20.12.2019, 08.21 Uhr

Florian Silbereisen: Verpatzter "Traumschiff"-Start? Spielen SIE ihn an die Wand?

Es ist die TV-Personalie des Jahres: Florian Silbereisen tritt seinen Dienst auf der "Traumschiff"-Brücke an. Doch kann der Schlagersänger auch als Schauspieler überzeugen oder haben am Ende gar seine Kollegen Sarah Lombardi und Joko Winterscheidt die Nase vorn?

Florian Silbereisen in seiner Rolle als "Traumschiff"-Kapitän Max Parger. Bild: dpa

Kaum eine TV-Personalie hat in diesem Jahr für derart Gesprächsstoff gesorgt, wie die von Florian Silbereisen. In wenigen Tagen ist es nun endlich soweit: Am 26. Dezember sticht Florian Silbereisen nun endlich als "Traumschiff"-Kapitän Max Parger in See. Eine Premiere, die selbst einem Medienprofi wie Silbereisen eine gehörige Portion Muffensausen beschert, wie er nun selbst im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (DPA) verriet.

Florian Silbereisen enthüllt: "Traumschiff"-Premiere macht ihn nervös

Seine erste Reise mit dem großen ZDF-Dampfer führt ihn dabei nach Antigua und wird, wie es die Tradition will, am zweiten Weihnachtstag ausgestrahlt - auch bei den Silbereisens zu Hause. "'Das Traumschiff' läuft bei uns, seitdem ich denken kann. Und ich werde es auch in diesem Jahr mit der ganzen Familie schauen", schrieb er der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wahrscheinlich bin ich so nervös vor der Premiere (...), dass ich mich mal ins Nebenzimmer zurückziehen muss."

Nervosität ist durchaus angebracht, ist Florian Silbereisen auf dem "Traumschiff" doch die vielleicht meistdiskutierte TV-Personalie des Jahres. Viele fragten: Kann das gut gehen? Ist der nicht viel zu jung für einen Kapitän? Und kann der das überhaupt?

Als Max Parger kämpft Florian Silbereisen um Anerkennung

Das Drehbuch nutzt die Debatte und stellt genau diese Fragen auch in Silbereisens erster Folge in den Mittelpunkt. Auch seine Rolle muss sich mit Skepsis und einem alten Seebären, Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth), auseinandersetzen, der seinen neuen Chef für einen risikofreudigen Grünschnabel hält. Seine ersten Arbeitstage verbringt Parger also in erster Linie damit, sich den neuen Kollegen gegenüber zu beweisen. Dankenswerterweise kommt ihm da der Schwächeanfall des Kapitäns auf einer Jacht zur Hilfe. Parger - der Teufelskerl - springt auf das führerlose Boot und bannt die Gefahr. "Respekt" sagt sein Widersacher Grimm danach und damit ist der neue Kapitän offiziell akzeptiert.

Harte Kritik an Silbereisen! Spielen ihn Sarah Lombardi undJoko Winterscheidt an die Wand?

Ob das so schnell auch für den Schauspieler Silbereisen gilt, ist allerdings fraglich. Der 38-Jährige, der eigentlich Moderator und Sänger ist, wirkt in seiner ersten Folge nicht selten steif, seine Dialoge klingen teils hölzern. Sängerin Sarah Lombardi, die ein singendes Zimmermädchen spielt, oder Moderator Joko Winterscheidt fühlen sich in ihren Rollen sichtlich wohler.

So ganz viel zu sehen ist allerdings vom neuen Kapitän auch noch nicht in der ersten Folge - bis auf den selbstlosen Rettungseinsatz und einen kurzen Vortrag ("Hier spricht Ihr Kapitän") für seine Passagiere, der so klingt wie der Wikipedia-Eintrag zu Antigua. Und natürlich die große Kapitänsrede am Schluss, die zum "Traumschiff" gehört wie die Wunderkerzen auf dem Nachtisch und (für alle die, die zwischendurch eingenickt sind) noch mal komfortabel zusammenfasst, was in der Folge geschah.

Achtung, Spoiler! So endet das ZDF-Traumschiff am 26.12.2019 mit Florian Silbereisen

In diesem Fall war es das: Mal wieder merken angenervte langjährige Ehepartner (Uschi Glas und Michael Gwisdek), dass sie sich eigentlich doch nicht so doof finden. Eine Mutter (Katharina Heyer) trifft einen alten Freund wieder und lüftet das lange gehütete Geheimnis, wer der Vater ihres unerträglich unwidersprochen homophoben Sohnes ist. Und Hotelchefin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) trifft ihren Ex wieder, der blöderweise als Kreuzfahrttester arbeitet.

Flori und Joko überzeugen als "Floko Silberscheidt"

Aber zurück zum Mann der Stunde: Als Neu-Kapitän Parger einmal auf der Treppe einer Passagierin begegnet und nur fragt "Alles gut?", verheddert die sich vor Schreck gleich mit ihrer Handtasche im Geländer - die lustigsten Szene dieser Episode. Zumindest bis ziemlich zum Schluss: Dann nämlich tritt Joko Winterscheidt als Max' Bruder Moritz Parger auf und zelebriert damit einmal mehr die verblüffende Ähnlichkeit zwischen ihm und Silbereisen.

Florian Silbereisen gibt sich selbstkritisch: "Ich gehe nicht davon aus, sofort einen Oscar zu gewinnen"

Das Internet ist voll von Winterscheidt-Silbereisen-Fotokollagen. Erst im August gab Silbereisen sich auf Winterscheidts-Instagram-Profil als Joko aus und erntete damit Kommentare wie "Floko Silberscheidt". Der gemeinsame und durchaus selbstironische Auftritt der Beinahe-Doppelgänger ist ganz klar das Highlight der Folge und wäre ein guter Weg für kommende "Traumschiff"-Folgen mit Silbereisen. Er selbst schätzt seine Leistung im dpa-Interview übrigens ganz bodenständig ein. Er gehe nicht davon aus, "sofort einen Oscar zu gewinnen".

Flori-Kritikerin Heide Keller wünscht "Traumschiff"-Kapitän Silbereisen Erfolg

Übrigens: SelbstEx-"Traumschiff"-Chefhostess und Schauspielerin Heide Keller (80), die zuletzt immer wieder öffentlich gegen Silbereisen austeilte, zeigt sich mittlerweile versöhnlich mit der Besetzung von Florian Silbereisen (38) als neuem Kapitän auf dem ZDF-Dampfer."Ich wünsche Herrn Silbereisen, dass er den Erfolg bekommt, den er sich vorgestellt hat", sagte Keller der Deutschen Presse-Agentur. "Und ich wünsche dem Produkt, dass es weiterhin bei den Menschen beliebt bleibt."

Keller zählte viele Jahre zur Stammbesatzung auf dem ZDF-"Traumschiff". Bis Ende 2017 - mehr als 35 Jahre - spielte sie die gutherzige Chefhostess Beatrice. Als im Januar bekannt geworden war, dass Silbereisen neuer Kapitän werden soll, hatte sie sich kritisch geäußert. Keller stellte nun klar, dass sie Silbereisen keinesfalls beschimpft habe - "Das ist unter meiner Würde". Ob sie die erste Folge mit ihm im Fernsehen anschauen werde, wisse sie noch nicht.

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sba/fka/news.de/dpa

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