Luftqualität-Warnungen in Deutschland: 156 Messstationen messen gefährliche Werte
Städtische Luftverschmutzung durch Schadstoffe Bild: Adobe Stock / Grzegorz Polak
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer
26.01.2026 17.15
- 156 Wetterstationen melden schlechte Luft durch Feinstaub
- Höchste Grenzwert-Überschreitung in Neuwied-Hafenstraße mit 65 µg/m³
- Umweltbundesamt meldet: Luftqualitätsindex im roten Bereich
- Das Umweltbundesamt empfiehlt insbesondere Risikogruppen, Anstrengungen im Freien zu vermeiden
UBA-Messstationen schlagen an! Momentan werden an 156 Stationen in ganz Deutschland schlechte bis sehr schlechte Luftqualität gemessen. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit mit 52 Messstellen die meisten Stationen betroffen. Hauptverursacher ist Feinstaub - eine Mischung winziger Partikel, die tief in die Atemwege eindringen und die Gesundheit gefährden können.
Die höchste Überschreitung wird zurzeit in Neuwied-Hafenstraße gemessen. Hier liegt der Luftqualitätsindex zur Zeit im roten Bereich. Der Grenzwert für Feinstaub₁₀ wird mit 65 µg/m³ überschritten.
Die Karte zeigt eine Auswahl der Stationen mit überschrittenen Werten. Für eine vollständige Liste besuchen Sie die Luftkarten des Umweltbundesamtes (UBA).
Auswirkungen schlechter Luftqualität: Gehöre ich zur Risikogruppe?
Sensible Personengruppen können gegenwärtig in der Umgebung der Wetterstationen von der belasteten Luft Schaden nehmen. Falls Sie Asthmatiker sind oder eine Vorerkrankung der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems haben, gehören Sie zur Risikogruppe. Laut UBA löst der Feinstaub "Stress in menschlichen Zellen aus." Eine langfristige Belastung kann zu Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystem, des Nervensystem führen oder den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen. Hinzu kommen akute Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit der durch den Stress im Körper ausgelöst wird.
Wie schütze ich mich vor Luftverschmutzung?
Vor allem auf Sport oder andere strapazierende Aktivitäten sollten Sie momentan verzichten oder diese in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Zur Risikogruppe zugehörige Personen sollten es vermeiden, sich körperlich im Freien zu betätigen und stattdessen in gut klimatisierten Innenräumen bleiben. In Ihrer Wohnung können Sie die Luftqualität durch den Einsatz von Luftbefeuchtern oder Pflanzen verbessern. Efeu, Bogenhanf und Grünlilien werden von der Krankenkasse AOK dafür empfohlen. In Fällen von anhaltend schlechter Luftqualität wird empfohlen, eine FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmasken in Risikobereichen zu verwenden.
Ursachen für schlechte Luftqualität
Die immense Verbrennung fossiler Brennstoffe ist der Hauptfaktor für die Luftverschmutzung durch Schadstoffe. Faktor für die Luftverschmutzung kann ein überproportional hohes Verkehrsaufkommen sein, aber auch industriell oder landwirtschaftlich erzeugte Schadstoffe. Des Weiteren bewirken die weltweit ansteigenden Umweltkatastrophen wie Sandstürme, flächenübergreifende Waldbrände und Vulkanausbrüche dafür, dass die Luftqualität großräumig und für längere Zeit geschädigt wird. Den Informationen der Schweizer Institution für Luftqualität IQAir zufolge tragen auch akute Wetterfaktoren zur Luftverschmutzung bei. Regen kann zur Reduzierung von Feinstaub (PM10) beitragen, während intensive Sonneneinstrahlung zusammen mit Fahrzeugabgasen zu einem Anstieg des Ozons führt, und Wind die Verteilung von Schadstoffen unterstützt.
Zudem informiert das Umweltbundesamt (UBA) bei akuten Wetterlagen oder langanhaltenden Schadstoffbewegungen in ihrer Pressestelle.
Schadstoffe in der Luft: Wie Feinstaub, Ozon & NO₂ unsere Gesundheit gefährden
Feinstaub (PM10, PM2,5, PM1), Ozon (O₃) und Stickstoffdioxid (NO₂) gehören zu den Hauptverursachern der Luftverschmutzung. PM10 umfasst Partikel bis 10 Mikrometer, PM2,5 bis 2,5 Mikrometer und PM1 ultrafeine Partikel unter 1 Mikrometer. Sie entstehen durch den Straßenverkehr, Industrieanlagen, Kraftwerke sowie natürliche Quellen wie Waldbrände. Schwefeldioxid (SO₂), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, trägt zur Feinstaubbildung und saurem Regen bei. Bodennahes Ozon (O₃) entsteht durch Reaktionen von Stickstoffoxiden (NOₓ) mit Sonnenlicht und erreicht im Sommer gesundheitsschädliche Werte. NO₂, ein stechend riechendes Reizgas aus Verbrennungsprozessen, fördert die Bildung von Feinstaub und Ozon. Der Luftqualitätsindex (LQI) wird aus den Konzentrationen verschiedener Schadstoffe berechnet, indem für jede Komponente ein Teilindex ermittelt wird. Der höchste Wert bestimmt die Gesamteinstufung der Luftqualität von "sehr gut" bis "sehr schlecht".
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+++Dieser Text wurde auf der Basis des Umwelt Bundesamt (UBA) generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++
mel/roj/news.de