24.04.2020, 10.50 Uhr

Coronavirus News aktuell: Schweden-Professor mahnt! SO zerstören wir unsere Wirtschaft

Sind die drastischen Maßnahmen in der Coronakrise in Deutschland doch überzogen? Ein Schweden-Professor ist sich sicher, dass es auch ohne Not-Gesetze gehen würde. Zeitgleich warnt er vor den wirtschaftlichen Folgen.

Fährt Deutschland seine Wirtschaft gegen die Wand? Bild: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger auf wirtschaftlich schwierige Zeiten vorbereitet, sich aber optimistisch für einen Aufschwung nach der Corona-Krise gezeigt. In seiner neuen Videobotschaft rief er zu Solidarität auch in der Wirtschaft auf und warnte zugleich davor, die Risiken der Krise zu unterschätzen.

"Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben", sagte Steinmeier. Deutschland bleibe aber eine starke Volkswirtschaft mit Millionen Menschen, die wieder loslegen wollten. "So wie wir das Virus gemeinsam besiegen werden, so werden wir uns mit Fleiß und Klugheit auch aus dem wirtschaftlichen Tal gemeinsam wieder herausarbeiten."

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Coronavirus News: Schweden-Professor warnt vor Wirtschafts-Kollaps in Deutschland

Deutlich dramatischer sieht die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus allerdings der schwedische Epidemiologe und Regierungsberater Johan Giesecke (70). In einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung erklärt der Experte, was er von den Maßnahmen hält, die hierzulande als Corona-Krisenmodus durchgedrückt wurden.

Seinen Ausführungen zufolge würde es reichen, die Ausbreitung des Virus durch Händewaschen und soziale Distanzierung zu verlangsamen. Im Vergleich zu Schweden, wo es keinen Lockdown gibt, erklärt Giesecke: "Der Unterschied ist, dass Deutschland gerade seine Wirtschaft zerstört." Den Kurs von Angela Merkel und den Länderchefs bezeichnete der Epidemiologe als "nicht nachhaltig".

Epidemiologe Johan Giesecke gegen Corona-Gesetze und Lockdown

Weiterhin ist sich der 70-Jährige gegenüber "Bild" sicher, dass es "keine Gesetze und keine Polizei" braucht, damit sich die Bürger an die Regeln halten. "Die Menschen sind nicht dumm.", schiebt er hinterher. Allerdings: Dass das soziale Leben in Schweden - zumindest bei den Jungen - weiter floriert, hat seinen Preis. Dort wurden weitaus mehr Infizierte mit dem Coronavirus registriert als in den anderen nordischen Ländern. Bis Dienstag starben 1765 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung. Zum Vergleich: In Dänemark gab es bisher rund 370 Todesfälle, in Norwegen rund 180. Beide Länder haben jeweils halb so viele Einwohner wie Schweden.

Ungeachtet der hohen Zahlen vertrauen Schwedens Regierung und Gesundheitsbehörde auch auf den Staatsepidemiologen Anders Tegnell. Er steht symbolhaft für den schwedischen Sonderweg. Von Schul- und Grenzschließungen hält er nichts, auch sonst ist seine Strategie eine andere als die, die fast alle anderen in Europa gewählt haben. "Wir glauben, wir erreichen mit Freiwilligkeit genauso viel wie andere Länder mit Restriktionen", sagte Tegnell zuletzt. Es sei wenig wahrscheinlich, dass Schweden die Richtung ändere. Die Zahlen der vergangenen Tage scheinen seine Theorie zu bestätigen. Die Gesundheitsbehörde sprach von einem Abwärtstrend bei der Zahl der Toten.

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Auch für die Todeszahlen hat Giesecke in der "Bild" eine Erklärung. Er wolle die Zahl der Verstorbenen seines Landes in einem Jahr mit den Todeszahlen eines Landes mit härteren Maßnahmen vergleichen und prophezeit schon jetzt, dass sie sich nicht sonderlich unterscheiden werden. Für den Schweden-Experten steht zudem fest, dass Deutschland "nicht auf Dauer in diesem Stillstand bleiben" kann und "seine Beschränkungen aufheben" wird, "weil es nicht anders geht". Daraus würden dann wieder mehr Infektionen resultieren und Deutschland sich nur im Kreis drehen.

Und auch vor einem möglichen Kollaps der Krankenhäuser hält Giesecke schlichtweg nichts. Vielmehr seien die Prognosen für den Bedarf an Krankenhausbetten zu hoch und die Studien, die von Hunderttausenden von Toten gewarnt hätten, "extrem übertrieben" gewesen, wie die "Bild" schreibt. Das Gesundheitssystem wäre keinesfalls zusammengebrochen, versichert er weiter.

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rut/sba/news.de/dpa

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