Gesundheit

Vergiftung durch Knoblauch?: So viel Knobi kann gefährlich werden

Wer zu viel Knoblauch isst, riskiert Vergiftungserscheinungen. Bild: AdobeStock / Vlad

  • Artikel teilen:
  • Knoblauch enthält den Wirkstoff Allicin, der gesundheitsfördernde Effekte haben kann
  • Zu große Mengen können Magenbeschwerden, Schwindel und Übelkeit verursachen
  • Bei blutverdünnenden Medikamenten ist besondere Vorsicht geboten

Knoblauch ist eine der ältesten Kulturpflanzen und aus der Küche nicht wegzudenken. Sein charakteristischer Geschmack und Geruch verleihen zahlreichen Speisen die richtige Würze. Was viele jedoch nicht wissen: Zu viel Knoblauch kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Was Sie beachten sollten, erfahren Sie hier.

Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ratgeber-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Knoblauch enthält unter anderem die schwefelhaltige Verbindung Alliin. Sobald man die Knolle zerkleinert, reagiert die Aminosäure mit dem Enzym Alliinase zu dem Stoff Allicin. Mit dieser Substanz will sich die Pflanze vor Fressfeinden schützen. Glücklicherweise ist dieser Stoff jedoch sehr instabil und zerfällt sehr schnell wieder. Doch auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift.

Warum Allicin in kleinen Mengen für den Menschen Medizin ist

In geringer Dosierung wirkt das hochreaktive Allicin wie ein milder Stressreiz – ein biologisches Prinzip, das in der Medizin als Hormesis bezeichnet wird. Dieser Reiz regt den Körper dazu an, die Produktion eigener, hochwirksamer Antioxidantien hochzufahren und die Zellen so vor Schäden zu schützen.

Zudem blockiert Allicin lebenswichtige Enzyme von Krankheitserregern, wodurch es wie ein natürliches Antibiotikum gegen Bakterien, Pilze und Erkältungsviren wirkt. Gleichzeitig entstehen beim Abbau der Substanz flüchtige Schwefelverbindungen, die die Blutgefäße entspannen, den Blutdruck senken und als Thromboseschutz das Verklumpen von Blutplättchen verhindern.

Knoblauch giftig? Diese Nebenwirkungen löst übermäßiger Verzehr aus

Wer zu viel Knoblauch isst, riskiert allerdings unangenehme Vergiftungserscheinungen. Allicin kann nämlich die Magenschleimhaut reizen, Magenbeschwerden und Sodbrennen auslösen sowie zu Schwindel, Blutdruckabfall und Übelkeit führen. Außerdem sind Blähungen und Kopfschmerzen möglich.

Doch keine Sorge: Lebensgefahr droht nicht. Vor allem frischer und roher Knoblauch kann bei empfindlichen Menschen zu Nebenwirkungen führen. Der Verbraucherschutz empfiehlt, täglich nicht mehr als fünf Gramm frischen Knoblauch zu essen. Eine Zehe wiegt ungefähr drei Gramm.

Warum bei Medikamenteneinnahme Vorsicht gilt

Auch Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten bei frischem Knoblauch Vorsicht walten lassen.Knoblauch hat nämlich natürliche blutverdünnende Eigenschaften. Wer große Mengen davon isst und gleichzeitig gerinnungshemmende Medikamente nutzt, riskiert Blutungen. Auch vor Operationen raten Ärzte oft vom Knoblauchverzehr ab.

Diese Küchengewürze sind in hohen Dosen ebenfalls giftig

Knoblauch ist übrigens nicht das einzige Würzmittel in der Küche, das Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Auch Zimt, Safran, Muskatnuss und sogar Speisesalz sollten mit Bedacht verwendet werden. Bei einigen Gewürzen kann eine Überdosis sogar tödlich verlaufen.

Weitere lesenswerte Artikel aus dem Ratgeber-Ressort finden Sie hier:

/rad/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.