16.01.2009, 13.50 Uhr

Erotikbranche will Staatshilfe: Der deutsche Pornofilm macht schlapp

Sex sells, heißt es - Sex hilft beim Verkaufen. Aber in der Wirtschaftskrise gilt das offenbar nur noch bedingt. Deshalb will nun auch die deutsche Pornoindustrie unter den staatlichen Rettungsschirm.

Die Pornoindustrie setzt jedes Jahr Milliarden um, dennoch möchte auch sie nun staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Bild: dpa

Unter dem staatlichen Rettungsschirm wird es immer kuschliger: Auch die deutsche Pornoindustrie hat sich jetzt um finanzielle Unterstützung vom Staat beworben. «Wirtschaftliche Hilfe wäre sinnvoll», sagt Uwe Kaltenberg vom Bundesverband Erotik-Handel in der Samstagsausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Das geht aus einem Vorabbericht hervor. Die Branche bestehe vor allem aus kleinen und mittelständischen Betrieben, die finanzielle Hilfe gut gebrauchen könnten, etwa für Fortbildungen.

Kaltenberg rechnet jedoch nicht damit, dass die Politik seinem Wirtschaftszweig unter die Arme greift. «Die Rettung von Opel ist für eine Wahl eben besser als die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Betrieben unserer Branche», sagte Kaltenberg.

Dem Bundesverband Erotik-Handel gehören dem Blatt zufolge 365 Mitglieder an. Darunter befinden sich Ladengeschäfte, Großhändler aber auch Pornofilm-Produzenten. Gerade die Filmproduzenten leiden laut Kaltenberg massiv unter der Konkurrenz aus dem Internet. «Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig», sagte er.

Anfang Januar hatte in den USA die dortige Pornoindustrie staatliche Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Dollar gefordert.

seh

Empfehlungen für den news.de-Leser