27.04.2020, 13.54 Uhr

Coronavirus-News aktuell: So viel kostet die Corona-Krise jeden Deutschen

Durch die Corona-Pandemie steht die Wirtschaft in einigen Bereichen still. Das Wachstum schrumpft deutlich, doch um wie viel, ist bislang reine Spekulation. Die Kosten trägt der Steuerzahler - und die haben es in sich.

Die Coronakrise macht die Deutschen ärmer. Bild: AdobeStock / Tak

Wegen der Coronavirus-Pandemie rechnet die Bundesregierung laut Medienberichten in diesem Jahr mit dem größten Einbruch des Wirtschaftswachstums seit Gründung der Bundesrepublik. In der Frühjahrsprognose, die am Mittwoch vorgestellt werden soll, gehe die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen wird, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte unlängst voraus, dass die deutsche Wirtschaft um sieben Prozent schrumpfen werde. Andere Prognose sind deutlich düsterer: Laut "Bild"-Zeitung sagt dasKieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) ein Minus von neun Prozent voraus. 2021 soll es dann wieder bergauf gehen. Die Verluste könnten aber nicht komplett aufgeholt werden. Zuvor hatte das "Handelsblatt" online darüber berichtet.

Ökonom mit dramatischer Prognose: Coronavirus-Krise kostet jeden Deutschen 3.500 Euro

Die Folgen sind dramatisch. Wenn die Wirtschaftsleistung in Deutschland sinkt, wirkt sich das nämlich auf den Geldbeutel jedes einzelnen Bundesbürgers aus. Corona macht die Deutschen quasi ärmer. "Wenn die Prognose der Bundesregierung eintreffen sollte, dann kostet das im Durchschnitt pro Kopf 2.600 Euro pro Jahr", sagt IfW-Prof. Gabriel Felbermayr gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Es könnten auch 3.500 Euro werden, wenn die Dinge schlecht laufen." Die Kosten der Krise zahle der Steuerzahler.

"Mein Eindruck ist, dass die ökonomischen Schäden so groß werden, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob wir nicht ein Stück weit übersteuert haben in den letzten Wochen und den Gesundheitsschutz zu stark überprioritisiert haben", zitiert die "Bild" Felbermayr. "Eine kranke Volkswirtschaft kostet auch Leben, eine kranke Volkswirtschaft bedeutet auch, dass wir das Gesundheitssystem nicht so ausbauen können, wie wir das mögen, es bedeutet, dass Menschen depressiv werden."

3 Millionen Arbeitslose, Pleitewelle und Co.! Tiefpunkt des Wirtschaftseinbruchs bereits erreicht?

Der tiefste Punkt des Wirtschaftseinbruchs soll aber bereits erreicht sein. Durch die Lockerungen laufe die Wirtschaft wieder an. Die Gutachter gehen laut "Süddeutscher Zeitung" davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Mai auf niedrigem Niveau stabilisiert und im zweiten Halbjahr deutlich anzieht. Trotz eines riesigen Rettungspakets werden größere Pleitewellen und drei Millionen Arbeitslose erwartet. Auch die Steuereinnahmen dürften deutlich zurückgehen: Bislang rechnet die Regierung mit einem Steuerminus von rund 82 Milliarden Euro - und maximal 356 Milliarden Euro an neuen Schulden.

Für den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Bundestag, Michael Theurer, beruht die Prognose eher noch auf optimistischen Annahmen. "Das Durcheinanderwirbeln des Wirtschaftskreislaufs könnte kolossale Kollateralschäden nach sich ziehen", warnte er. Es räche sich, dass die Bundesregierung zögerlich und inkonsequent auf die Corona-Krise reagiert habe.

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bua/loc/news.de/dpa

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