Sonnenschutz und Medikamente: Dermatologe warnt vor unterschätzten Risiken
Sonnenschutz beginnt nicht erst im Sommer. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
10.04.2026 10.35
- Dermatologe nennt Risiken bei der Medikamenteneinnahme durch Sonneneinstrahlung
- Beim Sonnenschutz treten immer wieder Fehler durch zu wenig Sonnencreme auf
- Hautarzt nennt Tipps für die richtige Sonnenschutz-Routine
Nach den kalten Wintermonaten locken die wärmeren Temperaturen viele Menschen wieder in die Natur. So schön die Sonnenstrahlen auch sein mögen, der Sonnenschutz sollte dabei nicht vergessen werden. Daran sollten auch Patienten denken, die Medikamente einnehmen.
Dermatologe klärt auf: Diese Medikamente machen die Haut lichtempfindlicher
Bestimmte Medikamente können sich auf die Haut auswirken und sie durchlässiger für die Sonneneinstrahlung machen. "Patienten, die gewisse Antibiotika oder pflanzliche Präparate wie Johanniskraut einnehmen, sind lichtempfindlicher und daher ist es bei diesen Patienten wichtig, dass sie sich besonders schützen und von der Sonne fernhalten", sagte Dr. Christoph Liebich gegenüber news.de. Deshalb sollten Patienten mit ihrem Hausarzt oder Dermatologen abklären, ob sich ihre Medikamente auf die Haut auswirken können.
Sonnenschutz nicht nur im Sommer
Generell ist es wichtig, den Sonnenschutz das ganze Jahr über ernst zu nehmen und nicht erst im Sommer an Sonnencreme zu denken. Das gilt auch beim Autofahren und im Büro. Deshalb rät Dr. Liebich dort zu Sonnencreme. Denn das UV-Licht kann die Hautalterung beschleunigen und Hautkrebs begünstigen.
Diese Sonnenschutz-Fehler machen fast alle
Die Haut benötigt also regelmäßig eine schützende Cremeschicht durch entsprechende Produkte. Von Tagescremes mit Lichtschutzfaktor rät Dr. Liebich aber ab, weil der Lichtschutzfaktor zu gering sei und sie mehr kosten. Das kann zu Fehlern in der Routine führen. Es kann sein, dass nicht genügend Lichtschutz aufgetragen wird. "So baut sich kein ausreichender Lichtschutz auf", erklärt der Dermatologe. Das ist ein generelles Problem. "Leute meinen, sie müssen den Schutz reduzieren, je länger sie an die Sonne gewöhnt sind", so Dr. Liebich. Das ist ein Trugschluss. Die Haut gewöhnt sich nicht an die Sonne. Außerdem bedeutet eine gebräunte Haut nicht, dass die Haut jetzt geschützt ist.
Tipps für eine einfache Sonnenschutz-Routine
Deshalb ist es wichtig, eine gute Routine zu entwickeln. Diese lässt sich ganz einfach in den Alltag einbinden, wie die Tipps von Dr. Liebich zeigen:
- Vor dem Rausgehen immer eincremen.
- Die richtige Menge beachten: "Wir brauchen mindestens zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Sonnenschutzcreme."
- Einen hohen Lichtschutzfaktor von 50 verwenden.
- Wer schwimmen war oder stark schwitzt, sollte sich "zwei bis drei Stunden" danach eincremen.
- Auf den Hauttyp achten. Menschen mit Akne oder öliger Haut sollten auf ölfreie Sonnencreme setzen. Bei trockener und schuppiger Haut ein pflegendes Sonnenschutzprodukt verwenden.
Über unseren Experten: Dr. Christoph Liebich ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten bei DERMAZENT – Dermatologie in München. Zudem ist er Mitglied im Experten-Kreis der Gesundheit der "Stiftung Gesundheit".
Hinweis: Der Artikel wurde nach umfassender Recherche geschrieben und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Suchen Sie bei Beschwerden Ihren Hausarzt oder Dermatologen auf.
Diese Gesundheitsratgeber zum Thema Haut sind einen Blick wert:
- Was hilft wirklich gegen Schweiß? Ein Dermatologe gibt Tipps
- So schützen Sie sich im Sommer vor Hitzschlag und Co.
- Diese Inhaltsstoffe könnten gesundheitsschädlich sein
- Dermatologe klärt auf: Schadet zu viel Creme wirklich der Haut?
- Auf zwei typische Symptome besonders achten