Hygiene-Fehler: Warum ein Duschgel nicht für den ganzen Körper ausreicht
Welches Duschgel wir an welcher Stelle verwenden, hat Einfluss darauf, wie trocken oder irritiert unsere Haut ist. Bild: AdobeStock / Sunanta
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
17.02.2026 13.28
- Wer normales Duschgel für den ganzen Körper verwendet, schadet der Haut
- Die Haut ist nicht überall gleich aufgebaut und unterschiedlich sensibel
- An welchen Körperstellen welche Produkte empfehlenswert sind, verraten wir hier
Mehr Infos rund um Beauty und Hautpflege finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Hautexperten warnen: Wer Tag für Tag das gleiche Produkt auf dem gesamten Körper verwendet, könnte der Hautbarriere damit schaden. Die Haut ist kein einheitliches Organ mit überall gleichen Eigenschaften und ist dementsprechend je nach Stelle auch unterschiedlich zu pflegen. Was Sie dabei beachten müssen, verraten wir Ihnen hier.
Die Haut ist nicht überall am Körper gleich aufgebaut
Ein zentraler Befund der Hautforschung ist, dass die Hautbarriere sich je nach Region unterscheidet: So variieren etwa die Dicke der Hornschicht, also der äußersten Hautschicht, die Lipidzusammensetzung und der Wasserverlust zwischen Gesicht, Rumpf, Achseln und Intimbereich deutlich.
So reagieren auch die jeweiligen Körperstellen unterschiedlich empfindlich auf äußere Reize - manche sind schlichtweg schneller irritiert. So sind beispielsweise synthetische Duftstoffe, wie sie häufig in Duschgels verwendet werden, an den Armen oder Beinen eher unproblematisch, an anderen Stellen wiederum lösen sie Reizungen oder Kontaktallergien aus.
Darum ist die Wahl des Duschgels für das Hautmikrobiom wichtig
Dass differenzierte Pflege wichtig ist, zeigt auch ein Blick auf das Hautmikrobiom: Eine im Fachjournal "Science" veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass die mikrobielle Besiedlung der Haut stark von der jeweiligen Körperstelle abhängt. Das Hautmikrobiom funktioniert als eine Art Schutzschild, der vor Einflüssen aus der Umwelt - beispielsweise Viren oder Bakterien - schützt.
Ist das Mikrobiom in einem gesunden Gleichgewicht, kann die Haut ihre Schutzfunktion optimal erfüllen. Ein Ungleichgewicht kann wiederum zu Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen oder Rosazea führen. Übermäßig aggressive Produkte, synthetische Duftstoffe oder antibakterielle Produkte können dem Gleichgewicht schaden.
Wer seine Haut optimal pflegen möchte, sollte entsprechend die richtigen Duschgels wählen - und zwar für jeweils für die verschiedenen Körperstellen:
- Standard-Duschgels für den ganzen Körper sollten mit Bedacht gewählt werden - am geeignetsten sind pH-neutrale Gels. Ungeeignet sind stark parfümierte oder austrocknende Produkte.
- Speziell für das Gesicht sind feuchtigkeitsspendende Gels mit Inhaltsstoffen wie Glycerin besonders geeignet
- Die Intimzone ist besonders sensibel: Hier sollten Intimwaschgels mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5 gewählt werden. "Erfrischende" Duschgels mit Menthol, aggressive Duft- und Farbstoffe oder antibakterielle Duschgels sollten Sie vermeiden.
- Für die Achseln können bei starkem Schwitzen deodorierende, aber nicht austrocknende Produkte sinnvoll sein. Menschen mit empfindlicher Haut sollten um parfümierte Gels einen Bogen machen.
- Die Füße können mit antibakteriellen oder erfrischenden Duschgels gewaschen werden, die gegen stärkere Gerüche helfen.
Wer mit einem einzigen milden Duschgel gut zurechtkommt, muss seine Routine nicht zwangsläufig ändern - doch wer immer wieder mit irritierter oder trockener Haut zu kämpfen hat, dem könnte Variation bei den Duschgels weiterhelfen.
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