Gesundheit

Schlaganfälle und Herzinfarkte: Diese Blutgruppen sind für bestimmte Krankheiten anfälliger

Welche Blutgruppe wir haben, kann einiges über unsere Resilienz gegen bestimmte Erkrankungen aussagen. Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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  • Die verschiedenen Blutgruppen haben Einfluss auf Erkrankungsrisiken
  • Menschen mit der Blutgruppe 0 genießen am häufigsten Vorteile
  • Auch Corona-Erkrankungen werden durch die Blutgruppen beeinflusst

Mehr Infos rund um die Erkrankungen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Sind Sie B positiv oder A negativ? Oder sogar Blutgruppe 0? Wer das nicht weiß, sollte sich dringend bei seinem Arzt oder bei einer Blutspende darüber informieren lassen. Denn die Blutgruppe gibt Aufschluss darüber, wie unser Immunsystem arbeitet - und wie anfällig wir für bestimmte Erkrankungen sind. Welche Risiken oder Vorteile die verschiedenen Blutgruppen haben, erklären wir Ihnen hier.

Welche Blutgruppen besonders risikobehaftet sind

Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2021 liefert einen Überblick über die verschiedenen Krankheitsrisiken der jeweiligen Blutgruppen. Das Forschungsteam hat für die Studie die Daten von mehr als fünf Millionen Schweden analysiert und die Einflüsse verschiedener Erkrankungen untersucht. Dabei kam heraus: Insgesamt 49 der untersuchten Erkrankungen wiesen einen Zusammenhang zu der Blutgruppe auf.

Personen der Blutgruppe A waren demnach anfälliger für Blutgerinnsel, während Menschen mit Blutgruppe 0 vor allem von Blutgerinnungsstörungen betroffen waren. Außerdem litten Frauen mit Blutgruppe 0 häufiger als andere an schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck. Die Blutgruppe B ging wiederum oftmals mit einem geringeren Risiko für Nierensteine einher. Weiterhin zeigten sich ein erhöhtes Risiko der Blutgruppen A, B und AB im Vergleich zur Blutgruppe 0 für:

  • einen ischämischen Schlaganfall (plötzliche Verringerung der Gehirndurchblutung)
  • Herzinfarkte
  • periphere Gefäßerkrankungen (also Störungen an den Blutgefäßen außerhalb des Herzens)

Blutgerinnsel können zu Thrombose und Lungenembolie führen

Besonders für Frauen interessant: Die Blutgruppen A, B und AB enthalten einen höheren Gehalt an sogenannten Gerinnungsfaktoren, also Proteinen, die das Blut gerinnen lassen. Diese sind ein wichtiger Risikofaktor bei der Entwicklung von Thrombosen. Dabei leiden Frauen durch hormonelle Risikofaktoren (darunter die Wechseljahre, Schwangerschaften oder die Antibabypille) ohnehin bereits unter einem deutlich erhöhten Thromboserisiko - etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Mit dem Thromboserisiko steigt auch die Gefahr für Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Bei den gleichen Blutgruppen steigt außerdem auch das Risiko für eine Lungenembolie. Dabei kommt es zu einer Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge durch ein Blutgerinnsel. Forschende gehen dabei davon aus, dass auch hierbei die Gerinnungseigenschaften der Blutgruppen eine wichtige Rolle spielen.

Corona-Risiko bei Blutgruppe 0 besonders gering

Auch beim Coronavirus spielt die Blutgruppe eine gewisse Rolle: Menschen mit der Blutgruppe 0 haben mehreren Studien zufolge ein insgesamt geringeres Risiko, sich anzustecken. Auch der Verlauf ist bei ihnen im Vergleich zu Menschen mit anderen Blutgruppen deutlich milder. Personen mit der Blutgruppe A hingegen stecken sich oftmals leichter an, was unter anderem daran liegt, dass die Viren sich besonders effektiv an Zellen dieser Blutgruppe binden können.

Interessant: Die Viren haben bei der Übertragung insbesondere dann leichtes Spiel, wenn die Blutgruppen der beteiligten Personen kompatibel sind. Wer also Blutgruppe 0 hat, hat zwar ein geringeres Infektionsrisiko, gibt das Virus allerdings umso leichter an andere weiter. Konkret wurde in einer Studie für Haushalte mit inkompatiblen Blutgruppen ein um 40 Prozent geringeres Ansteckungsrisiko festgestellt.

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