21.06.2021, 15.16 Uhr

Moderne Zahlungsanbieter: So wird das Bezahlen immer digitaler

Manche Möglichkeiten sind schon länger da, doch durch ein äußeres Ereignis kommen sie richtig zum Vorschein. Die modernen Zahlungsanbieter gehören, in diesem Fall dank Pandemie, mit dazu. Selbst heimische Banken und Sparkassen entwickeln ihre eigenen Apps, integrieren die Kleinstüberweisung zwischen Kunden und gehen medial.

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In den großen Weiten des Internets warten schier unzählige weitere Anbieter auf Kunden. Aber wie funktioniert das und worauf sollten Kunden achten?

PayPal als Platzhirsch

Dieser Dienst ist wohl wohlbekannt. PayPal trat zuerst mit eBay in Erscheinung, mittlerweile ist er der Zahlungsanbieter, mit dem zig Shops, Dienstleister und weitere Anbieter arbeiten. Die Pluspunkte für den Nutzer:

  • Einfach – PayPal macht die Onlinezahlung simpel. Sicherlich benötigt der Nutzer zuerst einen festen Account, da sein Bankkonto oder die Kreditkarte mit diesem verknüpft ist, doch ist das erst einmal geschehen, steht PayPal mit wenigen Klicks zur Verfügung. Beim Kauf muss nur PayPal ausgewählt werden. Es folgt eine Weiterleitung zum Dienst, bei dem sich der Nutzer mit seinen Daten anmeldet. Jetzt kann die Transaktion noch einmal geprüft und schließlich freigegeben werden.
  • Käuferschutz – PayPal bietet automatisch mit der Nutzung den Käuferschutz an. Das heißt, dass das gezahlte Geld eingefroren wird, wenn der Kunde meldet, dass die Ware nicht oder nicht im versprochenen Zustand angekommen ist. Je nach Ausgang des Falls erhält der Kunde sein Geld zurück.
  • Zahlungsaufschub – mittlerweile bietet PayPal als erster Dienst an, Rechnungen erst nach dreißig Tagen begleichen zu müssen. Der Nutzer wählt nun, wann die Abbuchung erfolgen soll: Wie beim gewöhnlichen Bezahlvorgang nach zwei Tagen oder doch erst nach 30 Tagen.
  • Für Anbieter – für Anbieter ist PayPal nicht nur praktisch, sondern stellt ein Zeichen der Seriosität dar. Durch den Käuferschutz nutzen die wenigsten Betrüger PayPal, zumal der Dienst seine geschäftlichen Nutzer vorab prüft.

Einzig im Online-Glücksspiel ist PayPal momentan nicht vertreten. Das Unternehmen bot irgendwann keine Zahlungsoption mehr. Mit der neuen Regulierung durch den kommenden Glücksspielstaatsvertrag könnte sich das jedoch wieder ändern und PayPal in Casinos wieder verfügbar sein. Dennoch werden Spieler auch dann auf den Käuferschutz verzichten müssen: In der Vergangenheit forderten Spieler ihre Casinoeinzahlungen zurück, wenn sie beim Spiel verloren.

Der größte Pluspunkt für Privatpersonen ist aber, dass PayPal nicht nur das Versenden von Geld weltweit ermöglicht, sondern auch den Erhalt von Geld. Freunde und Bekannte könnten sich über den Dienst somit leicht das Geld der letzten Zeche überweisen.

Klarna, Giropay und Co.

Klarna, auch noch als ›Sofortüberweisung‹ bekannt, ist kein reiner Zahlungsanbieter. Sicherlich ermöglicht er das virtuelle Zahlen von Beträgen, doch geht der Dienst mehrere Schritte weiter:

  • Sofortüberweisung – das ist das einstige Stammgeschäft. Bei Klarna ist kein Konto notwendig, denn der Dienst greift über eine Schnittstelle auf das vom Kunden freigegebene Konto zu, sodass direkt Geld überwiesen werden kann.
  • Rechnungskauf – zugleich können Kunden auf Rechnung via Klarna zahlen, wenn dies angeboten wird. Nach der Bestellung erhält der Kunde von Klarna eine E-Mail, die einen Bezahllink mit allen notwendigen Informationen und dem Fristdatum enthält. Mit einem Klick kann schließlich die Bezahlung durchgeführt werden, wobei das Verfahren wieder auf die Sofortüberweisung zurückgreift.
  • Ratenkauf – je nach Höhe des Kaufs ist nun ein Kundenkonto notwendig. Via Klarna können mühelos Ratenkäufe durchgeführt werden, sofern der Verkäufer mit dem Dienst zusammenarbeitet und diese anbietet. Klarna gibt jedoch nicht alle Ratenkäufe frei, denn Kunden haben meist ein Limit, welches sich aus der Bonität und der Bezahlhistorie berechnet. Kurzum: Ein Nutzer, der über Klara nur Sofortüberweisungen durchgeführt hat, wird auch bei einer Top-Bonität kein Limit im hohen dreistelligen Bereich haben. Dieses muss sich ›erarbeitet‹ werden.

Und was ist mit Giropay? Dieser Dienst wurde erst letztens neu zusammengeführt und beinhaltet nun das alte Giropay, Paydirekt und die Sparkassen-Lösung kwitt. Die Informationen:

  • Verbreitung – der Dienst ist mittlerweile weit verbreitet. Alle Shops und Dienstleister, die das Giropay-Zeichen ausweisen, erlauben diese Zahlungsmöglichkeit.
  • Nutzung – es gibt zwei Möglichkeiten. Die eine findet ohne einen Account statt, ist aber ein wenig umständlicher. Die andere ist, dass Giropay direkt im eigenen Bankkonto freigeschaltet wird, sodass der Nutzer nur noch mit seinem Nutzernamen und Passwort zahlen braucht.
  • Vorteile – es ist einfach, schnell und sicher. Mit der neuen Funktion ›Geld senden‹ können nun auch Kleinbeträge direkt unter Freunden angefordert oder versendet werden.

Apple Pay, Google Pay, Amazon Pay: Die Zukunft?

Aber was ist mit diesen Dienstleistern? Apple- und Google-Pay erhalten eine ständig wachsende Nutzerzahl, zudem ist die Verbreitung auch in Vorortgeschäften immer höher. Die Voraussetzung für diese Dienste ist, dass ein Smartphone von Apple oder Google genutzt wird und der Dienst freigeschaltet wird. Nun lässt sich auch mit der Smartwatch kontaktlos bezahlen.

Amazon Pay passt zumindest bislang nicht in diese Auflistung. Amazon stellt Marketplacehändlern die Möglichkeit zur Verfügung, in deren eigenen Shops Amazon als Zahlungsdienstleister einzubinden. Das ist für Käufer wiederum nützlich, denn automatisch gelten die Richtlinien für Käufe über Amazon: Rücksendung, Garantie, Rückerstattung. Die Zahlung funktioniert nach deinem Klick auf den Button über den Amazon-Account. Dieser muss also vorhanden sein, damit diese Zahlweise funktioniert.

Künftig könnte Amazon Pay weitaus mehr können. Sollten sich die Amazon-Stores durchsetzen, loggt sich der Kunde über seinen Amazon-Account ein und zahlt automatisch über die dort hinterlegte Zahlungsart.

Fazit – Geldverkehr wird digital

Der Geldverkehr wird nicht erst seit Corona immer digitaler. Die Pandemie hat diese Entwicklung jedoch beschleunigt. Für den Onlinehandel stehen längst etliche Lösungen zur Verfügung, doch erhalten die digitalen Dienste auch in den Geschäften selbst Einzug. Neben Google und Apple sind dort übrigens auch die Banken und Sparkassen digital vertreten: Apps wie ›mobiles Bezahlen‹ und Co. der eigenen Bank ermöglichen die Zahlung via Smartphone. Mit der Neuausrichtung und teilweisen Zusammenlegung von Giropay, Paydirect und kwitt ist von der heimischen Seite aus auch eines der größten Ärgernisse gelöst worden: Auch unter Freunden können schnell Beträge ausgetauscht oder angefordert werden. Wenn also beim nächsten Lieferessen nicht alle Bargeld dabei haben, lässt sich die Rechnung mit wenigen Klicks gleich aufteilen und bezahlen.

lic/news.de