Von Jürgen Winzer - 14.12.2020, 09.22 Uhr

"heute-show" mit Oliver Welke: Queen Elizabeth II. dankt ab und zieht nach Deutschland

Angela Merkel als Aerobic-Queen mit haarsträubenden Anti-Fröstel-Tipps, ein Spendenaufruf für eine Partei in Not, ein tobender "Tyrannosaurus Brex" und eine Monarchin, die bächtig möse ist - die "heute-show" war diesmal auf vorweihnachtlichen Krawall gebürstet. Grund genug gibt's ja.

Was für ein Hammer! Die Queen schmeißt hin! Jedenfalls legte die "heute-show" (ZDF) der britischen Königin ebensolche Worte in den Mund. Die Rede im Wortlaut: "Meine lieben Briten, ich kann nicht länger eure Queen sein. Ich schmeiß hin, denn ich hab euren verdammten Brexit satt. Ernsthaft: Wie blöd kann ein einzelner Idiot sein, ja, ich meine dich, Boris, du Wi.....! Du hast mein stolzes Land in Sch.... verwandelt. Danke für nichts. Deshalb verlasse ich euch - und ziehe nach Deutschland. Elizabeth - out!"

"heute-show" ulkt über Brexit: Queen Elizabeth II. dankt ab und zieht nach Deutschland

Die Abdankungsrede ist - so die "heute-show" - das Ergebnis des "ökonomischen Selbstmordes", in den "Tyrannosaurus Brex", Boris Johnson sein Volk sehenden Auges führe. Noch sei nicht klar, ob "Vernunft oder nackter Wahnsinn" bei den Scheidungsverhandlungen die Oberhand behielten. Ein Treffen "von beiden, also Ursula von der Leyen und Boris Johnson" (Moderator Oliver Welke) habe noch keine finale Einigung ergeben. Aber daran, dass Experten für Großbritannien die größte Rezession seit 300 Jahren erwarteten, habe sich auch nichts geändert.

Die Ursache für den Brexit: "Zu viel Orangenmarmelade geht aufs Hirn"

Dass Johnson (Welke: "Der hat sich sein ganzes Leben lang durchgelogen") seinem Volk hanebüchene Versprechen von einer glorreichen Zeit nach dem Brexit gebe, sei das eine Drama. Dass ihm viele Briten das immer noch glaubten, sei das schlimmere. Der deutsche Kutterfischer Matthias Matschke sieht die Ursachen hierfür ganz deutlich: "Zu viel Orangenmarmelade geht halt doch aufs Hirn."

Knallhart-Lockdown in Deutschland in der "heute-show" zerpflückt

Haben davon am Ende auch zu viele Deutsche zu viel gegessen? Es scheint so: ""Lockdown hart, light, medium-rare - man kennt sich ja gar nicht mehr aus", meinte Oliver Welke. Es wird wohl der eisenharte werden. Und er dürfte schnell kommen. Ob er bundesweit einheitlich praktiziert wird? Welke zweifelte am Freitagabend noch, ob mal "eine bundeseinheitliche Regelung getroffen wird, die länger als drei Stunden hält." Zuletzt hätten sich die Chefs ja nicht mal auf den nächsten Termin einigen können.

Die vorweihnachtliche Hektik - erst den Sommer verschlafen, dann zu spät die Dringlichkeit erkennen und überstürzt umschwenken - sei nicht nur unnötig ("Warum hat man den Leuten überhaupt ein lockeres Weihnachten versprochen?"), sondern treibe auch seltsamste Blüten.

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Zynische Tipps von "Aerobic Angi": Kanzlerin empfiehlt Kniebeugen und Händeklatschen

So empfahl Kanzleramtssprecher Helge Braun Menschen, die sich vor übervollen Bussen und Bahnen auf dem Weg zur Arbeit fürchten, allen Ernstes, sie sollten doch "Fahrrad fahren" und schoss sich damit selbst 'nen verbalen Plattfuß. Aber seine Chefin ist nicht besser.

Dass Angela Merkel sich als Fitness-Guru "Aerobic Angi" outete und bei geöffneten Fenstern frierenden Schulkinder empfahl, sie mögen doch "was Wärmeres mitbringen" und auch mal Kniebeugen oder Händeklatschen zum Aufwärmen praktizieren, ist ein beinahe zynischer Tiefschlag.

Welke stellte klar: "Die Infektionszahlen müssen runter, weil wir den Sommer verschlafen haben." Und das, obwohl Fachleute frühzeitig vor der jetzigen Situation warnten. Es wurde ein Interview mit Virologe Christian Drosten eingespielt, das dieser im April gab. Darin sah er prophetengleich genau das voraus, was jetzt passierte: mit Glück glimpflich durch den Sommer kommen, aber wenig Bevölkerungsimmunität erreichen, dann mit einer "immunologisch naiven Bevölkerung" in eine zweite Welle schlittern, auf die man sich vorbereiten müsse, weil sie sehr gefährlich sein und die einen Lockdown im Winter bringen könne. Gesagt, passiert. Alles - bis auf die Vorbereitung.

Sachsen-Anhalt: "Alle elf Sekunden verliebt sich ein CDU-Mitglied in einen AfDler!"

Passieren wird, was die eigentlich beschlossene Erhöhung des Rundfunkbeitrags angeht, erst mal nichts. Daran ist Sachsen-Anhalt schuld, ein Bundesland, dass es, so Welke, "nur gibt, damit das Saarland sich nicht so unwichtig fühlt". Dort musste die finale Abstimmung zurückgezogen werden, weil sonst die schwarz-rot-grüne Kenia-Koalition zerbrochen wäre. Den Stress nutzte Innenminister Holger Stahlknecht zum "Putschversuch" gegen Ministerpräsident Reiner Haseloff: Er liebäugelte öffentlich mit einer Minderheitsregierung der CDU, die allerdings von der AfD hätte getragen werden müssen.

"Stahlknecht Rupprecht" hat sich verrechnet und wurde vom "lieben Reiner" mit der Rute aus dem Amt geprügelt. Trotzdem meinte Welke, das "einige Mitglieder der CDU Sachsen-Anhalt einfach anders" seien. Nämlich heimlich verliebt. Das sei verständlich, wo doch die CDU im Parlament in Magdeburg ständig neben ihrem heimlichen Schwarm, der AfD, säße. Welke: "Alle elf Sekunden verliebt sich ein CDU-Mitglied aus Sachsen-Anhalt in einen AfDler."

Appell in der "heute-show": Helfen Sie der CDU, Kanzler Söder zu verhindern!

Man muss sich aber auch um die Gesamt-CDU Sorgen machen. Meinte Tina Hausten (Martina Hill)und rief zu einer Spendenaktion für die Partei mit dem akuten Machtvakuum (Welke), der "inhaltlichen Leere und drohenden Führungslosigkeit" auf: "Spenden sie Ideen, Themen und - noch viel dringender - neue Kandidaten für den Parteivorsitz." AKK habe null Autorität, ihren designierten Nachfolger Merz, Röttgen und Laschet trauten jeweils nicht mehr als 30 Prozent die "Kanzlerfähigkeit" zu. Und Söder? "Das wären vier Jahre lang pausenlose Pressekonferenzen mit dem Thema 'Wie geil ist der Kanzler'!" Haustens Appell: "Bitte helfen Sie der CDU!"

Dringend Hilfe brauchen auch die Bienen. Eigentlich mehr denn je, arbeitete Till Reiners heraus. Denn vom Riesenlärm um Volksbegehren "Rettet die Bienen" und Versprechungen seitens der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sei wenig geblieben und noch weniger umgesetzt.

FOTOS: "heute-show" Das sind die Stars der beliebten Politsatire
zurück Weiter Olver Welke macht mit seiner "heute-show" eine kleine Oster-Pause. (Foto) Foto: Rolf Vennenbernd / picture alliance / dpa Kamera

"Wir töten heute unsre Freundin, Biene Maja!"

In einer Folge des Zeichentrickklassikers "Biene Maja" erläuterte Reiners, warum das so ist: Julia Klöckner sei nämlich in Wahrheit die böse Spinne Thekla. "Und die mag gar nicht die Bienen, sondern viel lieber die Bauern. Und die wiederum mögen Glyphosat."

Deshalb hätte man auch die Erlaubnis erteilt, das "wahrscheinlich krebserzeugende" (O-Ton WHO) Pflanzenschutzmittel Glyphosat noch bis 2024 einzusetzen. In vier Jahren können noch jede Menge Bienen (und andere Insekten) an dem Zeug verrecken.

Das klang dann im Abspann durch. Zur altbekannten Melodie erklang nur ein neuer Text: "Wir töten heute unsre Freundin, Biene Maja, kleine, doofe, fette Biene Maja. Stirb doch endlich, Maja."

Dieser Inhalt wurde news.de vonswyrl.tv zur Verfügung gestellt.

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loc/news.de/swyrl.tv

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