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27.01.2014, 12.26 Uhr

Nachhaltige Energie im Fokus: Die Schattenseiten des Biogas-Booms

Nachhaltig gewonnene Energie aus Sonnenkraft, Biogas oder Windenergie ist der zukunftsweisende Weg der Energieversorgung – darüber ist man sich weitgehend einig. Kaum verwunderlich, dass sich viele Landwirte mit Biogasanlagen ein kleines Zubrot verdienen.

Mit der Energiegewinnung ist inzwischen mehr Geld zu machen als mit der Rinderzucht allein - das haben zahlreiche Landwirte bereits erkannt. Während sich Bauern, die ausschließlich in der Milchkuhhaltung und Rinderzucht tätig sind, über die niedrigen Milchpreise und andere Widrigkeiten klagen, reiben sich jene Landwirte die Hände, die sich eine Biogasanlage auf ihren Grund und Boden gebaut haben. Sobald der in Biogasanlagen gewonnene Strom in das lokale Netz eingespeist wird, klingelt bei den Besitzern der Anlagen nämlich die Kasse.

Biogas als Einnahmequelle für Bauern

Zudem machen zur Verfügung stehende Fördergelder die Entscheidung leicht, eine Biogasanlage zu errichten. Die Ausgangsmaterialien für Biogas finden sich in nahezu jedem landwirtschaftlichen Betrieb: Neben Pflanzenresten, die nicht anderweitig verwertet werden können, kommen auch Gülle und Bioabfälle als Quelle für Biogas infrage.

Allerdings ist die Biogasausbeute aus den landwirtschaftlichen Abfällen für gewöhnlich nicht sehr groß. Deshalb greifen viele Landwirte auf die Option zurück, gezielt Rohstoffe für die Biogasproduktion anzubauen. Zahlreiche Bauern ernten inzwischen mehr Getreide und Mais für ihre Biogasanlagen als für ihre Tiere im Stall. Das hat auch direkte Folgen für die Lebensmittelproduktion: Je stärker die landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Biogas-Ausgangsmaterial genutzt werden, umso weniger Platz steht für den Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung.

Da besonders Mais als Grundlage für die Biogasproduktion beliebt ist, wird immer mehr des Kolbengemüses angebaut. Nicht selten leidet die Qualität des Ackerbodens unter der Monokultur, die Erde laugt langsam aber sicher aus. Zudem steht die Frage im Raum, ob der Gewinn von Biogas auch gesundheitliche Probleme verursachen kann.

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Schädigt Biogas unser Klima?

Zudem kann es vorkommen, dass Bauern, die sich bisher nur in der Tierzucht auskannten, mit den einzelnen Handgriffen der Biogas-Produktion überfordert sind oder schlichtweg zu wenig Erfahrung damit haben. Werden beispielsweise die vergorenen Getreide- oder Maisreste aus den Biogasbehältern unsachgemäß gelagert, kann Methan in die Atmosphäre gelangen – mit gravierenden Folgen für das Klima und die Ozonschicht.

Die Vorteile von Biogas überwiegen

Dennoch gibt es beim Thema Biogas genug Vorteile, die diesen Weg der Energiegewinnung fortschrittlich machen. Da keine fossilen Energieträger, sondern nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, ist die Gewinnung von Strom und Kraftstoff wesentlich nachhaltiger. Im Gegensatz zu Solar- und Windenergie besteht bei Biogas außerdem kein Speicherproblem, außerdem ist der Rohstoff zur Energiegewinnung wetterunabhängig stets verfügbar. Prinzipiell stellt die Biogasgewinnung auch keine Gefahr für die Umwelt dar, solange die Gärbehälter absolut dicht sind und die Endprodukte nicht unsachgemäß gelagert werden.

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loc/news.de

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