Gesundheit

Jahrelang unbemerkt: Ständiges Sodbrennen kann Anzeichen für Speiseröhrenkrebs sein

Sodbrennen ist unangenehm, meist aber kein Grund zur Panik. Hält es länger an, kann es allerdings auf eine dahinterliegende Erkrankung hinweisen. Bild: AdobeStock / KMPZZZ

  • Artikel teilen:
  • Sodbrennen ist an sich harmlos, wenn auch unangenehm
  • Hält es lange an oder tritt es häufig auf, kann das ein Warnzeichen sein
  • In einigen Fällen kann Sodbrennen auf Speiseröhrenkrebs hinweisen

Mehr Infos rund um Krebs finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Was als einfaches Sodbrennen beginnen kann, könnte sich später als lebensbedrohliche Erkrankung herausstellen: So berichtet unter anderem die britische Tageszeitung "Mirror" über einen Fall, in dem ein 67-Jähriger über Jahre hinweg immer wieder unter Sodbrennen litt. Das Symptom, was der Betroffene erst als harmlos einstufte, wurde schließlich als Anzeichen von Speiseröhrenkrebs diagnostiziert.

Sodbrennen: Was sind normalerweise die Ursachen?

In der Regel handelt es sich bei Sodbrennen laut den Experten der renommiertenMayo Clinic nicht um dramatische gesundheitliche Probleme. Im Normalfall wird es durch Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt, verursacht. Diesen Rückfluss nennen Fachleute auch "Reflux". Das passiert besonders häufig, wenn man zuvor besonders fettreich und üppig gegessen oder Getränke mit viel Säure oder Koffein getrunken hat.

Bei Sodbrennen kommt es, wie der Name schon sagt, zu einem leicht brennenden Gefühl in der Gegend um das Brustbein, mitunter bis hinauf zum Rachen. In einigen Fällen kann es auch im Magen drücken. Häufig müssen Betroffene außerdem aufstoßen. Seltener kommt es zu Heiserkeit oder Husten. In jedem Fall wird Sodbrennen generell zwar als unangenehm, aber eher harmlos wahrgenommen.

Speiseröhrenkrebs erkennen, bevor es zu spät ist

Im Fall des 67-Jährigen Engländers sah es allerdings anders aus: Nach einer Reihe an Tests und Überweisungen an Fachkliniken wurde schlussendlich festgestellt, dass er an Speiseröhrenkrebs im Stadium vier litt. Stadium vier bedeutet, dass der Krebs bereits weit vorangeschritten ist - häufig hat er sich in diesem Stadium bereits an mehreren Stellen im Körper ausgebreitet. Hat er sich erst einmal so weit entwickelt, gilt er in der Regel als nicht mehr heilbar.

Die Stiftung "Action Against Heartburn" legte kürzlich eine Analyse vor, die zeigt, dass der Anteil an Speiseröhrenkrebs, der erst im Stadium vier diagnostiziert wird, in England von 25,1 Prozent in 2013 auf 36,6 Prozent in 2022 gestiegen ist.

Das sind weitere typische Symptome von Speiseröhrenkrebs

"Speiseröhrenkrebs beeinträchtigt die Speiseröhre, die den Rachen mit dem Magen verbindet. Die Ursachen sind oft unklar, können jedoch mit Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Übergewicht zusammenhängen", erklärt Sheraz Markar, Professor an der Universität von Oxford und beratender Ösophagus- und Magenchirurg am Oxford University Hospitals NHS Trust gegenüber "Action Against Heartburn".

Die Symptome sollen laut Markar teils eher vage sein, doch ein häufiges Anzeichen ist anhaltendes Sodbrennen. Zu den weiteren Symptomen können auch Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, unerklärlicher Gewichtsverlust oder chronische Verdauungsstörungen sein. Wer mehrere dieser Symptome länger bei sich beobachtet, sollte dringend seinen Hausarzt aufsuchen.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

Mehr Infos rund um Krebs finden Sie auch in diesen Beiträgen:

/bua/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.