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Finanztest im November 2019: SO können Sie Gebühren für Girokonten einfach sparen

Verbraucher sollen vor Eröffnung eines Kontos die Kosten bequem vergleichen können. Finanztest hat mehr als 100 Banken genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur 22 Girokonten gibt es gratis und Basiskonten sind extrem teuer.

Gebühren für Konto steigen immer weiter. Bild: dpa

Die Hoffnung von Bankkunden auf schnellen Durchblick im Gebührendschungel bei Girokonten hat sich bislang nicht erfüllt. "Ein Jahr nach Inkrafttreten der Vorschriften gibt es die kostenlose und objektive Vergleichswebsite immer noch nicht. Ich sehe hier das Bundesfinanzministerium in der Verantwortung", sagte die Leiterin des Finanzmarktteams des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Dorothea Mohn, der Deutschen Presse-Agentur.

Bankkunden ohne Durchblick! Kein schneller Vergleich von Gebühren für Girokonten möglich

Die Vorschriften zur Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie waren am 31. Oktober 2018 in Kraft getreten. "Die Richtlinie hätte auch eine öffentlich-rechtliche Vergleichsseite zugelassen. Die Politik hat sich jedoch für die private Variante entschieden", erläuterte Mohn. Das Bundesfinanzministerium erklärte auf Anfrage, die Bundesregierung habe rechtzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen, "dass zeitnah eine zertifizierte Vergleichswebseite in Deutschland angeboten wird."

Das komplizierte Zulassungsverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor gibt es keine Prüforganisation, die das Verfahren bei der Deutschen Akkreditierungsstelle abschließend durchlaufen hat. Erst nach erfolgreicher Akkreditierung können Prüfer Anbieter von Vergleichswebseiten unter die Lupe nehmen und zertifizieren. Aktuell befindet sich der TÜV Saarland nach eigenen Angaben in dem Verfahren.

Banken erhöhen Gebühren wegen Niedrigzinsen

Gerade in der Zinsflaute drehen viele Kreditinstitute an der Gebührenschraube. Lange verdienten die Finanzhäuser gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparern zahlten. Doch die Differenz aus beidem, der Zinsüberschuss, schrumpft in Zeiten der Niedrigzinsen. Hatten Banken und einige Sparkassen Gratiskonten früher gezielt zur Kundenwerbung eingesetzt, zwingen auch höhere Kosten und teure Filialen die Geldhäuser zum Umdenken.

Finanztest im November 2019: Girokonto-Gebühren im Vergleich

Nach einer jüngst veröffentlichten Auswertung der Zeitschrift "Finanztest" sind noch 22 von rund 290 Kontomodellen gratis, die die Tester bei 122 Geldhäusern unter die Lupe nahmen. Vorausgesetzt: Kunden führen dieses Konto online und nutzen es als Gehalts- oder Rentenkonto. Bei den Gratiskonten gibt es demnach keinen monatlichen Grundpreis, alle Onlinebuchungen sind inklusive, die Girocard ist kostenlos. Wer vergleicht kann sparen. Eine Übersicht gibt's auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Basiskonten laut Studie oft vergleichsweise teuer

Doch wer nur ein Basiskonto braucht, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist laut Stiftung Warentest ein Bankkonto oft besonders teuer. Unter anderem Geflüchtete oder Wohnungslose "haben nur Anspruch auf ein Basiskonto und zahlen dafür besonders viel", heißt es in der Zeitschrift "Finanztest". Bei einigen der 124 untersuchten Kreditinstitute kostet die Führung eines Basiskontos demnach zurzeit mehr als 200 Euro im Jahr. Aufgrund gestiegener Grundpreise und höherer Gebühren für Überweisungen in Papierform sei das teilweise mehr als noch vor zwei Jahren.

Nur zwei der untersuchten Banken boten ein Basiskonto zum Stichtag am 1. Oktober kostenfrei an. Laut den Testern begründen die Geldhäuser die Preise oft mit einem Mehraufwand für Beratung und Eröffnung von Basiskonten.

Seit Mitte 2016 hat in Deutschland jeder Bürger einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Alle Geldhäuser sollen Menschen ohne festen Wohnsitz auf Wunsch ein Basiskonto auf "Guthabenbasis" einrichten. Der Kontoinhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Konto nicht. Die Gebühren sollen "angemessen" sein und können auch einen Gewinn der Institute beinhalten.

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bua/news.de/dpa

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