Gesundheit

Aluminium, Parabene, Silikone: Das sind die 5 gefährlichsten Pflegeprodukte

In vielen Sonnenschutz-Produkten steckt Oxybenzon. Dieser Stoff steckt unter Verdacht Allergien auszulösen und die Lichtempfindlichkeit der Haut zu erhöhen. Bild: picture alliance / dpa / Oliver Berg

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  • Chemikalien im Alltag: Viele Kosmetikprodukte enthalten Stoffe, die immer wieder in der Kritik stehen.
  • Diskutierte Risiken: Aluminium, Parabene oder bestimmte UV-Filter werden mit möglichen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht.
  • Bewusster Konsum: Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste kann helfen, problematische Stoffe zu vermeiden.

Täglich ist der menschliche Körper zahllosen Giften ausgesetzt. Als Umweltgifte bezeichnet, stehen sie im Verdacht, Allergien auszulösen oder auch Krebs zu fördern. Allgemein gesagt: Sie machen uns krank. Der Mensch nimmt die schädlichen Stoffe hauptsächlich über die Atmung und die Ernährung auf. Doch was viele nicht wissen, auch unsere Haut als größtes Organ des menschlichen Körpers nimmt tagtäglich eine ordentliche Portion Gift auf.

Fast jeder verwendet morgens im Bad eine oder mehrere Cremes, viele Frauen schminken sich und auch auf das Deo wird in den seltensten Fällen verzichtet. Egal ob Shampoo, Duschbad oder Sonnencreme der Mensch nutzt sehr viele Kosmetik- und Hygieneartikel, um sich frisch, gesund und munter zu fühlen. Doch gerade in diesen Alltagsprodukten sind sehr viele gefährliche Stoffe enthalten.

Doch für den Verbraucher ein richtiger Dschungel: Als bedenklich geltende Inhaltsstoffe müssen gesetzlich nicht gekennzeichnet werden. Um ein wenig Licht ins Dunkle der gesundheitsschädlichen Aluminium soll das Risiko für Brustkrebs und Alzheimer enorm steigern. Zu finden ist das silberne Metall vor allem in Deos und gilt als eines der wirksamsten Anti-Transpirante. Die einfache aber effektive Wirkung: Aluminium verstopft die Poren und schützt somit vorm Schwitzen und dadurch auch vor ekelhaftem Schweißgeruch. Doch das Leichtmetall reichert sich auch im Körper an und kann dann Krankheiten auslösen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) meint, dass es zwar "wissenschaftlich erwiesen ist, dass hohe Aluminiumdosen neurotoxische Wirkungen beim Menschen und embryotoxische Effekte in Tierstudien zeigen". Jedoch sei laut BfR der Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Aluminiumaufnahme durch Deos wissenschaftlich nicht belegt.

Doch man kann sich vorbeugend schützen: Es gibt im Handel bereits sehr viele Alternativen zu aluminiumhaltigen Deos, da das Thema bereits seit Jahren im Internet und unter Verbrauchern kursiert. Oft sind die entsprechenden Deos sogar schon mit "Frei von Aluminiumsalzen" gekennzeichnet. Ist das nicht der Fall hilft, hilft der Blick auf die Inhaltsstoffe. Ist Aluminiumchlorid enthalten, sollte man vielleicht lieber zu einem anderen Deo greifen.

In vielen Pflegeartikeln sind zur langen Haltbarkeit Konservierungsstoffe enthalten. Doch was Viele nicht wissen, diese können erschreckende Folgen für den Körper haben: Krebs ist dabei nur eine. Bild: picture-alliance / dpa / Caroline Seidel

Konservierungsmittel sollen konservieren und nicht krank machen

Verbraucher erwarten von den Produkten, die sie kaufen, dass diese sehr lange benutzt werden können. Um diese lange Haltbarkeit zu ermöglichen, werden auch Pflegeprodukten – besonders in denen mit einem hohen Wasseranteil – Konservierungsmittel zugesetzt.

Parabene werden zum einen als konservierende Stoffe in Kosmetikartikeln verwendet, um die Ansiedlung von gesundheitsschädlichen Bakterien und Mikroorganismen zu verhindern. Hauptsächlich kommen sie in Shampoos, Haarspülungen, Bodylotions und Duschgelen und auch in Sonnenschutzcremes vor. Besonders häufig in unseren Pflegeprodukten sind Methyl-, Propyl-, Ethyl- und Butylparaben anzutreffen.

Das problematische ist jedoch die hormonelle Wirkung dieser Stoffe. Laut einer Studie von 2012 lassen sich diese Konservierungsstoffe mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen in Verbindung bringen. Bei Mädchen kann die Verwendung zu einer frühzeitigen Pubertät führen, aber auch die weiblichen Geschlechtsorgane können erkranken. Brustkrebs, Schilddrüsenkrebs und auch eine Störung der Nervenentwicklung kann ebenfalls gefördert werden. Klingt zwar merkwürdig, aber parabenhaltige Cremes können auch zu Fettleibigkeit führen, da sie den Abbau der Speckröllchen hemmen.

Ungefähr zwölf Prozent aller Kosmetikartikel werden mit Formaldehyd-Abspaltern konserviert. So kommt es in dekorativer Kosmetik, Nagellacken, Shampoos, Haarpflegeprodukten und auch in Cremes vor. Auf den Produkten wird es oft mit Diazolidinyl- und Imidazolidinyl-Urea angegeben.

Dieser chemischer Inhaltsstoff kann Allergien auslösen und steht im Verdacht krebserregend zu sein. Außerdem lässt es die Haut schneller altern. Laut Kosmetikrichtlinie darf das Konservierungsmittel zu höchstens 0,6 % in Pflegeprodukten enthalten sein.

Trockene Kopfhaut durch Sulfate

In vielen Shampoos und Duschbädern sind Sulfate enthalten. Diese waschaktiven Substanzen werden auch als Tenside bezeichnet. Sie haben die Aufgabe Fett und Schmutz auf den Haaren und der Kopfhaut gründlich zu entfernen. Sie glänzen durch ihre gute Schaumbildung und ihre sehr starke Reinigungskraft.

Die Kopfhaut wird durch diese Eigenschaften aber leider hochgradig entfettet und irritiert. Ist diese bereits von Natur aus empfindlicher, kann es zu sehr starken Juckreiz kommen. Außerdem trocknen die aggressiv wirkenden Sulfate die Haare und auch die Kopfhaut extrem aus.

Sie schäumen gut und reinigen die Haare sehr gut, doch meistens zu gut. Zu starke Tenside (Sulfate) können die Kopfhaut und die Haare austrocknen. Bild: picture-alliance / dpa / Patrick Pleul

Mogelpackung: Silikone in Shampoos und Cremes

In vielen Produkten wie Hautcremes (Anti-Falten-Produkte) und auch in Shampoos, Spülungen, Haarspray und so weiter sind oftmals Silikone enthalten. Sie haben den Vorteil sich in Unebenheiten abzulagern und ergeben somit eine glattere Oberfläche.

Wäscht man sich die Haare mit einem silikonhaltigen Shampoo, wirken sie danach gesund und geschmeidig-glatt. Doch in Wahrheit hat sich ein Schutzfilm über den Haaren gebildet, der uns nur vorgaukelt, kaputte Haare zu reparieren. Das Problem: Die Silikone lassen sich nicht mehr so einfach von den Haaren abbekommen. Dafür werden nämlich stark sulfathaltige Shampoos benötigt. Doch die sind auf Dauer, wie bereits erwähnt, sehr schädlich.

Die Haare werden schwerer und strähniger. Unter der Silikonschicht trocknen die Haare aus und werden brüchig. Auch die vermeintlich pflegenden Inhaltsstoffe in Kuren, Spülungen und Haarmasken gelangen nicht mehr ins Haar. Beginnt man damit die Silikone im Shampoo wegzulassen, sind die Haare meist völlig hinüber und es bedarf einer intensiven Pflege. Meist hilft da aber nur noch der Besuch beim Frisör, denn was kaputt ist, ist kaputt.

Bei Anti-Falten-Cremes ist dies ähnlich. Das Silikon legt sich in die Falten und lässt die Haut jünger aussehen. Doch verzichtet man auf die Creme wirkt die Haut müder und schlaffer als zuvor.

Von gesunden, glänzenden Haaren und das ohne Spliss träumt jede Frau. Doch oftmals lauern in den vielversprechenden Haarshampoos schädliche Silikone, die alles andere als gesund für unsere Haare sind. Bild: picture-alliance / dpa / Uli Deck

Sonnencreme fördert die Lichtempfindlichkeit der Haut

Ein richtiger Sonnenschutz ist das A und O und das nicht nur im Urlaub. In fast allen Sonnencremes sind jedoch Oxybenzone enthalten. Ein wirksamer chemisch hergestellter UV-Schutz mit einer ganzen Reihe an Nebenwirkungen.

Dieser Stoff ist auf der Inhaltsliste unter Benzophenone-3 zu finden. UV-Strahlen werden durch den Filter auf der Hautoberfläche von Licht zu Wärme umgewandelt. Dieser Prozess kann jedoch Hautzellen schädigen. Außerdem kann Oxybenzon Allergien auslösen und den Hormonhaushalt gewaltig durcheinanderbringen.

Besonders gefährlich: Die Chemikalie wirkt sehr stark photosensibilisierend. Die Haut wird durch den UV-Filter immer empfindlicher. Eine geringe Sonnenstrahlung reicht dann meist schon aus, um Rötungen, Jucken oder sogar Hautverbrennungen hervorzurufen. Ergo: Der Filter wirkt kontraproduktiv. Oxybenzon steckt aber nicht nur in Sonnenschutz-Produkten, sondern auch in vielen anderen Cremes und Lippenpflegestiften.

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