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"Markus Lanz" im ZDF: FDP-Politiker Lambsdorff fordert logische Öffnungsstrategie

Am Mittwoch wird in der Ministerpräsidentenkonferenz voraussichtlich ein Stufenplan zu Öffnungen in der Corona-Krise beschlossen. Oder nicht? Bei "Markus Lanz" erklärte FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff, er erhoffe sich Verlässlichkeit und Perspektive. Wenn es doch so einfach wäre...

Es war wieder Dienstag, es war wieder "Markus Lanz", und das Thema war wenig überraschend: tatsächliche und möglicherweise bald folgende Öffnungen in der Corona-Krise, die am Mittwoch in der Ministerpräsidentenkonferenz wohl kontrovers diskutiert werden dürften.

Lockdown-Lockerungen als Thema bei "Markus Lanz" im ZDF

In der ZDF-Talkshow erklärte FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff, ihm würde angesichts der derzeit geführten Diskussion über angeblich mangelhafte Krisenkommunikation regelrecht der Kragen platzen. "Die Leute wollen nicht nur den Ton getroffen haben, die wollen getestet werden, die wollen geimpft werden, und die wollen ihre Freiheit zurück."

Dabei schob Lambsdorff schnell nach, dass es ihm nicht um eine verantwortungslose Öffnung gehe. "Niemand kann das wirklich machen, ohne gleichzeitig die Verantwortung dafür zu übernehmen, diese Pandemie unter Kontrolle zu halten." Allerdings machte er auf eine wahrgenommene Ungerechtigkeit in der Bevölkerung bei den Öffnungen aufmerksam. "Warum kann der Friseur aufmachen, aber der Buchladen nicht?" Schließlich habe man doch beim Friseur viel engeren Kontakt zu anderen Menschen.

"Stufenpläne sind immer nur so gut, wie sich das Virus verhält"

Dann holte Alexander Graf Lambsdorff ein Dokument des Robert-Koch-Instituts aus der Tasche, welches das Ansteckungsrisiko in ausgewählten Branchen verdeutlichen sollte. Hotels seien nach Ansicht des RKI kaum eine Gefahr fürs Infektionsgeschehen, dennoch seien sie weiterhin zu. An die Ministerpräsidentenkonferenz gerichtet äußerte Lambsdorff den Wunsch, man müsse für Verlässlichkeit und Perspektive sorgen. Menschen müssten wissen, welche Inzidenzwerte welche Öffnungsstufe bedeuten würden und was das für die geltenden Regeln heiße. "Wir brauchen einen verlässlichen Stufenplan, bei dem die Menschen wissen, woran sie sind."

Mahnende Worte kamen hingegen von Virologe Prof. Timo Ulrichs: "Stufenpläne sind immer nur so gut, wie sich das Virus verhält." Man sei nach wie vor in einer labilen Situation, die Infektionsketten bei Inzidenzen über 50 weiterhin nicht nachvollziehbar. Gleichzeitig werde der Ruf nach Öffnungen immer lauter. "Aber wir können es uns angesichts dieser Zahlen eigentlich nicht leisten, groß zu öffnen, ohne da kontrolliert etwas mitlaufen zu lassen", so der Virologe. Mit "etwas" meinte er Antigen-Schnelltests.

Impfstoff von Johnson & Johnson ein "Gamechanger"?

Auch der große Hoffnungsträger, der Impfstoff, war wieder Thema bei Markus Lanz. Dafür schaltete der Gastgeber zum ZDF-USA-Korrespondenten Elmar Theveßen. Schließlich wurde in den USA am Dienstag mit dem Vakzin von Johnson & Johnson per Notzulassung ein weiteres Mittel zur Pandemiebekämpfung zugelassen. Offenbar ein vielversprechendes: "Man nennt ihn auch den Gamechanger", erklärte Journalist Theveßen. Im Gegensatz zu Impfstoffen, die bereits im Einsatz seien, genüge hier eine einzige Dosis zur Immunisierung - was das Durchimpfen spürbar beschleunigen könnte.

Aber wie gut ist der Impfstoff denn nun, wollte Lanz von Timo Ulrichs wissen. "Der ist genauso gut wie der Vektor-basierte Impfstoff von AstraZeneca", so der Virologe, der grundsätzlich eine Lanze für die zugelassenen Vakzine brach: "Diese Impfstoffe sind alle prima." Falls es die nicht gäbe, blieben im Kampf gegen Corona nur die AHA-Regeln, erklärte Ulrichs. "Wir wären genauso hilflos wie bei der Spanischen Grippe."

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Dieser Inhalt wurde news.de vonswyrl.tv zur Verfügung gestellt.

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