemühungen, allen voran im Projekt Lumen, eine gewichtige Rolle gespielt. Wir konnten Expertinnen und Experten der Polizeien aus Europa durch Konferenzen und Tagungen vernetzen. Bei grenz-überschreitenden Fahndungen und der Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialkräfte haben wir für eine noch engere Verzahnung gesorgt. Das ohnehin bestehende intensive Zusammenwirken mit unseren niederländischen Partnern wurde weiter ausgebaut - und war einer der bedeutenden Schlüssel zum Erfolg. Die verfestigten Verbindungen werden zukünftig unsere gemeinsame Sicherheitsarbeit prägen. Wir gehen stärker als zuvor in die weitere Bekämpfung krimineller Bandenstrukturen und bleiben dran - vor allem beim Thema hoch gefährlicher Explosivstoffe.

Cecile Kosterman, Leiterin der Abteilung für Geldautomatensprengungen in den Niederlanden, betonte: "Seit Jahren stehen wir in Deutschland und anderen europäischen Ländern vor der Herausforderung, Geldautomatensprengungen zu bekämpfen. Im Rahmen des ISF Lumen haben wir ein starkes internationales Netzwerk aufgebaut und konnten durch die enge Zusammenarbeit zahl-reiche Täter festnehmen. Dadurch sinkt die Zahl der Geldautomatensprengungen rapide. Mit dem Fokus auf Prävention, Aufklärung und Strafverfolgung ist diese Zusammenarbeit jetzt und in Zukunft

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Osnabrück vom 15.01.2026 gegen 07:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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