18.05.2020, 12.35 Uhr

Corona-Reise-News im Ticker: Nordseeinseln für Tagestouristen über Pfingsten gesperrt

Die Coronavirus-Pandemie hat den Tourismus quasi zum Erliegen gebracht. Ob die Deutschen ihren Pfingsturlaub fernab der Heimat verbringen dürfen, ist unklar. Die aktuellen Entwicklungen in der Reise-Branche lesen Sie im Corona-Reise-Ticker.

Dürfen die Deutschen im Sommer ins Ausland reisen? Bild: AdobeStock / Jenny Sturm

Trotz Pandemie sehnen sich die Deutschen nach Urlaub. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schlossen viele Länder ihre Grenzen. In Deutschland öffnen einige Bundesländer wieder für den Tourismus. Alle aktuellen Entwicklungen in der Reise-Branche und was die aktuelle Corona-Krise für den Tourismus bedeutet, lesen Sie hier in unserem Nachrichten-Ticker.

Reisen trotz Coronavirus-Krise 2020 - Alle aktuellen Informationen im News-Ticker

+++ 18.05.2020: Nordseeinseln für Tagestouristen über Pfingsten gesperrt +++

Tagestouristen dürfen an Christi Himmelfahrt und dem kommenden Wochenende sowie an Pfingsten nicht die schleswig-holsteinischen Nordseeinseln und die meisten Halligen besuchen. Das berichtet "Focus Online" am Montag. Ein entsprechendes Betretungsverbot, das der Landrat von Nordfriesland, Florian Lorenzen, erlassen hat, gilt auch für St. Peter-Ording.

+++ 14.05.2020: Tui: Mallorca ist "nicht abgehakt" - Kritik an Jobabbau +++

Tui verspricht Urlaubern eine Wiederaufnahme des Betriebs zu wichtigen Mittelmeer-Zielen in diesem Sommer - sollte sich die regionale Lage bei den Corona-Infektionen weiter entspannen. "Wir werden noch diesen Sommer fliegen", sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak der Mediengruppe RTL. Vom 1. Juli an gehe es nach Griechenland, spätestens einen Monat danach auf die Balearen: "Ich gehe nicht davon aus, dass der Mallorca-Urlaub abgehakt ist." Spanien habe "sehr große Fortschritte" im Kampf gegen die Pandemie gemacht, wenngleich es große Unterschiede der örtlichen Situationen gebe.

"Ich gehe davon aus, dass die spanische Regierung und insbesondere die Regionalregierungen auf den Balearen und den Kanaren nach und nach darauf hinwirken werden, dass die Flughäfen und Hotels nach und nach aufmachen werden", erklärte Andryszak. Tui-Vertreter sprechen derzeit mit politischen Entscheidungsträgern in vielen Ferienländern.

+++ 13.05.2020: Tui rüstet sich für harten Corona-Sommer - Jobabbau geplant +++

Der Tui-Konzern steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Mittwoch zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr in Hannover. "Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen."

Von Oktober bis März war das bereinigte Ergebnis von Tui vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro abgerutscht. Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieser bringt im laufenden Jahr aber besondere Probleme: Im März musste Tui sein Programm zunächst einstellen, weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm ist nur zu 35 Prozent ausgebucht.

Joussen geht aber von einer Erholung aus: "Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden - verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern." Die Wiederaufnahme des Geschäfts werde vorbereitet. Eine genauere Prognose traut sich der Konzern nicht zu.

+++ 12.05.2020: Tourismus auf den ostfriesischen Inseln läuft wieder an +++

Mit den Corona-Lockerungen in Niedersachsen läuft der Tourismus auf den ostfriesischen Inseln langsam wieder an. "Man merkt schon, dass ein kleiner Run da ist", sagte eine Sprecherin der AG Ems, die Fahrten nach Borkum anbietet. Auch nach Norderney wurden laut einem Reederei-Sprecher am ersten Tag, an dem wieder Übernachtungen in Ferienwohnungen, -häusern und Campingplätzen erlaubt waren, deutlich mehr Überfahrten registriert.

Unter welchen Voraussetzungen die Touristen kommen dürfen, ist indes unterschiedlich. Während im übrigen Niedersachsen seit Montag gilt, dass neue Gäste nur alle sieben Tage kommen dürfen, sieht die Landesverordnung für die Inseln ein Mindestaufenthalt von sieben Tagen vor. Gleichzeitig gesteht die Verordnung den Kommunen auch die Freiheit zu, selbst zu entscheiden, wer die Insel betreten darf.

Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) macht davon Gebrauch und setzt statt Mindestaufenthalt auf die auf dem Festland geltende Wiederbelegungsfrist: "Worum es geht ist ja, dass die Fluktuation eingeschränkt wird. Wenn jetzt jemand drei Tage auf der Insel verbleibt, muss danach die Ferienwohnung vier Tage leer bleiben." Norderney und Juist verkünden auf ihren Webseiten hingegen, die Unterkunftsmiete für mindestens eine Woche sei Voraussetzung für Touristen.

Die sieben Inseln gehen von einer guten Auslastung sowohl über Pfingsten wie auch im Sommer aus, wie die Touristikgesellschaft Ostfriesische Inseln mitteilte. Vereinzelt seien noch freie Unterkünfte vorhanden. Hotels sollen nach den Plänen der Landesregierung mit Einschränkungen ab 25. Mai wieder Urlaubsgäste begrüßen dürfen.

+++ 10.05.2020 Reisen nach Korsika weiter größtenteils verboten +++

Trotz der Lockerungen ab Montag bleibt die Bewegungsfreiheit in Frankreich eingeschränkt - das gilt auch für die Mittelmeerinsel Korsika. Für den Personenverkehr zwischen dem Festland und Korsika gelte in beiden Richtungen weiterhin das Prinzip des Reiseverbots, teilte die zuständige Präfektur am Sonntag mit.

"Wie vor dem 11. Mai wird es nämlich nur möglich sein, zwischen Korsika und dem Festland aus zwingenden persönlichen oder geschäftlichen Gründen zu reisen", heißt es. Wer eine Fähre nehmen wolle, müsse eine entsprechende Bescheinigung mit sich führen. Die Regelung gelte mindestens bis zum 2. Juni. Auch die Einreise aus dem Ausland auf die Ferieninsel - insbesondere aus Italien - bleibe verboten.

+++ 10.05.2020: Tui-Chef zu Sommerurlaub in Europa: Mallorca an erster Stelle +++

Tui-Chef Friedrich Joussen will so bald wie möglich wieder Urlaubsreisen in den Mittelmeerraum anbieten. "Wir haben einen Gesundheitscheck für alle Urlaubsziele ausgearbeitet und werden Urlaub nur dort anbieten, wo er auch sicher ist. An erster Stelle steht dann sicherlich Mallorca. Die Hotels dort haben einen Probelauf gemacht, können sofort starten und Gäste aufnehmen", sagte er der "Bild am Sonntag". Auch Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien, Österreich und Dänemark seien gut auf den Sommertourismus vorbereitet.

Allerdings: "Zunächst muss Deutschland die Grenzen öffnen", sagte Joussen. Die generelle und weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni halte er nicht für richtig. Man solle vielmehr für jedes Land oder jede Region eine individuelle Bewertung vornehmen.

Für 2021 sieht Joussen bereits ein Buchungsplus. "Die Deutschen sind und bleiben Reiseweltmeister. Sie verschieben lieber mal die Anschaffung eines neuen Autos als ihren Jahresurlaub."

+++ 10.05.2020: Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit +++

Die Reisewirtschaft in Deutschland fürchtet in der Corona-Krise einen Kollaps und Massenarbeitslosigkeit in der Branche. Für konkrete Zahlen sei es wegen der aufgeschobenen Anmeldefrist für Insolvenzen noch zu früh, sagte der Präsident des Branchenverbandes BTW, Michael Frenzel, der "Welt am Sonntag". "Aber wir haben Umfragen unter den knapp 11.000 Reisebüros und rund 2300 Veranstaltern gemacht. Danach sehen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von Insolvenz bedroht."

Nach Schätzung des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sind in der Gesamtbranche inklusive des Gastgewerbes bis zu einer Million Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. "Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld", sagte Frenzel.

Die wirtschaftliche Lage der Branche habe sich katastrophal verschärft. "Nicht nur verlieren wir fast elf Milliarden Euro Umsatz bis Mitte Juni. Verschärfend kommt dazu, dass weitere drei bis vier Milliarden Euro Rückerstattungsansprüche von Kunden geltend gemacht werden", sagte Frenzel. "Wir dürfen den drohenden Kollaps der Branche nicht hinnehmen." Er wies darauf hin, dass die Tourismusindustrie in Deutschland für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung stehe. "Damit stehen wir von der Bedeutung her auf Augenhöhe mit der Autoindustrie und den Maschinenbauern."

+++ 06.05.2020: Deutsche müssen Urlaub auf Mallorca noch nicht abschreiben +++

Urlauber können nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung im Sommer unter Umständen auch auf die Balearen oder die griechischen Inseln reisen. "Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken", sagte Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) dem "Tagesspiegel".

Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt. "Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln", so Bareiß. Fernreisen fielen in diesem Sommer wegen der Corona-Krise hingegen aber vermutlich eher aus. Zu einem möglichen Ansturm auf Urlaubsziele in Deutschland sagte Bareiß: "Deutschland ist groß. Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt."

+++ 06.05.2020:Tourismusverband: Mehr Buchungsanfragen für Ferienhäuser +++

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) verzeichnet in der Corona-Krise inzwischen steigende Buchungsanfragen vor allem für Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Angesichts sich abzeichnender Lockerungen für Reisen in Deutschland dürfte sich die Zahl jetzt noch deutlich erhöhen, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz am Mittwoch. "Wir gehen davon aus, dass die Menschen nach dieser schwierigen Zeit dieses wiedergewonnene Stück Freiheit nutzen wollen". Wichtig sei allerdings, dass die Urlauber auf bundesweit einheitliche Regelungen und Schutzstandards vertrauen könnten.

Ziele zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen stehen bei den Bundesbürgern hoch im Kurs. Deutschland war mit einem Anteil von 26 Prozent an Urlaubsreisen ab fünf Tagen im vergangenen Jahr den Angaben zufolge Ziel Nummer eins, gefolgt von Spanien, Italien und der Türkei. Der Deutschland-Tourismus verzeichnete 2019 mit 495,6 Millionen Übernachtungen das zehnte Rekordjahr in Folge. Auf Gäste aus dem Inland entfielen 405,7 Millionen Übernachtungen (plus 3,9 Prozent).

+++ 06.05.2020: Erste Bundesländer wollen wieder Reisen erlauben +++

Die Küstenländer preschten voran, Bayern und Sachsen-Anhalt zogen nach: Mehrere Bundesländer wollen die in der Corona-Krise erlassenen Verbote in der Gastronomie und im Hotelgewerbe lockern und Tourismus vorsichtig wieder ermöglichen.

Mecklenburg-Vorpommern: Angesichts geringer Neuinfektionen können Auswärtige wohl schon in der Woche vor Pfingsten wieder Urlaub an der Ostsee machen. Den Plänen der Landesregierung zufolge dürfen die Gaststätten von Samstag (9. Mai) an unter strikten Hygieneauflagen wieder für Einheimische öffnen - am 18. Mai dann auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Zum 25. Mai soll das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden.

Niedersachsen: Restaurants, Cafés und Biergärten können voraussichtlich bereits vom kommenden Montag (11. Mai) an unter Auflagen wieder in Betrieb gehen - genau wie Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze. Hotels, Pensionen und Jugendherbergen sollen zwei Wochen später folgen. Für alle gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent. Bars, Kneipen und Diskotheken bleiben weiter geschlossen. Die Landesregierung will ihren Stufenplan nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch (6. Mai) endgültig verabschieden.

Bayern: Auch hier sollen Gaststätten und Hotels nach wochenlanger Zwangspause schrittweise bald wieder öffnen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Aussicht stellte. Außenbereiche von Gaststätten am 18. Mai, Speiselokale eine Woche später, Hotels am 30. Mai, dem Samstag vor Pfingsten. Für alle Bereiche gelten Abstandsregeln und strikte Hygieneauflagen, Söder kündigte strenge Kontrollen an.

Sachsen-Anhalt: Ferienhäuser und -wohnungen dürfen vom 15. Mai an wieder an Einheimische vermietet werden. Später sollen auch Hotels für Touristen und dann alle touristischen Betriebe und Angebote wieder öffnen, Termine dafür gab es zunächst noch nicht. Restaurants können den Betrieb vom 22. Mai an wieder aufnehmen. Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen gelten weiter. Tanzlokale und Diskotheken bleiben geschlossen.

Schleswig-Holstein: Von Mitte Mai an gibt es Lockerungen in Gastronomie und Tourismus. "Wir wollen eine klare Perspektive für alle Bereiche geben", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstagnachmittag. Details lagen zunächst nicht vor.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser