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Bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr: Hier bleiben heute Busse und Bahnen stehen

Verdi legt den Berufsverkehr lahm: In vielen Städten bleiben seit Dienstagmorgen Busse und Bahnen, wegen eines bundesweiten Warnstreiks, stehen. Wann und in welchen Städten heute gestreikt wird, erfahren Sie hier bei news.de.

Hier bleiben heute Busse und Bahnen stehen. Bild: picture alliance/Fabian Strauch/dpa

Am Dienstag bleiben Busse, Bahnen, Straßenbahnen und U-Bahnen stehen. Pendler und Schüler müssen sich wegen Warnstreiks bundesweit auf erhebliche Behinderungen einstellen. Zahlreiche Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) wollen am Dienstag die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Verdi angekündigt hat. Wann und wo in welchem Bundesland gestreikt wird, erfahren Sie in diesem Überblick.

Warnstreik in Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburger Nahverkehr haben die Warnstreiks am frühen Morgen begonnen. In Berlin bleiben zahlreiche Busse, Straßenbahnen sowie die U-Bahn zwischen Betriebsbeginn um 3 und 12 Uhr in den Depots, wie Jeremy Arndt, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi am Morgen der dpa sagte. Nicht betroffen sind die S-Bahn und Regionalzüge.

Warnstreik in Hamburg

Angestellte der Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg haben am frühen Dienstagmorgen (3 Uhr) aufgehört zu arbeiten. Bis zum Mittag sollen die vier U-Bahnlinien der Hansestadt komplett ausfallen und Busse nur in unregelmäßigen Abständen fahren. Fahrgäste müssen mit langen Wartezeiten rechnen.

Auch in München, Hamburg und weiten Teilen Deutschland stehen die Räder teilweise still. Die Betriebe rufen deshalb ihre Kunden auf, am Dienstagmorgen auf nicht erforderliche Fahrten zu verzichten und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

Warnstreik in Mecklenburg-Vorpommern

Seit 3 Uhr stehen Busse und Bahnen in Mecklenburg-Vorpommern still. In Mecklenburg-Vorpommern sind sogar Schüler mit langem Schulweg wegen des Warnstreiks am Dienstag vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fährt.Auch in Rostock liegt der Betrieb laut Gewerkschaft still. "Es fährt nichts", sagte Detlev Follak von Verdi gegenüber "Focus Online". Der Streik soll noch bis 9 Uhr andauern.

Warnstreik in Schleswig-Holstein

In Kiel, Lübeck und Flensburg fallen seit Betriebsbeginn am Dienstag die Stadtbusse aus. "Die Warnstreiks sind gut angelaufen", sagte Karl-Heinz Pliete von der Gewerkschaft Verdi am frühen Morgen gegenüber "Focus online". In allen kreisfreien Städten des Bundeslandes, außer im Stadtverkehr in Neumünster, wird gestreikt. In Kiel und anderen Städten soll der Warnstreik bis 9 Uhr andauern. Danach rechnen die Verkehrsbetriebe damit, dass es einige Zeit dauern wird, bis Busse und Bahnen wieder planmäßig fahren.

Warnstreik in Hessen

In Hessen soll es in Frankfurt Warnstreiks bei Straßenbahnen und U-Bahnen geben, in Wiesbaden bei den Bussen der ESWE und in Kassel bei den Straßenbahnen und Bussen. Der Streik betrifft auch die Pendler im Umland, die zur Arbeit in diese Städte fahren müssen. Der Warnstreik begann um 1 Uhr und soll bis zum Spätschichtschluss andauern.

Warnstreik in Niedersachsen und Bremen

In der Region Hannover fahren seit dem frühen Dienstagmorgen keine Busse und Bahnen. "Es werde davon ausgegangen, dass kein Bus und keine Bahn im Nahverkehr fahren wird", sagte ein Sprecher des Verkehrsbetriebs Üstra am Dienstagmorgen gegenüber "Focus online". Die Warnstreiks sollen von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss andauern. Von dem Streik seien etwa 400.000 Fahrgäste betroffen. 

Parallel dazu soll auch der öffentliche Nahverkehr in Bremen, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen, Goslar und Osnabrück still stehen.

Warnstreik in Bayern

Und in Bayern hat Verdi in elf Städten die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Verkehrsbetriebe teilten mit, dass Busse und Bahnen nur im eingeschränkten Betrieb fahren oder ganz ausfallen können.

In München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Landshut, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt finden Warnstreiks statt. Laut den Regensburger Stadtwerken werden hier keine Busse fahren. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht davon aus, dass die U-Bahnen in der bayerischen Landeshauptstadt nicht fahren können, Straßenbahnen und Busse werden nur teilweise eingesetzt.

Warnstreik in Nordrhein-Westfalen

Am frühen Dienstagmorgen bleiben in Nordrhein-Westfalen viele Bahnen und Busse stehen. Verdi rechnet damit, dass in NRW mit etwa 10.000 streikenden Arbeitern. Verdi-Chef Frank Werneke will in Wuppertal gegen 9 Uhr sprechen.

Warnstreik in Rheinland-Pfalz

Verdi hat die Arbeitnehmer in Mainz, Kaiserslautern, Pirmasens und Trier zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. In den vier Städten in Rheinland-Pfalz stehen Busse und in Mainz auch Straßenbahnen seit 3 Uhr bis zum Schichtende der Mitarbeiter still. Im Saarland wird laut "Focus online" nicht zu Warnstreiks kommen.

Warnstreik in Thüringen

In Erfurt, Jena und Gera ist der öffentliche Nahverkehr nach Angaben von Verdi nahezu zum Erliegen gekommen. In Erfurt und Jena verließen zunächst keine Fahrzeuge die Betriebshöfe, wie mehrere Verdi-Gewerkschaftssekretäre am Dienstagmorgen sagten. In Gera seien einige Bahnen gefahren. In Thüringen sind von den Warnstreiks die Verkehrsunternehmen Erfurter Verkehrs AG (EVAG), Jenaer Nahverkehr GmbH (JNV) und die Geraer Verkehrs und Betreibergesellschaft (GVB) betroffen.

Warnstreik in Sachsen

In Sachsen fallen am Dienstag in einigen Städten Busse und Straßenbahnen, wegen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aus. In Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen stehe alles still, teilten mehrere Verdi-Gewerkschaftssekretäre am Morgen "Focus Online" mit. In Dresden solle der Streik bis 20 Uhr dauern, in Leipzig nur bis zum Mittag (12 Uhr). In Chemnitz, Zwickau und Plauen sollen bis Mitternacht Fahrzeug liegen bleiben.

Warnstreik in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt kommt es gleich in mehreren Städten zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr. In Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau seien  keine Straßenbahnen und keine Bus am frühen Morgen losgefahren. Im Burgenlandkreis sei das Busnetz vom Verdi-Streik betroffen. Auch hier hat kein Fahrzeug den Betriebshof verlassen.

Verdi rief die Beschäftigten in Halle und Dessau-Roßlau auf, bis zum Mittag (12 Uhr) ihre Arbeit niederzulegen. Zwei bis drei Stunden später sollen Bus und Bahnen wieder  wie gewohnt fahren, sagten die Verkehrsbetriebe in Halle. Im Burgenlandkreis (bis 19 Uhr) und in Magdeburg (bis 24 Uhr) fahren bis zum Betriebsschluss keine Busse oder Bahnen.

Verdi will neuen Tarifvertrag für Beschäftigte im ÖPBNV aushandeln

Verdi hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87 000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnen eigenen Angaben zufolge die Aufnahme von bundesweiten Verhandlungen bei gleichzeitigen Tarifrunden auf Landesebene ab.

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bos/news.de/dpa