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"Verliebt in Amsterdam" online in der Wiederholung: TV-Kritik zu "Verliebt in Amsterdam"

Herbert (Hans-Joachim Heist) hat bei Dorothea (Rita Russek) etwas gutzumachen. Bild: ARD Degeto/Conny Klein

Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an, und außerdem gibt es da ja noch die besonderen Unterschiede zwischen Deutschen und Holländern. Und davon gibt es offenbar reichlich, wenn man dem Geschehen im Film glauben darf. Da geht es um Korrektheit und Lockerheit, um Arbeit und Spaß, aber auch um seit Jahrzehnten festsitzende Ressentiments, wie sie sich auch immer wieder in den Fußball-Länderspielen beider Nationen gezeigt haben, auch wenn sich da die Rivalität inzwischen langsam gelegt hat.

Zu sehen sind rasende Radler, hupende Autofahrer, fliegende Toastscheiben, reichlich Schokostreusel auf dem Brot - es wird auch mal ein Rad geklaut, und eine lesbische Schwester samt Freundin und Baby gibt es im liberalen Amsterdam natürlich auch noch. Nebenbei erfährt man allerlei Wissenswertes über die Stadt, was von den Touristenguides auf den durchs Bild fahrenden Booten erzählt wird.

Vladimir Burlakov in einem Film von Regisseur Florian Froschmayer

Vladimir Burlakov (29, "Auf kurze Distanz", "Jack the Ripper - Eine Frau jagt einen Mörder") ist nahezu in jeder Szene zu sehen. Er hat als Max einst seine Freundin vor dem Altar stehen lassen, führt nun sein selbstbestimmtes Leben. Bis er mit allem überfordert ist und seinen Job verliert. Auf die Frage, ob denn in Max auch ein Stück von ihm selbst steckt, sagt er: "Absolut! Ich bin schon sehr ordentlich, und manchmal auch fast pedantisch. Als ich das Drehbuch las, dachte ich: Waren die denn bei mir zuhause?" So sei es für ihn auch leicht, das vor der Kamera nachzuvollziehen. "Und es hat mir auch Spaß gemacht, im Film sofort aufzuräumen und alles akkurat und ordentlich zu hinterlassen, wenn ich aus der Wohnung gehe."

Regisseur Florian Froschmayer ("Süßer September") setzt voll auf den Charme der Stadt Amsterdam - und den der Hauptdarstellerin Bracha van Doesburgh (35), die in Holland auch als Modedesignerin bekannt ist. Sie und vor allem Vladimir Burlakov könnten gerne häufiger in solchen Hauptrollen vertreten sein. Zum rührseligen Ende hin wird sich für so manchen Fehltritt ein bisschen viel entschuldigt. Aber das geht schon in Ordnung, denn im Leben ist kein Platz, um lange nachtragend zu sein - dazu ist es einfach zu schön. Vor allem in Amsterdam.

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lid/kad/news.de/dpa

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