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Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 02.01.2014, 09.00 Uhr

Lactose- und glutenfrei: So verdient die Industrie an der «Frei von»-Masche

Sie fehlen in kaum einem Supermarkt: «Frei von»-Produkte, die ohne Lactose oder Gluten auskommen. Jahr um Jahr steigt ihr Absatz - bei Menschen mit Unverträglichkeit und bei solchen, die glauben, unverträglich zu sein. Tatsächlich macht die teure Spezialkost vor allem für einen Sinn: die Lebensmittelindustrie.

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In immer mehr Supermärkten gehören sie zum Standard-Sortiment: lactose- und glutenfreie Lebensmittel. Und sie werden gekauft - von Menschen, die gegen Milch, Weizen oder andere Zusätze im Essen allergisch sind oder dies zumindest glauben. Denn tatsächlich haben nur wenige Erwachsene eine Lebensmittelallergie; Experten schätzen den Anteil auf zwei bis vier Prozent. Die allermeisten leiden allenfalls unter einer leichten Unverträglichkeit.

Die Lebensmittelindustrie macht sich das zunutze. Sie profitiert vom Halbwissen der Verbraucher, die jeden Bauchschmerz, jedes Unwohlsein auf falsches Essen zurückführen. Folgerichtig wartet die Industrie mit einer riesigen Palette von Produkten auf, die ein beschwerdefreies Speisen versprechen. So ist der Absatz lactosefreier Lebensmittel allein im Jahr 2012 um 20 Prozent gestiegen. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) macht das für rund 80 Prozent der Käufer überhaupt keinen Sinn, denn sie haben gar keine Milchzuckerunverträglichkeit.

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Viele Lebensmittel sind von Natur aus lactosearm

Die Hersteller freut's dennoch. Schließlich sind die Speziallebensmittel um einiges teurer als ihre herkömmlichen Äquivalente. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat ermittelt, dass man für als lactosefrei deklarierte Produkte durchschnittlich 2,4-mal so viel bezahlen muss. Besonders perfide: Viele Produkte enthalten von Natur aus nur sehr wenig bis gar keinen Milchzucker und sind daher auch für Menschen mit Laktoseintoleranz unbedenklich.

Dazu zählen etwa Butter und verschiedene Käsesorten (Gouda, Emmentaler, Leerdamer, Mozzarella, Schafskäse). Hier muss also erst recht nicht zu teuren lactosefreien Alternativen gegriffen werden. Gekauft werden sie dennoch, genauso wie glutenfreie Produkte. Auch hier steigt die Nachfrage zusehends, obwohl Schätzungen zufolge nur ein Prozent der Bevölkerung an Zöliakie, einer Unverträglichkeit von Gluten und damit Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste, leidet.

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