18.03.2021, 10.17 Uhr

"Maischberger": "Beschämend!" Lauterbach sieht harten Lockdown - Laschet lässt Moderatorin ausrasten

Karl Lauterbach sieht die Jüngeren als Leidtragende der kommenden dritten Welle. Das erklärte der Epidemiologe bei "maischberger. die woche". Einen neuen Lockdown hält er für unausweichlich. Auch Armin Laschet war zu Gast. Seine Aussagen brachten sowohl die Moderatorin als auch Twitter auf die Palme.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach möchte sich bei der Corona-Runde am kommenden Montag für einen zeitnahen Lockdown einsetzen, wie er bei "maischberger. die woche" verriet. Armin Laschet brachte die Moderatorin auf die Palme. Bild: © ARD

Die dritte Corona-Welle baut sich weiter auf - und trifft laut Karl Lauterbach wohl eine jüngere Gruppe. Obwohl der Politiker bei "maischberger. die woche" einen Zusammenhang zwischen Impfstoff und Thrombosen vermutet, ist er optimistisch, dass der Astrazeneca-Impfstoff weiterhin dabei helfen kann. Auch Armin Laschet war zu Gast - seine Aussagen sorgten nicht nur bei Twitter, sondern auch bei Sandra Maischberger für Unmut.

Karl Lauterbach erklärt bei "maischberger. die woche" wieder die Pandemie

Als am 3. März - zu einem Zeitpunkt mit deutlich niedrigeren Inzidenzen - die Schritte zu möglichen Öffnungen in der Corona-Pandemie beschlossen wurden, wurde eine Notbremse eingebaut. Epidemiologe Karl Lauterbach warb bei "maischberger. die woche" am Mittwoch angesichts steigender Fallzahlen dafür, diese Notbremse möglichst schnell zu ziehen.

SPD-Politiker sieht keine Alternative zu neuem Lockdown

Seiner Ansicht nach, gäbe es keine Alternative zu erneuten harten Schließungen: "Die Möglichkeit, ohne Lockdown durchzukommen, bis genug Leute geimpft sind, die besteht gar nicht", stellte der SPD-Politiker unmissverständlich klar. "Wenn wir das verzögern, wird es einfach nur schlimmer."

"Die dritte Welle ist da und ist nicht mehr aufzuhalten"

So gäbe es nach Lauterbach nur zwei Optionen: Einen schnellen, harten Lockdown und Schulen erst wieder zu öffnen, wenn die Testungen dies hergeben würden, oder einen späteren Lockdown, der weniger nützen würde und obendrein länger dauern müsste. Verhindern ließe sich die Entwicklung nicht mehr: "Die dritte Welle ist da und ist nicht mehr aufzuhalten", verdeutlichte Karl Lauterbach. Dabei würde diese dritte Welle voraussichtlich am stärksten die 50 bis 80-Jährigen treffen, die im Gegensatz zur Gruppe über 80 dann noch nicht durchgeimpft ist. Dies sei also die Gruppe, die "in der dritten Welle jetzt voll in das Risiko geht".

Durchschnittsalter der Intensivpatienten sinkt - auch Jüngere gefährdet

In etwa zwei Prozent der Infizierten in dieser Altersgruppe würden sterben. Schon jetzt läge das Durchschnittsalter auf Intensivstationen bei 60 Jahren - früher war es deutlich höher. Besonders tückisch: Stark betroffene Menschen dieser Altersgruppe würden laut Lauterbach relativ lange beatmet, könnten aber oft dennoch nicht gerettet werden. Neben weiteren Toten bedeute das eine langfristige Belegung der Intensivbetten. "Ein sehr hoher Preis, der da nochmal bezahlt werden muss, in der dritten Welle." Über diesen Preis werde am Montag in der neuen Corona-Runde verhandelt. Lauterbach kündigte an, gemeinsam mit Kollegen in "Hintergrundgesprächen" für Vernunft zu werben.

Karl Lauterbach wagt Einschätzung zu Astrazeneca

Auch das leidige Thema Impfen kam nach dem Chaos um Astrazeneca wieder aufs Tapet. Karl Lauterbach gab der Chefin der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Emer Cooke, in ihrer vorläufigen Einschätzung des Impfstoffs nur teilweise Recht. "Ich glaube, dass sie Recht darin hat, wenn sie sagt: 'Der Impfstoff ist ein guter Impfstoff und wir werden ihn wahrscheinlich weiterhin nutzen.'" Am Donnerstag fällt die EMA die Entscheidung, wie weiter verfahren wird.

Im Gegensatz zu Cooke, vermutet der SPD-Politiker jedoch sehr wohl einen Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Thrombosen und dem Impfstoff, den man erst langfristig bei einer größeren Anzahl an Fällen sehen werde. Die Nebenwirkung sei zu spezifisch und ansonsten zu selten, um zufällig aufzutreten.

Armin Laschet kritisiert OBs, die Schulen schließen wollten - Sandra Maischberger rastet aus

Zuvor interviewte Sandra Maischberger den CDU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten von Nordrhein- Westfalen Armin Laschet. Laschets offene Kritik an den Oberbürgermeistern der Städte Dortmund und Duisburg, die angesichts der hohen Inzidenzen Schulen und Kitas schließen wollten, stieß bei Sandra Maischberger und bei Twitter auf Unmut. Maischberger kritisierte das fehlende Schutzkonzept in den Schulen und die fehlende Verantwortungsübernahme der Politiker. Auch dass einige Ministerpräsidenten sich nicht an die Vereinbarungen des Corona-Gipfels halten, sah die Journalistin kritisch. "Entschuldigung, ich reg mich gleich wieder ab", entschuldigte sich die Talkmasterin bei dem CDU-Politiker für ihr ungewohnt forsches Auftreten.

"Frau Maischberger, hören Sie auf, sich zu entschuldigen. Der Laschet kann den Watschen mal echt gut vertragen! Von mir aus, schreien sie ihn kaputt!", lobt eine Nutzerin auf Twitter."Selbst Frau Maischberger musste bei Herrn Laschet manchmal nach Luft schnappen", bemerkt eine andere.

Ein Twitter-User gibt die Diskussion in seinem Tweet treffend wieder: "#Maischberger Da sagt #Laschet, der Bürgermeister von #WirsindDortmund könne nicht einfach bei einer Inzidenz von 72 die Schulen schließen. "Die Inzidienz liegt bei 91", entgegnet @maischberger. "Gestern, als er das beantragt hat, lag sie bei 72", empört sich @ArminLaschet". 

"Natürlich sagt Dortmunds OB mit einer Inzidenz von 72, er möchte die Schulen schließen. Schließlich versteht er, dass die Zahlen durch die Decke gehen", schreibt eine andere Userin.

SPD-Politikerin Sarah Philipp schreibt: "Was für ein Auftritt: Ministerpräsident #Laschet unterstellt den Oberbürgermeistern aus #Duisburg und #Dortmund parteipolitisches Handeln, weil sie bei steigenden Zahlen voller Sorge verantwortungsvoll Handeln. Für einen MP einfach nur peinlich! Wo ist sein Plan?"

"Den will ich nicht als Kanzler" - Twitter-Nutzer unzufrieden mit Laschet

Als Sandra Maischberger Laschet auf die letzten "Civey"-Umfragen anspricht, laut denen Armin Laschet von 73,1 Prozent der Deutschen und von 72,5 Prozent der Unions-Anhänger nicht als Kanzlerkandidat gesehen wird, entgegnet Laschet, man solle als Politiker nicht ständig auf Umfragen schielen. Twitter sieht das anders. So schreibt ein Herr: "Wenn Laschet Kanzlerkandidat wird, sehe ich die realistische Chance, dass die SPD bei der Bundestagswahl noch an der CDU vorbei zieht - ohne auch nur einen einzigen Prozentpunkt dazuzugewinnen. #maischberger".

Ähnlich sieht es dieser Nutzer: "Beschämend, wie er öffentlich Landräte und Bürgermeister herabwürdigt, weil die ihre Bürger vor Ort schützen wollen gegen #Corona - statt sich der Landesregierung still zu unterwerfen. Den will ich nicht als Kanzler."

Dieser Inhalt wurde news.de von swyrl.tv zur Verfügung gestellt.

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sig/fka/news.de/swyrl.tv

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